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Archive for August 2015

Das Wetter lud heute zu einem letzten Bummel über den Sommerdom ein, der morgen zuende geht.
Andere verbrachten den Abend dagegen lieber im Fußballstadion. Kurz vor 22 Uhr trafen sich beide Welten. Die Fußballfans strömten auf den Dom – nüchtern waren sie nicht mehr (höflich ausgedrückt).In U- und S-Bahn begegneten wir ihnen in Rudeln und sie machten einen ganz friedlich-fröhlichen Eindruck.

„Wollen wir fragen oder lieber googeln?“ fragte meine Freundin. Ich entschied mich für die Webseite des Vereins, nicht das man noch jemanden auf dem falschen Fuß erwischt, auch wenn die Gesichter eine andere Sprache hatten.

Und dann das unglaubliche 3.2 für den HSV – kann es denn möglich sein? Die haben tatsächlich gewonnen.

Sekunden später hätten wir die Suchmaschine nicht mehr gebraucht. Die Menge in der Bahn fing an zu hüpfen „Hamburger Jungs, Hamburger Jung…“ eine von Lotto´s Hymnen. „….Eins kann mir keiner nehmen…. und das ist die pure Lust am Leben“. In diesem Moment grinsten alle Fahrgäste still vor sich hin und waren mit den Fußballfans vereint – Hamburger.

Der Zug rollte in den Hauptbahnhof ein, die Türen öffneten sich ….. „Ole, ole, ole, ole….“ tönte es vom Bahnsteig.

Nun steht es fest: Wir sind Meister. Hamburger Meister, Deutscher Meister, Weltmeister…..????

Auf jeden Fall Optimisten-Meister!!!

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Es liegt nun schon gut 10 Jahre zurück, seit ich mir eingestehen musste, dass die Buchstaben in der Zeitung einfach zu klein für meine Augen wurden und die Arme zu kurz.
Ich begleitete meinen Sohn zum Optiker, der einen Sehtest für den Führerschein machen musste und bestellte mir dann ganz nebenbei meine erste Lesebrille. Unauffällig mit ganz dünnem Rand.

Ein erhebendes Gefühl, wieder alles lesen zu können, aber wohin mit dem guten Stück für den Rest des Tages, wenn ich nicht mit Lesen beschäftigt war? Sie lag mehr oder weniger überall…. und nirgends.
Verkrümmelte sich in der Handtasche oder noch besser in Jackentaschen, die sie dann mit in die Waschmaschine nahmen…., ich setzte mich drauf, verlor sie im Auto, unter dem Sitz…., das ging nicht lange gut. Nach ungefähr einem Jahr war sie komplett verbogen und irgendwann ganz weg…
Dann kaufte ich mir die erste Lesebrille im Supermarkt und gleich noch eine zweite als Ersatz. Und ich gewöhnte mir an, die Brille nach Gebrauch hoch zu schieben, wo sie dann ihren Stammplatz bekam, auf dem Kopf gleichzeitig als Haarband. Das war/ist äußerst praktisch, sie ist immer zur Hand, wenn man sie braucht und eben so schnell wieder aus dem Weg.
Nach etwa 3 Monaten machte es das erste Mal „Knack“ auf meinem Kopf. Der Rahmen war gesprungen und das Glas saß nur noch locker in der Fassung. Der Ingenieur klebte den Rahmen. Dann verlor ich die Schrauben an den Bügeln, auch das konnte anfangs repariert werden. Länger als ein Jahr hielten die Brillen nie.

Mit der Zeit wurden die Augen auch schlechter, die Stärke musste erhöht werden. Im letzten Jahr plagte mich das Gewissen, dass diese ewigen Lupenbrillen aus dem Discounter der Gesundheit nicht unbedingt zuträglich sind und ich beschloss mir wieder mal eine Brille beim Optiker zu kaufen.
Der Sehtest ergab einen erheblichen Unterschied zwischen dem linken und dem rechten Auge, die Lesebrille wurde entsprechend angepasst und man empfahl mir das auf jeden Fall auch noch mal beim Augenarzt abzuklären.

Stolz trug ich die neue Brille in ihrem Etui nach Hause und ging sehr sorgfältig mit ihr um – das bedeutete auch, sie nicht mehr ständig auf den Kopf zu schieben, um den Rahmen nicht zu beschädigen. Sicherheitshalber hatte ich mich für ein Metallgestell entschieden, dass robuster ist, als andere Fassungen. Nun tauchte wieder das Problem des Aufenthaltsortes der Brille auf.

Eine schweißtreibende Angelegenheit, aber ich ließ mich nicht entmutigen.

Die Brille befand sich gut vier Monate in meinem Besitz. Es war an einem regnerischen Sonntagmorgen und ich fuhr mit dem Rad zum Brötchen holen. Die Brille schob ich in die Jackentasche, um sie vor dem Regen zu schonen – ohne Brille fühle ich mich inzwischen unsicher, das Kleingeld im Portemonnaie lässt sich nicht mehr so gut auseinander halten…
Beim Bäcker kam ich aber dieses Mal ohne Lesehilfe aus. Wieder zu Hause, leerte ich gleich meine Jackentasche und stellte mit Schrecken fest….. keine Brille. Sofort bin ich den ganzen Weg zu Fuß abgelaufen, es war menschenleer auf der Straße und ungemütlich…, die Brille war unauffindbar auch eine Nachfrage beim Bäcker blieb erfolglos.

Seither habe ich wieder nur die Billigbrillen.

Auch ein Besuch beim Augenarzt ist bisher ausgeblieben. Die Ärzte in unserem Stadtteil haben alle einen schlechten Ruf und wenn man wirklich mal eine Empfehlung hat, bekommt man gleich am Empfang zu hören, dass leider keine neuen Patienten mehr aufgenommen werden können.
Gute Vorsätze allein reichen also nicht. Die Lesebrille ist und bleibt problematisch.

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