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Archive for the ‘Auf-Reisen’ Category

Der Weg zurück zur Normalität. Fast leben wir schon wieder so, wie vor der Diagnose. Die bösen Geister sind verscheucht und manchmal kommt es mir vor, als wäre alles nur ein böser Traum gewesen.
Aber das täuscht. Ganz so leicht darf man es nicht nehmen. Was da die letzten Wochen über uns hinweg gefegt ist, hat Spuren hinterlassen. Nicht nur als sichtbare Narben.

Dennoch kann man zum jetzigen Zeitpunkt sagen: Es ist gut ausgegangen. Mit jedem Arztgespräch kam mehr Licht ins Dunkel und die Aussichten und Prognosen wurden von Mal zu Mal besser. So erfuhren wir letzte Woche, dass die einmalige Radiojodtherapie so erfolgreich war, dass die Ärzte eine weitere Behandlung für nicht erforderlich halten. Nun folgt die hormonelle Einstellung des TSH Wertes und eine halbjährliche Kontrolle.

Es dauert ein bisschen, bis man sein Glück fassen kann. Erstmal ist da auch etwas Ungläubigkeit.
Ist es das jetzt wirklich gewesen? Ist auch wirklich alles untersucht? Kein weiterer Befund?

Es scheint fast zu einfach um wahr zu sein und wir sind noch etwas auf der Hut und ein bisschen unsicher, dass die Arztbesuche nun wieder so selten werden. – Hoffentlich geht das gut. Ist die leise Befürchtung, die bei allem Optimismus noch bleibt.

Aber es gibt auch andere Blickrichtungen. Der Arbeitsalltag läuft fast schon wieder normal. Und das wir unseren Urlaub an der Nordsee nun abgesagt haben,  war vielleicht doch übereilt, aber aus unserer Sicht von Anfang Mai war es notwendig, da auch die Ärzte zunächst einen ganz anderen Behandlungsplan im Auge hatten, den sie dann laufend nach unten korrigiert haben. Immerhin besser als andersherum.

Und verpasste Gelegenheiten kann man ja auch in Chancen vewandeln.

Um doch noch ein paar Tage von der Flut der Ereignisse vergangener Wochen abzuschalten, haben wir nun kurzfristig 5 Tage Usedom gebucht. In einem schönen Hotel, direkt am Meer, Zimmer mit Balkon und der Aussicht auf Meeresrauschen, Entspannen und neue Energie tanken. Und damit nicht genug, haben wir auch Pläne für den Herbst konkret in Angriff genommen und nicht wie sonst so oft – nur darüber nachgedacht.
Es ist ein erhebendes Gefühl, dass ich heute 2 Wochen im September auf Mallorca gebucht habe. Ich kann es schwer beschreiben, dieses aufgeregte Gefühl, wenn man auf – buchen – klickt.

Zuvor haben wir viel geguckt, verglichen, gerechnet und dann habe ich heute Schritt für Schritt gebucht und kam mir dabei ein wenig tollkühn vor.

Nachdem wir seit Jahrzehnten jedes Jahr an die Nordsee fahren, sind zwei Wochen Mallorca für uns schon ein Abenteuer, wenn auch im gleichen Hotel, in dem wir vor 25 Jahren schon einmal waren. Ganz konnte ich dann doch nicht aus meiner Haut und habe auf schon Bekanntes zurück gegriffen – auch wenn die Erinnerung nur noch schemenhaft ist.

Wir freuen uns riesig auf unsere nächsten Reisen. Das Leben hat uns – und vor allem meinen Mann – wieder und wir sind bereit, erneut Schwung in unsere Lebenswelle zu bringen.

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Meine Liebe zu Büchern kann ich gar nicht so einfach erklären. Ich gehe gar nicht so sorgsam mit ihnen um, als wären sie mir heilig, so wie sich das gehört, wenn man etwas sammelt.

Ich benutze sie. Tauche ein, lasse mich entführen, verführen, bewundere oft ihre wunderbare Sprache und haben großen Respekt vor den Schriftstellern, denen es gelingt, Worte wie Musik klingen zu lassen. Ich gebe zu, nicht allen literarischen Höhenflügen kann ich immer folgen. Manchmal weigert sich mein Hirn die  Gedankenwindungen aufzunehmen und doch kann ich mich dann noch an den Worten freuen und manch schön klingenden Sätzen.

In Buchläden kann ich Stunden zu bringen und nur selten kann ich den Begehrlichkeiten widerstehen.

