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Archive for Dezember 2008

Silvester

Je älter ich werde, desto weniger ist Silvester mein Tag.

Andererseits wird es kunterbunt hier. Die Kinder wollen lieber mit uns feiern als anderswo und von den Eltern allein gelassene 20 Jährige sammeln wir auch noch gern mit ein. Das hat schon wieder was Komisches an sich. Die freuen sich riesig, dass sie herkommen dürfen und so sind wir nachher 13 Leute bei Tisch, eine Zahl, die mir in – gewissen Stunden durchaus Abergläubische -, schon wieder Kopfzerbrechen bereitet. Ich sag ja, ist nicht mein Tag, ist doch albern sowas….

Ich lasse lieber Bilder sprechen.

Kommt gut rein und macht es Euch so schön wie möglich, auf unterschiedlichste Weise.

Gruß aus Hamburg

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Wir sehen, hören, sprechen, lesen uns in 2009.

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Gesagt und ungesagt

Durch meine Arbeit in der Redaktion weiß ich, wie deutlich man ein Thema in eine Richtung bringen kann,  nicht nur durch das was man schreibt, sondern auch in dem man weg lässt, Dinge, Tatsachen oder Menschen nicht erwähnt. Nicht Gesagtes hat auch immer eine Bedeutung, wird aber nur von denen erkannt, die darüber Bescheid wissen, allen anderen fällt es nicht auf.

Es ist das Ungesagte, das mich zum Jahreswechsel bewegt.

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Die letzten Tage führten mich zurück in eine Geschichte, die ihren Ursprung 1944 hat. Da nämlich heiratete die Schwester meiner Mutter nach Kopenhagen in Dänemark. Mitten im Krieg. Kontakte nach Deutschland waren indiskutabel und – gefährlich. Aber meine Tante, Exotin der Familie, scherte sich nicht darum und ging in Feindesland. Durfte nicht zu erkennen geben, dass sie Deutsche war, was man ihr auch nicht ansah.
Ihre kleine Tochter ließ sie bei den Großeltern und ihrer Schwester zurück, bis die Kleine 1946 auf Antrag mit einem DRK-Transport nach Dänemark „verschickt“ wurde. Da der Kontakt zwischen den beiden Ländern immer noch brach lag, erfuhren die Großeltern in Deutschland erst nach Monaten, dass ihre Enkelin heil angekommen war.

Sie wurde zunächst in der Wohnung versteckt, durfte, fünfjährig, kein Wort Deutsch sprechen, musste alles vergessen, was sie bisher gelernt und gelebt hatte und wurde auf dänisch „getrimmt“.

Bis heute ist die Verständigung schwierig. Zwar besuchte Marion viele Jahre später Deutschkurse und wir können uns auch ganz gut unterhalten, aber es ging nie wieder fließend und oft fehlen ihr die passenden Ausdrücke, wenn sie uns etwas erklären will. Dann wird sie wütend und ungeduldig und die letzten Tage musste immer wieder das Dänisch-Deutsch Buch gezückt werden, damit wir uns einigen konnten.

Unsere Familie ist eigentlich winzig. Ich habe keine Geschwister, mein Vater hatte keine, meine Mutter eine Schwester, Marion, meine Cousine, hat ebenfalls keine Geschwister und selbst auch keine Kinder.
Ich kenne es nicht anders, bin glücklich über meine Kinder, verlasse mich aber ansonsten lieber auf die Verbundenheit zu Freunden, die mir mit dem Herzen zugetan sind und nicht durch Familienbande.
Familie muss ja nicht immer gut zusammen passen.

Im Haus begegnete mir überall die Vergangenheit, weil Marion in allen Zimmern alte Bilder von meinen Großeltern, meiner Mutter, ihrer Mutter und sich hängen hat.

Und doch trennen uns Welten, die nicht nur in 20 Jahren Altersunterschied liegen.
Ich war öfters Geduldsproben ausgesetzt, wenn der Sturkopf meiner achtzigjährigen Mutter auf den Sturkopf meiner Cousine traf. Im Grunde meinten es beide gut, aber doch wollten sie der anderen ihre Meinung aufzwängen.

