Noch hadere ich mit mir. Bin ich zu gutgläubig oder gar bescheuert oder gibt es wirklich nur noch unseriöse Geschäftemacherei?
Von den Banken wissen wir es ja und stopfen unser Geld lieber wieder in die Strumpfsocke, bevor wir es diesen Gierhälsen in den Rachen schmeißen.
Dennoch lauern die Gefahren überall und man ist vor Überraschungen nicht gefeit.
Wir erinnern uns:
Im Oktober bekam ich diese ominöse Abmahnung bezüglich einer angeblichen Urheberrechtsverletzung in einer Tauschbörse. Ich weiß noch immer nicht was Tauschbörsen sind und will es auch nicht wissen, noch dazu war ich zum angegebenen Zeitpunkt nachweislich in Wien. Das hängt also bei mir in er Warteschleife und da bleibt es auch erstmal – anderenfalls werde ich mir was einfallen lassen müssen. So leicht lasse ich mich jedenfalls nicht zu Unrecht mit knapp 900 Euro abmahnen.
Im Dezember wurden von meiner Kreditkarte bummelig 250 Euro zuviel abgebucht, für angebliche Flüge, von denen ich gerne wüsste, wo ich denn hinfliegen soll. Gebucht habe ich jedenfalls nicht. Ich reklamierte. Bekam das Geld gutgeschrieben (aber nicht zurück überwiesen) und eine neue Kreditkarte.
Mitte Januar erhielt die Sonnensterntocher einen Brief von Vodafone, dass ihr DSL Komplett-Anschluss zum 1. Februar geschaltet wird. Völlig irritiert rief sie die Hotline an, was schon ein Abenteuer an sich war, weil sie sich um Teufel komm raus an keinen Vertrag erinnern kann. Wir haben doch schon DSL und sie hat gar kein Einkommen, um einen eigenen Vertrag zahlen zu können.
Die Hotline teilte ihr mit, dass sie am 23. Dezember einen Vertrag unterschrieben hätte. DAS war allerdings – nach Aussage der Sonnensterntochter – gaaaanz anders.
Mitten im dicksten Weihnachtseinkaufs-Endspurt-Trubel sprach man sie auf der Straße an, ob sie interessiert wäre und man ihr Werbung von Vodafone zuschicken dürfe. Sie bejahte, gab ihre Adressdaten an und hätte natürlich spätestens bei der Unterschrift stutzig werden müssen, weil das gar keinen Sinn ergab. Aber junge Leute sind da eben doch noch sehr unerfahren und arglos.
Nun also – ich halte diesen Abschluss dennoch für eine Täuschung und gerade bei Straßenverträgen hat man meines Wissens auf jeden Fall ein Recht auf Widerruf. Das tat sie dann auch schriftlich unverzüglich nach der Kenntnisnahme dieses angeblichen Vertrages (den wir noch immer nicht in Händen haben).
Wir drohten keine Sendungen anzunehmen und auch den angekündigten Techniker nicht ins Haus zu lassen. Dennoch wurde alles fristgemäß von Vodafone erledigt.
Das Gerätepaket kam, wir verweigerten die Annahme.
Der Techniker kam und wurde nicht ins Haus gelassen.
Und dann geschah die nächste Ungeheuerlichkeit. Der Telefonanschluss, der auf “unseren” Namen lautet (Vorname) wurde uns am 1.2.2010 abgeschaltet, obwohl es sich um einen Abschluss der Tochter handelt. Wir riefen den Störungsdienst der Telekom, die dann alles wieder richtete. Ich hätte ausflippen können.
Wir haben ein erneutes Widerrufsschreiben und eine Beschwerde per Einschreiben mit Rückschein an Vodafone geschickt. Noch sind wir aus der Nummer nicht raus.
Gestern dann der freundliche Anruf des Telekom-Mannes. Wir hätten ja unseren Internetanschluss auch noch bei einem anderen Anbieter. Ob wir nicht mal wieder alles unter einem Dach bei der Telekom haben wollen?
Ich war nicht abgeneigt. Das Angebot, das er mir unterbreitete, klang interessant. Ich bat ihn aber um die Zusendung von Informationsmaterial, nach den bisherigen Erfahrungen, wollte ich mir erst alles genau durchlesen, was wir da eventuell abschließen. Gesagt – getan.
Heute war der “Infobrief” der Telekom im Kasten. Und was sehe ich?
wir freuen uns, dass Sie sich für ein Komplettpaket von T-Home entschieden haben. Um dieses für Sie bereitzustellen, benötigen wir das von Ihrem bisherigen Anbieter bestätigte Vertragsende Ihres derzeitigen DSL-Anschlusses.
Senden Sie Ihrem bisherigen Anbieter daher bitte eine schriftliche Kündigung zu….. Ein vorbereitetes Kündigungsschreiben und eine Liste, in der die Kontaktdaten Ihres Providers enthalten sind, liegen diesem Schreiben bei.
Eine Information – welchen Anschluss ich bei der Telekom eventuell abschließen würde, enthält der Brief allerdings nicht.
Spinnen die eigentlich alle nur noch – oder bin ich blöd – oder zu alt für diese Welt?
Ich möchte lediglich vorher schwarz auf weiß lesen, worum es überhaupt geht. Ist das so schwer?