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Archive for Juli 2009

Wer unser vollgepacktes Auto bei der Abreise gesehen hätte, würde nicht auf die Idee kommen,  dass ich etwas vergessen habe und doch gibt es Dinge – die passen nicht in den Koffer. Mein Gehirn zum Beispiel, dass muss ich irgendwo auf dem Weg über das Wasser verloren haben. Vielleicht ist es von der Fähre geplumpst.
Jedenfalls bewege ich mich hier überwiegend intelligenzfrei auf der Insel und es gibt keine blöde Frage, die mir nicht zu blöd ist. :-))

„Die Straße sieht ganz anders aus, waren wir hier schon mal?“
„Du vielleicht nicht, Du kommst ja jedes Jahr neu hierher, wir waren schon 30 Mal hier – mindestens“, antwortet dann der Ingenieur resigniert.

„Welche Richtung liegt eigentlich Nieblum? Und ist der Leuchtturm da drüben auf Amrum oder Sylt?“
Mit solchen Fragen kann ich meine Familie in den Wahnsinn treiben …

Den ganzen Tag nichts als Weite, Himmel, Wasser, Watt und F r e i h e i t.
Nur alle paar Tage zieht es mich dann doc h ins Internetcafe. Zwar ist mein Blick immer hektisch auf die ablaufende Gebührenuhr gerichtet und ich springe gehetzt von einer Seite zur nächsten, was wollte ich jetzt gleich noch mal… , aber ganz lassen kann ich es dann doch nicht, den Blick in die virtuelle Welt.
Da wartete dann das nächste Problem, meine Passwörter. Egal wie einfach und logisch ich sie auch angelegt habe, ich kann mich an kein einziges erinnern. Herr laß Hirn vom Himmel wachsen. Ich habe also eine geschlagene Stunde gebraucht, um wenigstens meine Mails öffnen zu können und mich hier mal kurz zu Wort zu melden. Warum eigentlich – geht es mir grad durch den Kopf? Warum lasse ich nicht einfach die Welt, Welt sein und – BIN – einfach nur. Hier. Auf der Insel – abgeschieden und abgeschaltet?
Letzteres stimmt ja sogar fast und ich rudere dagegen an, indem ich mir neue Passwörter bastel, die ich dann wieder vergessen werde…

Hin und wieder will ich halt nur testen, ob nicht doch noch ein wenig Hirn übrig geblieben ist, dass ich am Ende des Urlaubs aus dem Sand klauben und mühsam mit auf die Fähre schleppen kann.  🙂
Ich lasse mich hier fallen, treiben, manchmal ziehen und blicke den Wolken aufatmend hinterher.
Wenn ich nicht alle Internetseiten besuche, ihr wisst schon, dann liegt es an den Passwörtern… ich habe längst noch nicht alle wieder zusammen.

Bis später. Macht es gut und für diejenigen, die noch nichts gehört haben von mir, einige Karten und Briefe sind noch unterwegs oder … in der Planung. 🙂

Eine Meeresbrise hierlassend verschwinde ich jetzt wieder, ab in die weite Landschaft der intelligenzfreien Gefühlsgedanken. 😉

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Morgen geht es ins Land der Leuchttürme – auf meine Ferieninsel an der Nordsee. Aus diesem Anlass „leihe“ ich mir mal ein Foto von meinem Lieblingsbild aus Alfs Sammlung aus. leuchtturm

16 Tage Wind, Wellen, Wasser, Sand und dem Himmel so nah. Ich werde in einer Gedankenwolke am Meer entlang gehen und die Erinnerungen werden mich begleiten.   An der Nordsee bin ich näher dran als irgendwo sonst.
Ich mache mich auf die Reise und lasse es auf mich zukommen, wohin sie mich führen wird…

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Die letzten Wochen habe ich mich in einen Strudel hektischer Betriebsamkeit gestürzt. Zum Teil nicht vermeidbar, zum Teil selbst gemacht. Langsam kehrt nun Ruhe ein und mit ihr ergreifen auch die stillen Gedanken wieder Besitz von mir. Ich habe sie schon ein wenig vermisst die letzten Wochen, aber vielleicht musste ich erst neue Kräfte sammeln, habe lieber verdrängt, als mich mit dem zu befassen, was mir so nah ist.

Ich bin froh, dass nun wieder eine neue Phase anbricht und mich auch wieder ein Stück in mich selbst zurückkehren lässt. Vor ein paar Tagen sah ich nachts aus dem Schlafzimmerfenster in das silbrige Licht des Mondes, das hell an einem schwarzen Himmel leuchtete und von Wolkenschwaden umzogen war. Ich fühlte mich so verbunden mit all dem was dahinter liegt…

Die nächsten Wochen werde ich viel Zeit haben für Erinnerungen.  Zeit für die Auseinandersetzung mit all meinen Gedanken und auch, wenn mir dabei vieles noch sehr nahe geht, tut es gut, Raum und Gelegenheit dafür zu finden darüber zu schreiben.
Ein Teil von mir liebt es, der Melancholie nachzuhängen, solange ich rechtzeitig den Absprung schaffe mich nicht zu tief hinein ziehen zu lassen.  Bewusst wahr zu nehmen, was ich vermisse, zu fühlen was mein Herz sagt.  Die letzten Wochen hatte ich weder die Zeit noch die Kraft mich dem zu stellen. Umso wichtiger ist es mir nun, wieder auf das zu horchen, was mich ausmacht.