Ich saß mit der Nase in meinem Buch, habe hin und wieder mal hochgeschaut und mal der einen und mal der anderen Recht gegeben.

Angenehm war die Freundlichkeit der Dänen. Offen, lächelnd und darum bemüht es uns so bequem wie möglich zu machen, kamen sie mir unkomplizierter vor als wir Deutschen.
Dennoch gab es dieses Sprachproblem und ich habe zum ersten Mal erfahren, wie es ist, wenn man in einem Land unterwegs ist, in dem man die Sprache nicht versteht.  Alles geht über einen hinweg oder drumherum.
In einem dänischen Zug unterwegs habe ich mich doch etwas nervös an unserem Reiseplan festgehalten, um nachvollziehen zu können, wo die Reise uns längs führt und ob wir noch im Plan sind. Fragen konnte man niemanden, auch nicht auf Englisch, denn es war kein Schaffner zum Fragen da.

Das Umsteigen in Fredericia klappte dann doch besser als gedacht und ich war froh, wieder in einem deutschen Zug zu sitzen, in dem man die Durchsagen richtig versteht.

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In so einer richtigen Patchworkfamilie reist man ja zu Weihnachten aus aller Herren Länder an. Diesmal sogar aus Dresden die „möglicherweise-bald-Neu-Schwägerin“.
Nur mein Neffe und Patenkind Alex fehlte, Brisbane ist doch ein bisschen zu weit für den Weihnachtskaffeebesuch.

Jeder hatte seine Spezialität mitgebracht und – wie gesagt, dass Hühnerbein war immer dabei, schließlich musste man alles probieren.

Schwiema brach in Oh-Rufe aus, als sie neben der Tiramisutorte noch meinen Schokopuffer entdeckte. „Hast Du den doch noch gebacken? Ich hab es ja auch versucht, aber den kriegt ja keiner so hin wie du.“
Was meine Tochter später bestätigte. Das Jungvolk – womit Kinder, Neffen, Nichten und Fast-Schwiegerkinder gemeint sind, hat sich fast um meinen Schokopuffer gekloppt – „den trockenen hatten wir ja auch auf dem Tisch“, meinte die Sonnensterntochter, „aber den wollte keiner.“

Ich verstehe das alles nicht. Meine Mutter, Schiema, Freundinnen, alle quälen sich mit diesem Schokopuffer und atmen erleichtert auf, wenn ich einen spende.
Dabei ist das der einfachste Kuchen der Welt.  Sie müssten sich nur einfach mal von dem konventionellen Rezept trennen und den Teig mit mehr Gefühl machen. Ich bin damit in 10 Minuten fertig.
Und in meinem sind mindestens 500 gr. Schokoplätzchen drin und 4 Eßlöffel Rum und auf jeden Fall 4 Eier und die Schokoplätzchen rutschen nicht auf den Boden durch. Was machen die Leute nur immer mit dem schönen Teig?

Ich mache das in 4 Schritten. Zuerst 250 gr. Margarine, 250gr. Zucker und ein Ei verrühren. Dann 300 gr. Mehl und zwei Eier unterrühren. Dann 200 gr. Mehl und 1 Ei, Backpulver und einen Schuß Milch, glatt rühren, den Rum noch schnell dazu und dann die Schokoplätzchen. Bei 160 Grad Umluft höchstens 45 Minuten backen und der ist saftig und süßig und schokig und alles. 🙂

Nach dem Kaffee kam der Sekt, Likör, Whisky und Bier auf den Tisch. Schwiema hat mal mitbekommen, dass ihr Sohn gern einen Whisky trinkt und dann ist sie immer ganz stolz, dass sie dran gedacht hat und auch unter Androhung von Strafe kann er gar nicht anders, als sich daran zu probieren. Zuvor mussten kreuz und quer die „Fahrverhältnisse“ geklärt werden. Schwager zwei schlug vor, wir könnten später zur Wache gehen und alle mal pusten und der, der am wenigsten hat, könnte dann ja fahren. Diesen Plan verwarfen wir aber wieder, weil „unsere“ Polizisten sich an Feiertagen auf der Wache immer einschließen und bis man die rausgeklopft hat ist man schon zu Fuß am Ziel.

