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Archive for April 2016

Gestern ist das neue Album von Udo Lindenberg herausgekommen „Stärker als die Zeit“ und man kommt in diesen Tagen einfach nicht an ihm vorbei. Anläßlich seines anstehenden 70. Geburtstages stehen die Zeitungen voll über Udo-Geschichten. Morgen abend gibt es in der ARD sogar eine Doku, direkt nach dem Tatort.

Ich war niiie ein Udo Lindenberg Fan. Dafür fehlte mir vielleicht der Blick über den Tellerrand, die Neugier mich auf etwas einzulassen, was ich nicht auf Anhieb verstehe…  Aber man entwickelt sich und zwar von beiden Seiten. Zu Beginn seiner Karriere war Udo so weit weg von meiner Lebenswirklichkeit, dass seine Musik und mein Musikgefühl sich gar nicht begegnen konnten. Und auch jetzt muss ich mich immer noch an das coole Genuschel gewöhnen.
Aufmerksam geworden bin ich erstmals bei seinem MTV Unplugged Konzert, was auch schon wieder einige Jahre zurück liegt. Dieses Konzert mit vielen seiner Musikerkollegen war für mich voller Überraschungen. Es war im Prinzip meine erste Begegnung mit Udo Lindenbergs Musik. Klar kannte ich den Sonderzug – aber auch der fuhr damals ziemlich lässig an mir vorbei.
Über die Brücke, die die anderen Künstler mir bauten, ließ ich mich also auf das Unplugged Konzert ein und staunte über die schöne Musik, die teilweise richtig tollen Lieder. Das hatte ich nicht erwartet.

Seither nehme ich Neuigkeiten rund um Udo Lindenberg zur Kenntnis. Wir waren auch schon in Berlin und haben das Musical geschaut, ebenfalls berührend.
Und immer wieder gerne lese ich darüber, wie er sich in unserem schönen Hamburger Hotel häuslich eingerichtet hat. Ich würde es sehr vermissen, wenn er nicht mehr dort wohnen würde, auch wenn ich ihn dort sicher nie besuche. Aber er gehört so zu Hamburg und das fühlt sich gut an.

Nun also hört man auf allen Kanälen von seinem neuen Album und ich konnte nicht umhin gleich mal bei itunes Probe zu hören, mit dem Ergebnis, dass ich es gleich darauf gekauft habe, davon wollte ich in jedem Fall mehr hören.
Und was soll ich sagen? Ich bin geradezu geflasht!

Wieder die Überraschung beim Hören. So nachdenkliche und vielfache lebensnahe Texte, die sicher eng mit Udos Leben verknüpft sind und die Musik dazu und seine Art es zu singen, sind berührend und leicht zugleich. Man wippt mit dem Fuß, man summt mit und  ist gleichzeitig ergriffen von der Wahrheit der Texte. Zauberhaft.

Ich könnte es rauf und runter hören und bin immer noch ganz ungläubig, dass das wirklich Udo Lindenberg ist. Entweder hatte ich die Jahrzehnte davor Scheuklappen auf Augen und Ohren oder es hat sich etwas entwickelt….
Udo ist vielleicht reifer geworden  – mit 70 nun doch kein Teenager mehr und ich – bin vielleicht mit dem Alter offener geworden, toleranter, bereit mich auf Dinge einzulassen und dann entdeckt man eben auch solche Perlen.

Ich wünsche ihm jedenfalls, dass er seinen Erfolg jetzt eine Weile genießen kann und noch Kraft für viele Jahre hat, um uns weiter so galaktisch zu überraschen. 🙂

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Da bin ich im letzten Jahr so schwungvoll gestartet mit dem festen Vorsatz diesen Blog wieder zum Leben zu erwecken und dann … bin ich schnell wieder verstummt.
Zum Teil lag es an den Ereignissen die uns alle berührt haben. Die Weltlage, die vielen schrecklichen Nachrichten. Ich hatte so viel in mir …. vor allem Verwirrung und Bestürzung über die Stimmungslage in unserem Land. Es hat mich sprachlos gemacht.
Ich konnte nicht darüber schreiben, weil ich mir kein Urteil anmaßen wollte, es schien mir alles so komplex, dass ich bald selbst nicht mehr wusste, was richtig ist. Das viele, viele tausend Menschen in Not sind, das schien mir das Wichtigste und dahinter müssten doch alle anderen Bedürfnisse zurück stehen, die ja meist doch nur egoistischer Natur sind.

Bisher ist keine menschliche Lösung gefunden für das Drama, dass sich in weiten Teilen der Welt abspielt. Menschen ertrinken weiter im Meer oder werden in Lagern gestapelt, hin- und hergeschoben, aufbewahrt. Unwürdig finde ich das und bin immer wieder erschrocken, wie viel Hassparolen man in unserem Land darüber hört.
Auch bei uns im Stadtteil gibt es mehrere Flüchtlingslager und Initiativen dafür und – dagegen. Mir persönlich hat kein Flüchtling bisher irgendetwas weggenommen oder mich gestört oder belästigt. Und ich frage mich manchmal, was wir tun würden in einer ähnlichen Lage. Wenn wir aus unserem Wohlstandsgefüge herausfallen würden und bei Wind und Wetter durch die Welt laufen müssten ohne Hab und Gut, ohne Sicherheit und Wärme. Würden wir das überhaupt schaffen? – Da habe ich meine Zweifel.

Diese Gedanken haben mich gelähmt und tun es zum Teil noch jetzt.
Drei Tage vor Weihnachten bin ich dann unglücklich gestürzt und habe mir den rechten Oberarm gebrochen – ganz üble Geschichte und schmerzhaft und nervtötend langwierig. Ganz ausgeheilt ist es immer noch nicht, aber ich kann doch inzwischen das meiste wieder machen.
Und da kommt so langsam die Lust zum Schreiben wieder, für die ich mir aber auch Zeit nehmen muss. Dies wird also ein neuer Anlauf – ich hoffe, es klappt. 🙂

 

 

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