Zuviel Verdrängung stumpft ab. Ich möchte fühlen und mich nicht immer davon ablenken, was mich in all den Jahren geprägt hat. Und doch werde ich mich nicht nur um mich selbst drehen.
Ich werde in den nächsten Wochen viel Lesen, Geschichten von Menschen über Menschen, über das Leben und die Gefühle, die uns alle bewegen. Ich werde Musik hören und mich von den Texten tragen lassen.

Ich freue mich auf diese stille Zeit, auch wenn dabei die eine oder andere Träne fließen wird. Leben bedeutet fühlen, sich selbst wahr nehmen und das geht nur, mit den Menschen, die in mir sind, hier – und auf der anderen Seite.

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Auch wenn die Temperaturen zu wünschen übrig lassen, gab es an diesem Wochenende reichlich Gelegenheit dem Sommer zu frönen. Allerlei Veranstaltungen sorgten dafür, dass man den Sommer auch ohne strahlenden Sonnenschein fühlen konnte.

Wie schon kurz erwähnt, waren wir am Freitag ja bei der Oldie-95 Summertime Party. Ich habe mich nur zu gern in die Musik fallen und mich treiben  lassen – ein schöner Abend. Und wieder einmal habe ich festgestellt, wie sehr ich mich von Kleinigkeiten beeinflussen lasse. Lockt mich der Titel „Malle-für-Alle“-Party so gar nicht, weil ich das Gefühl habe, nicht zur Zielgruppe zu gehören, hat mich die wahrscheinlich sehr ähnlich geartete Summertime Party auf Anhieb angesprochen. Vermutlich hat das auch seinen guten Grund, umso erfreuter bin ich über diese neue Sommerparty.

Gestern ging es dann trotz dicker Wolken, bunt und schrill in Hamburg zu. Schlagermove 2009 – auch das konnte ich mir nicht entgehen lassen. Auch wenn ich auf jeglichen Sonnenblumen-Schnickschnack verzichtet habe und „nur“ Zuschauer war, hat es viel Spaß gemacht und ich habe wieder einmal festgestellt, dass man zu deutscher Schlagermusik richtig gut abfeiern kann, auch wenn wir sie den Rest des Jahres verhöhnen. schlagermove-a

schlagermove-b

schlagermove-c

Toll zu sehen, wie sich Hundertausende Menschen friedlich, fröhlich, laut und bunt durch die Stadt schoben.

schlagermove12

Für alle, die es hören und sehen möchten, habe ich hier noch ein youtube Video gefunden. Viel Spaß.

Abends sind wir dann im Fernsehen noch beim WDR hängen geblieben und haben uns von den Bildern „Kölner Lichter“ verzaubern lassen. Der Rhein in Flammen, Feuerwerk, beleuchtete Schiffe, klassische Musik – der Sommer hat viele Gesichter.
Unabhängig vom Wetterbericht war das also ein sommer-volles, musikträchtiges Wochenende.

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In einer ohnehin schon arbeits- und ereignisreichen Woche stand auch noch der Besuch im Hamburger Rathaus und der Bürgerschaft auf dem Terminplan.
Ich war ja schon mehrfach im Rathaus in den letzten Jahren. Habe Sitzungen des Schulausschusses verfolgt, war auch mal zu einer Diskussion in den Kaisersaal eingeladen und fühlte mich dort schon ein wenig vertraut. Dabei musste ich jetzt feststellen, dass ich lange noch nicht alles gesehen habe und auch vieles rund um das Rathaus nicht wusste.

Einige hanseatische Besonderheiten zum Beispiel, die der Grund dafür sein können, dass man uns außerhalb Hamburgs vielleicht für eingebildet hält.  Zum einen ist das unser norddeutsches Naturell, nicht gleich mit jedem auf Du und Du zu stehen, zum anderen liegt es an der Geschichte der Hanse, dem reichen Bürgertum, dem Freiheitsdrang, dem sich alle verschrieben haben. Hamburger unterwerfen sich nicht, sie sind stolz und selbstbewusst.

So geht ein Hamburger Bürgermeister seinen Staatsgästen niemals entgegen, sondern bleibt oben an der Treppe stehen und lässt die Gäste zu sich hinauf schreiten. Drei Ausnahmen hat es bisher gegeben. Sowohl der englischen Königin, als auch der schwedischen und holländischen ist er wenige Stufen entgegen gegangen, als Tribut an die Weiblichkeit und nicht etwa weil sie gekrönte Häupter waren.