Zur allgemeinen Warnung meldete sich dann aber noch Hinnik zu Wort, der Altbauer. Mit sonorer Stimme sprach er eindringlich zu seinem Stief-Sohn: „Mien Jung, Du kannst dreenken so veel Du wüllst, dat is mi ganz egal, aber eens will ick di seggen, Alkohol fördert die Begierde, aber hemmt ihre Ausführung. Dat solltest Du bedenken. “ Dabei schaute er ihm tief in die Augen und schwenkte den erhobenen Zeigefinger.
Die angesprochene „mittlere“ Generation nahm es beeindruckt zur Kenntnis. „Man wird alt wie ne Kuh und lernt immer noch dazu“, meinte dann auch mein bio-ökologischer-Psychoschwager.

Ich griff dann auch zum Knechte-und-Mägde Bier, das „Gute“ stand nämlich versteckt im Keller und war für uns „Kinder “ nicht auffindbar, aber das Hardenberger-Dings-Irgendwas Pils war auch okay. Ich saß etwas hilflos mit meiner Flasche, bis Hinnik mir ein Glas rüberschob. Schwager 1 links von mir. „Bier trinkt man NUR aus der Flasche.“ Ich schaute ihn von unten an: „Ich aber nicht, ich brauch dafür ein Glas.“ Er schüttelte mit dem Kopf und fand das gehöre sich nicht, darauf meinte ich „Ich bin aber ein Mädel, ich darf das.“ Worauf er sich lachend geschlagen gab, was Schwager zwei nutzte, um sich mir zuzuwenden „Du saugst Dich doch bloß am Flaschenhals fest, gib´s doch zu.“

Ist es eigentlich sinnvoll Schwager zu haben? (grübel)

Dann ging es irgendwann zum zweiten Gang, dem Pizzafestival in die Küche. Die Männer erwiesen sich wieder als äußerst hilfreich. Sie beeindruckten mit dummen Sprüchen, im-Weg-stehen und alle Zutaten zwischendurch essend. Ich rührte den Teig und der Familienzuwachs aus Dresden staunte, „ein Fertigteig?“ „Ja, meinte ich, das geht viel einfacher und schmeckt oberlecker.“
Mondamin Fertigpizzateig in die Schüssel, lauwarmes Wasser zu, kneten und dann ab aufs Backblech, da staunten dann wieder alle, wie ich ein Glas aus dem Schrank griff und damit den Teig ausrollte, was viel praktischer ist als dieses unhandliche Nudelholz. „Wie jetzt“, meinte die Dresdnerin, „Du rollst das mit einem Trinkglas aus?“
„Ja“,  meinte ich, das geht super einfach und klebt überhaupt nicht“. Worauf sie kurz darauf beherzt zu Teig und Glas griff und das gleich ausprobierte. „Das ist ja genial“, meinte sie und beschloss endlich auch mal wieder eine Pizza zu Hause zu backen, was sie wegen des Aufwandes bisher unterlassen hatte.
Später beim Verzehren kam dann die zweite Erkenntnis „Der Teig ist ja wirklich sehr lecker“, meinte sie und fragte sich kopfschüttelnd, warum sie da bisher immer aufwändigen Hefeteig selbst fabriziert hat.

Tja, ich sagte ja schon, in der Küche bin ich ein Faultier und erfinde darum immer wieder Arbeitstechniken, die einem die Mühen erleichtern.

Jedenfalls war es wieder ein erfahrungsreiches und turbulentes Famlientreffen.