Die Buchmesse in Leipzig habe ich immer etwas sehnsüchtig aus der Ferne betrachtet. Sie strahlt für mich einen Charme aus, der bis nach Hamburg dringt.
Nun ist Leipzig außerdem eine Stadt, die für mich aus persönlicher Erfahrung aus anderen Städten heraus tritt. In einer Reihe von Städtenamen hat Leipzig einen besonderen Klang, den ich nicht überbewerte, aber gelten lasse. Gerne würde ich mir die Stadt auch einmal genauer besehen, aber dafür braucht man sicher 1-2 Tage Zeit.

Ob das letztlich den Ausschlag gegeben hat, mir die Fahrkarte wirklich zu holen? Mag sein. Aber es ist und war und bleibt eine reine Bücherreise, an die ich mit Freuden zurück denke.

Mein erster Eindruck – die Messe ist riesig. Zum Glück hatte ich viel Zeit und konnte mir in jeder Halle alles in Ruhe besehen. Ich hatte einen Plan dabei und mir schon angestrichen, welche Bereiche mich besonders interessierten.
Zunächst war es reine Neugierde die mich durch den Eingangsbereich trieb, in dem viele Fernsehanstalten einen Stand hatten – Bücher gab es schon auch, aber noch nicht so überschaubar.
Nach der ersten knappen Stunde betrat ich Halle drei und kam aus dem Staunen nicht heraus. Als erstes fiel mir auf, wie ruhig es dort war, trotz der Menschenmengen. Dann sah ich die vielen kleinen Stände der einzelnen Verlage und beobachtete erst nur eine Weile die Menschen – lesend, schauend oder ins literarische Gespräch vertieft. Mir fielen auch einige Prominente auf, die unter die Autoren gegangen sind. Es gab so viel zu gucken, dass ich noch nicht zum Lesen kam. Beeindruckt hat mich auch die große Gelassenheit der Verleger, Buchhändler und Autoren, die mitten im Getümmel an Tischen saßen und ganz vertieft in ihre Gespräche waren.

Erst nach einer geraumen Zeit trat ich an die Regale und nahm das eine oder andere Buch in die Hand. blätterte und setze mich schließlich in eine der vielen Leseecken, um eine Weile zu schmökern. Ganz langsam verlor ich Raum und Zeit und dann ließ ich mich treiben. Von Stand zu Stand, von Regal zu Regal. Und die vielen um mich herum lesenden Menschen waren dabei eine atmosphärische Zugabe, die diese Messe von anderen abhob.

Um die Mittagszeit übermannte mich Müdigkeit von der Reise und der nach stundenlangem Laufen anstrengenden Messeluft und ich verweilte eine Zeit am Rande einer Gesprächsrunde, die über ein Film- oder Hörbuchprojekt berichtete, der ich aber nur beiläufig folgte und in den Sitz gelehnt die Augen schloß. Verschnaufpausen gehören auch zum Lebensgenuss.
So sah ich überall verteilt Oasen der Ruhe, in denen es sich die Besucher gemütlich gemacht hatten.

Mein Rundgang führte mich im Anschluss auch in diverse literarische Gespräche, die kurzweilig und interessant waren. Besonders gefallen hat mir hier ein Auftritt von Ulla Hahn, deren Buch – das verborgene Wort – ich noch in guter Erinnerung habe. Ihr Fortsetzungsbuch hat mich jedoch abgeschreckt, da es mir zu düster erschien. Nachdem sie eine Weile darüber sprach, bin ich nun aber doch neugierig geworden und werde mich vielleicht doch noch mal daran wagen.

Natürlich führte mein Weg mich dann auch in die Messebuchhandlung. Schließlich wollte ich auch etwas in Händen halten, was ich mit nach Hause nehmen kann. Die Entscheidung fiel jedoch nicht so leicht. Die neu vorgestellten Bücher sind mir noch fremd, ich muss noch mehr über sie in Erfahrung bringen, um sicher zu sein, welches für mich in Frage kommt. Das werde ich in den nächsten Wochen erkunden, gibt es doch allerlei Magazine u.a. von der ZEIT, die einen Überblick über die Neuerscheinungen geben.
Ich wollte auch nicht irgendein Buch kaufen, dass ich zu jeder anderen Zeit kaufen könnte. Doch dann fiel mir der große Bildband in die Hände „Die schönsten Buchhandlungen Europas“, von Rainer Moritz, dem Leiter des Hamburger Literaturhauses. Schon das Anfassen des Buches war eine Freude und noch mehr überzeugte es mich, da die wunderschönen Bilder mit ausführlichen Geschichten rund um die Buchhandlungen verknüpft sind.
Dieses Buch habe ich mir mit nach Hause genommen, es ist die perfekte Erinnerung an diese Reise und meinen Besuch auf der Buchmesse.

Von Leipzig habe ich außer dem Bahnhof nichts weiter gesehen und doch hat mir der Gedanekn gefallen in Leipzig zu sein.