Wie uns ein Bürgerschaftsabgeordneter versicherte, hat es auch mit der Skulptur des Kaisers Heinrich des VI eine besondere Bewandtnis. Dahinter verbirgt sich nämlich eigentlich Heinrich der IV. Nun könnte man meinen, da hat sich nur einer in der Beschriftung der römischen Zahlen nicht so ausgekannt – das soll aber nicht der Grund sein.
Ursprünglich hatte man die Skulptur nach dem Modell Heinrich des IV entworfen, der dann aber seinen Gang nach Canossa antrat, um sich dem Papst zu unterwerfen. Das wiederum war undenkbar,  die Unterwerfung vor einem kirchlichen Oberhaupt ging gar nicht für die Hamburger. Da aber die Neuanfertigung einer Skulptur Heinrich des VI weiteres Geld gekostet hätte und man ja nun eine Figur übrig hatte, wurden einfach die Namensschilder ausgewechselt. So sieht man also Heinrich den VI nach den Maßen Heinrich des IV.

Dazu passt eine weitere überlieferte Anekdote. Im Festsaal hängt ein großes Gemälde von Hugo Vogler. Man sieht dort u.a. eine Prozession und ihr Anführer blickt auf etwas zu Boden, schaut aber nicht die Menschengruppe an, die ein Stück entfernt vor ihm steht. Ursprünglich kniete hier nämlich ein Bürger vor ihm, auf den er hinunter schaut. Auch das ein No go für die Hamburger, die Figur musste nachträglich wegretuschiert werden, ein Hamburger kniet nicht vor anderen.
Ich musste lächeln, mir sind diese Geschichten sehr sympathisch.

Anschließend an die Führung hatten wir die Gelegenheit auszugsweise an einer Bürgerschaftssitzung teilzunehmen. Leider war das Thema AKW-Krümel schon abgehandelt und die Krawalle im Schanzenviertel wurden vertagt. So wohnten wir weniger interessanten Themen bei. Dennoch war es aufschlussreich zu sehen, womit sich die Abgeordneten während der Sitzung so beschäftigen. Sie laufen im Saal hin und her, unterhalten sich mit anderen Abgeordneten, blättern in Papieren, gehen rein und raus und man fragt sich, wer eigentlich den Rednern zuhört. Das wäre mir zu frustrierend, eine Rede auszuarbeiten, sie vorzutragen in der Gewißheit, dass nur eine handvoll Leuten zuhört.

Dennoch sind bei der Abstimmung dann wieder alle hellwach und heben so schnell ihre Finger zu den einzelnen Fragen, dass ich kaum mitbekam, wie man so schnell ein Ergebnis feststellen kann. JA/NEIN/ENTHALTUNGEN, die Abfolge der Fragen erfolgt so rasant, wenn man da einen Moment zu spät oder zu früh den Finger hebt, hat man die eigene Abstimmung vergeigt.
Das liegt wohl daran, dass alle schon genau wissen, was abgestimmt wird und von ihren Fraktionen auch schon konkrete Vorgaben vor sich liegen haben, wie sie zu welcher Frage abstimmen sollen. So ist das also mit der Demokratie. Von dem Fraktionszwang hat man ja schon oft gehört, dennoch wusste ich nicht, dass er so konsequent durchgeführt und offenbar von den meisten auch eingehalten wird.

Für mich einmal mehr die Bestätigung, dass ich doch lieber politische Stadtteilarbeit mache, statt mich in politische Parteiarbeit zu stürzen.

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Belohnung

Nach einer Mega-anstrengenden Woche gehen wir heute abend hier hin. Ich bin zwar etwas müde und würde mich von alleine heute vielleicht nicht mehr aufraffen, aber die Karten haben wir ja schon – das ist das Gute. 🙂 summertime

Bin mal gespannt, wie es uns gefällt.

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Urlaubsreif

Leere im Kopf, wabernde Wattebäusche in den Zwischenräumen, so ungefähr ist mir heute abend und ich werde wieder todmüde ins Bett fallen. Zwei Wochen noch durchhalten und es geht munter so weiter, Abgabetermine, Einladungen, halb offiziell, halb privat und ab Donnerstag beginnt dann auch noch meine allererste Wurzelbehandlung beim Zahnarzt. Ich kann nicht sagen, dass ich mich darauf freue, aber wenn man weder links noch rechts schmerzfrei zubeißen kann, muss man ja irgendwo mal anfangen, die Baustellen zu beseitigen.  Dazu familiäre Turbulenzen bei denen ich versuche die Ruhe zu behalten. Und möchte jemand für mich bügeln…. vielleicht? 😉

Heute abend jedenfalls merke ich selbst, dass ich etwas gereizt bin und aufpassen muss, was ich sage. Solche Tage hat man ja mal. Da hilft nur früh ins Bett, lesen – wenn ich das noch schaffe und Musik hören.

Ich hoffe, hier gibts bald wieder mehr von mir und Lesenswertes!

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