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Archive for März 2011

Meine Liebe zu Büchern kann ich gar nicht so einfach erklären. Ich gehe gar nicht so sorgsam mit ihnen um, als wären sie mir heilig, so wie sich das gehört, wenn man etwas sammelt.

Ich benutze sie. Tauche ein, lasse mich entführen, verführen, bewundere oft ihre wunderbare Sprache und haben großen Respekt vor den Schriftstellern, denen es gelingt, Worte wie Musik klingen zu lassen. Ich gebe zu, nicht allen literarischen Höhenflügen kann ich immer folgen. Manchmal weigert sich mein Hirn die  Gedankenwindungen aufzunehmen und doch kann ich mich dann noch an den Worten freuen und manch schön klingenden Sätzen.

In Buchläden kann ich Stunden zu bringen und nur selten kann ich den Begehrlichkeiten widerstehen.

Die Buchmesse in Leipzig habe ich immer etwas sehnsüchtig aus der Ferne betrachtet. Sie strahlt für mich einen Charme aus, der bis nach Hamburg dringt.
Nun ist Leipzig außerdem eine Stadt, die für mich aus persönlicher Erfahrung aus anderen Städten heraus tritt. In einer Reihe von Städtenamen hat Leipzig einen besonderen Klang, den ich nicht überbewerte, aber gelten lasse. Gerne würde ich mir die Stadt auch einmal genauer besehen, aber dafür braucht man sicher 1-2 Tage Zeit.

Ob das letztlich den Ausschlag gegeben hat, mir die Fahrkarte wirklich zu holen? Mag sein. Aber es ist und war und bleibt eine reine Bücherreise, an die ich mit Freuden zurück denke.

Mein erster Eindruck – die Messe ist riesig. Zum Glück hatte ich viel Zeit und konnte mir in jeder Halle alles in Ruhe besehen. Ich hatte einen Plan dabei und mir schon angestrichen, welche Bereiche mich besonders interessierten.
Zunächst war es reine Neugierde die mich durch den Eingangsbereich trieb, in dem viele Fernsehanstalten einen Stand hatten – Bücher gab es schon auch, aber noch nicht so überschaubar.
Nach der ersten knappen Stunde betrat ich Halle drei und kam aus dem Staunen nicht heraus. Als erstes fiel mir auf, wie ruhig es dort war, trotz der Menschenmengen. Dann sah ich die vielen kleinen Stände der einzelnen Verlage und beobachtete erst nur eine Weile die Menschen – lesend, schauend oder ins literarische Gespräch vertieft. Mir fielen auch einige Prominente auf, die unter die Autoren gegangen sind. Es gab so viel zu gucken, dass ich noch nicht zum Lesen kam. Beeindruckt hat mich auch die große Gelassenheit der Verleger, Buchhändler und Autoren, die mitten im Getümmel an Tischen saßen und ganz vertieft in ihre Gespräche waren.

Erst nach einer geraumen Zeit trat ich an die Regale und nahm das eine oder andere Buch in die Hand. blätterte und setze mich schließlich in eine der vielen Leseecken, um eine Weile zu schmökern. Ganz langsam verlor ich Raum und Zeit und dann ließ ich mich treiben. Von Stand zu Stand, von Regal zu Regal. Und die vielen um mich herum lesenden Menschen waren dabei eine atmosphärische Zugabe, die diese Messe von anderen abhob.

Um die Mittagszeit übermannte mich Müdigkeit von der Reise und der nach stundenlangem Laufen anstrengenden Messeluft und ich verweilte eine Zeit am Rande einer Gesprächsrunde, die über ein Film- oder Hörbuchprojekt berichtete, der ich aber nur beiläufig folgte und in den Sitz gelehnt die Augen schloß. Verschnaufpausen gehören auch zum Lebensgenuss.
So sah ich überall verteilt Oasen der Ruhe, in denen es sich die Besucher gemütlich gemacht hatten.

Mein Rundgang führte mich im Anschluss auch in diverse literarische Gespräche, die kurzweilig und interessant waren. Besonders gefallen hat mir hier ein Auftritt von Ulla Hahn, deren Buch – das verborgene Wort – ich noch in guter Erinnerung habe. Ihr Fortsetzungsbuch hat mich jedoch abgeschreckt, da es mir zu düster erschien. Nachdem sie eine Weile darüber sprach, bin ich nun aber doch neugierig geworden und werde mich vielleicht doch noch mal daran wagen.