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Gestern morgen stand ich mal wieder mit Reisefieber am Hamburger Hauptbahnhof. Und es kam mir dann doch wie eine Schnapsidee vor, was ich mir da vorgenommen hatte. Vor einigen Wochen schon habe ich einem spontanen Wunsch folgend, eine Fahrt nach Leipzig gebucht – zur Buchmesse. Ein lang gehegter Wunsch, den ich mir nun erfüllen wollte.

Aber als ich gestern morgen kurz vor 7 Uhr auf dem Hauptbahnhof stand, war ich mir nicht mehr so sicher, ob das eine gute Idee war. Ein endlos langer Tag schien vor mir zu liegen und alles schien so ungewiß. Das ferne Ziel, das Zurechtfinden in einer fremden Stadt. Plötzlich war mir mulmig zumute, als würde ich sonstwo hinfahren, dabei war es doch nur ein Tag, genau genommen, war ich 16 Stunden später schon wieder zu Hause.

Als ich dann im Zug saß und wir aus dem Bahnhof rollten, war alles gut, das Reisefieber wechselte sich mit einer aufgeregten und neugierigen Vorfreude ab.

Und ich begann die Fahrt zu genießen. Ich mag Bahnreisen – wenn nicht gerade gestreikt wird oder ich umsteigen muss und aufgrund von Verspätungen meine Anschlüsse nicht bekomme.
Ich achte dabei allerdings immer darauf einen Platz am Gang zu buchen. Fensterplätze mag ich nicht, da fühle ich mich eingeengt von meinem Sitznachbarn, den ich bei jedem Verlassen des Sitzes bitten müsste aufzustehen. Umgekehrt stört mich das nicht. Aber auch die Vorstellung vielleicht einen unangenehmen Mitfahrer neben mir zu wissen, löst ein Gefühl der Bedrängnis in mir aus, das ich im Gang nicht spüre. Dort könnte ich jederzeit aufstehen und gehen oder mich wegdrehen.
Aber abgesehen davon, mag ich es mit vielen Menschen in diesem bequemen ICE zu sitzen und durch die Landschaft zu gleiten.

Das Einfahren in Bahnhöfe großer Städte und die Illusion, man könnte einfach aussteigen, die nur als „Vorstellung“ ihren Reiz hat und mir etwas von Freiheit und Weite suggeriert. Real würde ich mich schnell verlassen fühlen und frieren so ganz ohne Anlaufziel.

Ich mag auch das Warten auf Bahnhöfen, die letzten Minuten bevor der Zug einfährt. Die vielen Menschen und Geschichten um mich herum. Auch deshalb muss ich immer mal wieder auf Reisen gehen.

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Erstaunlich wie man das Zeitgefühl verliert, wenn man zwei Wochen lang nichts weiter zu tun hat, als sich selbst zu beschäftigen. Keine Termine, kein Blick auf die Uhr, essen wenn man Hunger hat, schlafen wenn man müde ist.
Einatmen, Ausatmen, der Blick in die Wolken und die Gedanken schweifen lassen. Einerseits neigt man dazu zu sagen, unglaublich, jetzt sind wir ja schon wieder zu Hause. Andererseits kommt es mir aber so vor als wäre ich ganz lange weg gewesen, mehr als nur 16 Tage.

Es war, als hätte die Zeit für einen Moment angehalten und ich bin „stehen geblieben“, habe nach außen geschaut, sehr oft in den Himmel, bin den Wolken gefolgt, die an der Nordsee ihr Eigenleben führen und habe gleichzeitig nach innen gehorcht. Meine Gedanken sortiert. Nicht angestrengt und überstürzt, sondern ganz in Ruhe und mit Bedacht. Und bin zu Ergebnissen gekommen – für mich.

Das ist neu.

Ich bin in diesem Jahr nicht ein einziges Mal weit hinaus gegangen ins Watt, bin nicht eins geworden mit der einsamen Stille, sondern weiter vorne am Rand geblieben, mit Blickkontakt zum Strand. Es hat sich einfach so ergeben, ich hatte nicht wie sonst das Bedürfnis weit hinaus zu laufen. Nach der Hälfte des Urlaubs habe ich mich skeptisch gefragt, woran das wohl liegen mag, dass mir der Blick in die Ferne genügte, dass ich ihr nicht entgegen gehen, nicht folgen wollte. 100_3931
Die Erinnerung war auch ohne Wattläufe lebendig. Aber vielleicht habe ich gespürt, dass ich in diesem Jahr wirklich alleine gewesen wäre da draußen.  Ich glaube nicht, dass das für immer so bleiben wird. Eines Tages werde ich loslaufen und mir der Nähe wieder bewusst sein, die mich umgibt, aber in diesem Jahr war der Weg verstellt.
Traurig, mit leicht feuchten Augen,  bin ich darüber nur in diesem Moment, wo ich es schreibe. Unterwegs war ich eigentlich recht gelassen und ausgeglichen, mit einigen wehmütigen Momenten, aber ich habe das Leben – angenommen – so wie es jetzt ist. Verändert, aber nicht leer.
Und ich habe geträumt, wo ich doch eigentlich nie träume, jedenfalls nie bewusst. Aber in den letzten zwei Wochen hatte ich zeitweise einen sehr leichten Schlaf und habe mir dabei die verrücktesten Dinge zusammen geträumt. Einmal jedoch auch sehr real, ein Traum, über den ich glücklich bin und den ich sofort nach dem Aufwachen in meinem Tagebuch aufgeschrieben habe, weil ich so leicht vergesse.

