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Archive for November 2010

Solange ich denken kann, lag mir das Schreiben mehr als das Reden. Gedanken in Worte zu fassen und aufs Papier zu bringen, Gefühle auf diese Weise zu verarbeiten und wieder einen klaren Kopf zu bekommen. Geschichten zu erzählen, die ich erlebe, beobachte oder auch mal ausdenke, damit konnte ich einst Stunden, Tage verbringen.

Vor Jahren wurde die Lust aufs Schreiben, die ich schon in der Schulzeit verspürt habe, in Briefen neu geweckt. Es gab einige Menschen in meinem Umfeld, die sehr begeistert von meinen Geschichten und Briefen waren. Für mich waren das glückliche Zeiten, meine Texte erwachten zum Leben, meine Gedanken, die ich sonst für mich behalten hätte, wurden sichtbar und wahrgenommen.
Den Höhepunkt erreichte mein Schreibglück vor knapp 15 Jahren, als ich mir mit dem Weltenbummler wahre Briefschlachten lieferte. Anregend, unterhaltsam und motivierend.

Dann begann ich immer öfter auch andere Texte zu schreiben. Für Vereine, die Schule und was sich sonst so ergab.

Seit 7 Jahren leite ich eine Schulredaktion und versuche alle interessanten Themen in der Schule nach draußen zu transportieren. Unterricht und Projekte auch für Eltern greifbar zu machen, habe ich als spannende Aufgabe gesehen und viel Kraft und Zeit in diese Arbeit investiert.

In den letzten Jahren ist die Lust auf private Texte immer mehr in den Hintergrund geraten – ich möchte schon mal wieder so schreiben, wie am Anfang, aus dem Herzen heraus, merke aber das ich immer öfter dabei bin Routinetexte zu schreiben – weil es so erwartet wird.
Ich bin schon seit einer ganzen Weile unzufrieden und fühlte mich gestresst und gehetzt. Es ist immer mehr nur noch ein Job, den ich ausübe und die Lust, Texte zu verfassen, die man gerne liest, geht mir grad ein wenig verloren.

Momentan bin ich auf einem neuen Tiefpunkt angekommen. Meine Texte werden auf Herz und Nieren geprüft, allein auf ihren „Verkaufswert“ hin und nicht auf ihre Lebendigkeit, den Klang und einem gewissen Herzblut. Die Lust am Schreiben geht mir verloren, je mehr von mir erwartet wird, dass ich Texte „produziere“.

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