Natürlich führte mein Weg mich dann auch in die Messebuchhandlung. Schließlich wollte ich auch etwas in Händen halten, was ich mit nach Hause nehmen kann. Die Entscheidung fiel jedoch nicht so leicht. Die neu vorgestellten Bücher sind mir noch fremd, ich muss noch mehr über sie in Erfahrung bringen, um sicher zu sein, welches für mich in Frage kommt. Das werde ich in den nächsten Wochen erkunden, gibt es doch allerlei Magazine u.a. von der ZEIT, die einen Überblick über die Neuerscheinungen geben.
Ich wollte auch nicht irgendein Buch kaufen, dass ich zu jeder anderen Zeit kaufen könnte. Doch dann fiel mir der große Bildband in die Hände „Die schönsten Buchhandlungen Europas“, von Rainer Moritz, dem Leiter des Hamburger Literaturhauses. Schon das Anfassen des Buches war eine Freude und noch mehr überzeugte es mich, da die wunderschönen Bilder mit ausführlichen Geschichten rund um die Buchhandlungen verknüpft sind.
Dieses Buch habe ich mir mit nach Hause genommen, es ist die perfekte Erinnerung an diese Reise und meinen Besuch auf der Buchmesse.

Von Leipzig habe ich außer dem Bahnhof nichts weiter gesehen und doch hat mir der Gedanekn gefallen in Leipzig zu sein.

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Gestern morgen stand ich mal wieder mit Reisefieber am Hamburger Hauptbahnhof. Und es kam mir dann doch wie eine Schnapsidee vor, was ich mir da vorgenommen hatte. Vor einigen Wochen schon habe ich einem spontanen Wunsch folgend, eine Fahrt nach Leipzig gebucht – zur Buchmesse. Ein lang gehegter Wunsch, den ich mir nun erfüllen wollte.

Aber als ich gestern morgen kurz vor 7 Uhr auf dem Hauptbahnhof stand, war ich mir nicht mehr so sicher, ob das eine gute Idee war. Ein endlos langer Tag schien vor mir zu liegen und alles schien so ungewiß. Das ferne Ziel, das Zurechtfinden in einer fremden Stadt. Plötzlich war mir mulmig zumute, als würde ich sonstwo hinfahren, dabei war es doch nur ein Tag, genau genommen, war ich 16 Stunden später schon wieder zu Hause.

Als ich dann im Zug saß und wir aus dem Bahnhof rollten, war alles gut, das Reisefieber wechselte sich mit einer aufgeregten und neugierigen Vorfreude ab.

Und ich begann die Fahrt zu genießen. Ich mag Bahnreisen – wenn nicht gerade gestreikt wird oder ich umsteigen muss und aufgrund von Verspätungen meine Anschlüsse nicht bekomme.
Ich achte dabei allerdings immer darauf einen Platz am Gang zu buchen. Fensterplätze mag ich nicht, da fühle ich mich eingeengt von meinem Sitznachbarn, den ich bei jedem Verlassen des Sitzes bitten müsste aufzustehen. Umgekehrt stört mich das nicht. Aber auch die Vorstellung vielleicht einen unangenehmen Mitfahrer neben mir zu wissen, löst ein Gefühl der Bedrängnis in mir aus, das ich im Gang nicht spüre. Dort könnte ich jederzeit aufstehen und gehen oder mich wegdrehen.
Aber abgesehen davon, mag ich es mit vielen Menschen in diesem bequemen ICE zu sitzen und durch die Landschaft zu gleiten.

Das Einfahren in Bahnhöfe großer Städte und die Illusion, man könnte einfach aussteigen, die nur als „Vorstellung“ ihren Reiz hat und mir etwas von Freiheit und Weite suggeriert. Real würde ich mich schnell verlassen fühlen und frieren so ganz ohne Anlaufziel.

Ich mag auch das Warten auf Bahnhöfen, die letzten Minuten bevor der Zug einfährt. Die vielen Menschen und Geschichten um mich herum. Auch deshalb muss ich immer mal wieder auf Reisen gehen.

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