Und morgen geht es mit Omma per Zug nach Kopenhagen zum Verwandtenbesuch. Aus mehreren Gründen sehe ich  dem mit gemischten Gefühlen entgegen.  Unter anderem frage ich mich, was das für eine Reise wird. Omma hat ja schon seit Jahren Angst vor der Fahrt, weil der Zug aufs Schiff fährt und weil das Schiff soooooooooo groß ist und sie Angst hat, wir finden dann den Zug nicht wieder, wenn wir auf dem Schiff rumlaufen.
Ich dachte wir steigen da ein und am Ziel wieder aus. Aber Schwiema meinte jetzt auch gleich, es wäre gut wenn ich mitfahre, sie würde sich das auch nicht mehr zutrauen mit dem Schiff und das alles…..
Was ist denn das bloß für ein Schiff? Ich werde berichten, aber vielleicht nicht mehr in diesem Jahr.

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Dick aufgetragen

Das Hühnerbein guckt schon seit gestern oben heraus, dabei mag ich gar kein Geflügel. Weder Pute noch Gans oder Ente finden an Weihnachten den Weg auf unseren Esstisch. Und Fisch mag ich auch nicht. Und es gab auch kein Rentier 🙂 .

Das schränkt die Speisekarte schon etwas ein, trotzdem guckt das Hühnerbein raus.

Steaks von Rind und Schwein waren Heiligabend schnell gebraten.

Gestern gab es Grünkohl satt – leckerrrrr! Endlich mal was richtig Herzhaftes zwischen den Zähnen und dazwischen immer das Gift vom bunten Teller. Innerlich müsste eigentlich alles schon verklebt sein in mir und ich weiß genau, dass mir das nicht bekommt.  – Trotzdem steht gerade der Schokoplätzchenkuchen im Ofen und wird gerade 101_5462rechtzeitig zum Kaffee halbwegs abgekühlt sein und die Tiramisutorte wartet auf der kühlen Terrasse. Der eine oder andere meiner Leser durfte sie schon mal probieren. Meine Lieblingstorte, weil ich in der Küche ein Faultier bin und die nach viel mehr Arbeit aussieht, als sie macht.

Heute nachmittag also zweites Familientreffen – jeder bringt seine Lieblingstorte mit und abends basteln wir alle zusammen eine große Pizza in der Küche zurecht, jeder mit seinem Wunschbelag. Das ist besser als Gesellschaftsspiele.

Ich habe sowohl den Aquavit kalt gestellt als auch den Cognac schon mal in Reichweite gerückt. Die werde ich heute abend wohl beide brauchen, bevor ich ins Bett steige.

Gehabt euch wohl an diesem zweiten Feiertag UND esst nicht zu viel 😀 .

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Lesezeit – Gedankenreise

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Immerhin zwei Stunden habe ich mir heute vormittag  genommen. Im Sessel unter der neuen Leselampe sitzend in fremde Geschichten eintauchend. Lesend. Und dabei in mir selbst versunken. Mit Gedanken anderer beschäftigt, die von dem erzählen, was sich unter der Haut abspielt; dabei gleichzeitig in mich hinein sehend und horchend.

Es ist gut zu lesen, wie es anderen Menschen ergeht, was sie erleben und durchleben, was sie freut oder glücklich macht, was sie vermissen oder was ihnen weh tut.  Menschliche Regungen, die uns allen ähnlich sind.

Anschließend ein entspanntes Famlientreffen und heute abend verzieh ich mich wieder in den Lesesessel. 🙂

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Weihnachtswünsche

Schöne Weihnachten Euch allen!

kugel

Die schönsten Geschenke sind die, die von Herzen kommen.

Das wichtigste im Leben können wir nicht kaufen, darum ist es so wertvoll. Manchmal versteckt es sich hinter den

Geschenken, schaut also gut hin beim Auspacken. 🙂

Ich wünsche allen, dass vor allem davon genug unterm Baum liegt, durch die Luft fliegt, gedanklich verschickt wird

und auch ankommt.

In diesem Sinne. Schöne Tage!

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