Ich habe aber noch über andere Dinge nachgedacht. Meinen Mittelpunkt. Meine „Rolle“ im Leben. (mehr …)

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Wieder da…

Jahaa, ich bin wieder dahaa! 🙂

Stecke aber noch mitten im Auspackchaos. Sobald ich das bewältigt habe, geht´s hier weiter.

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Wer unser vollgepacktes Auto bei der Abreise gesehen hätte, würde nicht auf die Idee kommen,  dass ich etwas vergessen habe und doch gibt es Dinge – die passen nicht in den Koffer. Mein Gehirn zum Beispiel, dass muss ich irgendwo auf dem Weg über das Wasser verloren haben. Vielleicht ist es von der Fähre geplumpst.
Jedenfalls bewege ich mich hier überwiegend intelligenzfrei auf der Insel und es gibt keine blöde Frage, die mir nicht zu blöd ist. :-))

„Die Straße sieht ganz anders aus, waren wir hier schon mal?“
„Du vielleicht nicht, Du kommst ja jedes Jahr neu hierher, wir waren schon 30 Mal hier – mindestens“, antwortet dann der Ingenieur resigniert.

„Welche Richtung liegt eigentlich Nieblum? Und ist der Leuchtturm da drüben auf Amrum oder Sylt?“
Mit solchen Fragen kann ich meine Familie in den Wahnsinn treiben …

Den ganzen Tag nichts als Weite, Himmel, Wasser, Watt und F r e i h e i t.
Nur alle paar Tage zieht es mich dann doc h ins Internetcafe. Zwar ist mein Blick immer hektisch auf die ablaufende Gebührenuhr gerichtet und ich springe gehetzt von einer Seite zur nächsten, was wollte ich jetzt gleich noch mal… , aber ganz lassen kann ich es dann doch nicht, den Blick in die virtuelle Welt.
Da wartete dann das nächste Problem, meine Passwörter. Egal wie einfach und logisch ich sie auch angelegt habe, ich kann mich an kein einziges erinnern. Herr laß Hirn vom Himmel wachsen. Ich habe also eine geschlagene Stunde gebraucht, um wenigstens meine Mails öffnen zu können und mich hier mal kurz zu Wort zu melden. Warum eigentlich – geht es mir grad durch den Kopf? Warum lasse ich nicht einfach die Welt, Welt sein und – BIN – einfach nur. Hier. Auf der Insel – abgeschieden und abgeschaltet?
Letzteres stimmt ja sogar fast und ich rudere dagegen an, indem ich mir neue Passwörter bastel, die ich dann wieder vergessen werde…

Hin und wieder will ich halt nur testen, ob nicht doch noch ein wenig Hirn übrig geblieben ist, dass ich am Ende des Urlaubs aus dem Sand klauben und mühsam mit auf die Fähre schleppen kann.  🙂
Ich lasse mich hier fallen, treiben, manchmal ziehen und blicke den Wolken aufatmend hinterher.
Wenn ich nicht alle Internetseiten besuche, ihr wisst schon, dann liegt es an den Passwörtern… ich habe längst noch nicht alle wieder zusammen.

Bis später. Macht es gut und für diejenigen, die noch nichts gehört haben von mir, einige Karten und Briefe sind noch unterwegs oder … in der Planung. 🙂

Eine Meeresbrise hierlassend verschwinde ich jetzt wieder, ab in die weite Landschaft der intelligenzfreien Gefühlsgedanken. 😉

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Morgen geht es ins Land der Leuchttürme – auf meine Ferieninsel an der Nordsee. Aus diesem Anlass „leihe“ ich mir mal ein Foto von meinem Lieblingsbild aus Alfs Sammlung aus. leuchtturm

16 Tage Wind, Wellen, Wasser, Sand und dem Himmel so nah. Ich werde in einer Gedankenwolke am Meer entlang gehen und die Erinnerungen werden mich begleiten.   An der Nordsee bin ich näher dran als irgendwo sonst.
Ich mache mich auf die Reise und lasse es auf mich zukommen, wohin sie mich führen wird…

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