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Archive for the ‘Erinnerungen’ Category

Damals – Anfang der 90er war ich weiß Gott kein Take That Fan. Mir ging die Hysterie damals furchtbar auf die Nerven.
Für mich waren das so tanzende Milchbubis  und ich habe den Hype um diese ganzen Boybands nie verstanden. Ich hatte zu der Zeit zwei Kindergartenkinder und ganz andere Dinge im Kopf. Und ich fing da  gerade mit meiner „PUR“-Phase an.  Entsprechend habe ich auch die ganzen Take That Songs gar nicht drauf.

Als sie in der Versenkung verschwanden war ich nicht böse drum und auch die Auferstehung von Robbie Williams als Solostar ging zunächst völlig an mir vorbei.
Erst der Weltenbummler stieß mich immer wieder mit der Nase darauf. Für ihn war Robbie Williams der Größte und ich besorgte ihm mit den Jahren alle Alben und Musik DVD´s und freute mich an seiner Begeisterung ohne mich selbst davon anstecken zu lassen.
Bei unserer ersten Begegnung dann konnte ich ihm aber nicht mehr entkommen. Wir schauten uns die Konzert DVD Live in Knebworth an und da begann ich endlich zu verstehen.

Es ist wirklich ein Erlebnis Williams live auf einer Bühne zu erleben und plötzlich ging mir auch die Musik viel mehr unter die Haut.

Einiges von dieser RW-Begeisterung hat er mir hinterlassen und ich registriere heute jede Neuerscheinung, diesmal allerdings im eigenen Interesse. Dennoch hatte ich lange Zeit nicht vor, ein Ticket für das Take That Konzert zu kaufen. Aber wie das so ist, manchmal kommt es anders.
In einer sentimentalen Nacht Anfang Juli habe ich ganz spontan die Ticket-Seite im Internet besucht, um zu schauen, ob es überhaupt noch Karten gibt und ich war überrascht, dass das gar kein so großes Problem war. Da konnte ich nicht widerstehen und habe eine Karte gebucht, die ich mir zum Geburtstag habe schenken lassen.

Und am Freitag war es dann soweit. Take That in Hamburg und alle waren in Aufruhr, zumal es ja schon Unruhe gegeben hatte, ob Robbie nun wirklich auftreten kann, nachdem das Konzert am Wochenende davor in Kopenhagen abgesagt wurde.
Sämtliche Radiostationen in der Stadt sprangen erneut auf den Take That Hype auf und je mehr ich davon hörte, desto unruhiger wurde ich. Die ersten Fans sammelten sich schon morgens am Stadion. Die Einlaßkontrollen sollten sehr umständlich sein, da die Karten personalisiert waren. Ich war mehr aufgeregt wegen der Hysterie und dem Andrang als wegen des Konzertes.

So war ich schon kurz vor 17 Uhr am Volksparkstadion und sah dem Einlaß mit gemischten Gefühlen entgegen. Aber da war gar nix los. Ich stand in keiner Schlange. Ich habe mein Ticket und Ausweis vorgezeigt, ich hatte keine Tasche mit, wie die Mädels die ihren ganzen Hausstand dabei haben. Geld, Taschentücher, Handy in der Jackentasche und alles war easy. Ruckzuck war ich durch und hatte dann ganz in Ruhe Zeit zum Gucken.

Die Zeit bis 19.30 Uhr ging relativ schnell rum, es gab genug zu Gucken und der Gang zu den Toiletten war dann auch noch eine Begegnung der besonderen Art.
Als Vorgruppe heizten die Pet Shop Boys ein, was ja schon mal ein Highlight war und sogleich Partystimmung aufkommen ließ. Und dann so gegen 20.45 Uhr starteten Take That – zumindest vier von ihnen. Robbie Williams war noch nicht in Sicht und nach dem dritten (?) Lied wurde ich langsam unruhig. Er wird doch kommen…. ?
Aber der Auftakt war sehr gelungen. So kamen dann auch alle zum Zug und RW stand nicht so von Beginn an über allem.

Überraschend, ungewöhnlich und irgendwie komisch fand ich die Aufforderung, dass wir erst alle die Deutschlandhymne singen sollten. Das habe ich noch nie erlebt. Ich musste aber lachen und zum Glück gab es genügend Leute im Publikum, die einen über die Textlücken hinweg geholfen haben. Ich glaube Mark Owen war es, der das ankündigte und dann von seinem Handy den Text abspielte, den wir mitsingen sollten.
Es gab viele so kleine Ideen, die sie eingeworfen haben und damit die Distanz zwischen singendem Künstler auf der Bühne und Konzertbesucher aufgebrochen haben. Das gelingt ja bei Nicht-deutschsprachigen Künstlern nicht immer gleich gut.

Und dann kam er – Robbie, der Held aller kreischenden Mädels, die aber inzwischen auch erwachsen geworden sind und er eroberte die Bühne und das Publikum im Sturm. Robbie Williams ist ein genialer Entertainer. Er spielt und kokettiert  mit dem Publikum, baut eine Verbindung auf, in dem er sich preis gibt – was ja aber auch nur Show ist, aber es wirkt sehr nah. Er gibt alles und hat dabei auch keine Berührungsängste.  Kein Wunder, dass er Everybodys Darling ist. Verdient!!!

Die ganze Show war so gigantisch, man wusste gar nicht, wo man überall hinschauen sollte, alles war so perfekt. Die Kulissen, die tanzenden Fabelwesen, die an eine Mischung aus Alice im Wunderland und Mary Poppins erinnerten, die vielen Hits, bei denen man nicht still sitzen bleiben konnte.

Hammer! Megagenial!!! Ich bin begeistert, sowas mal miterlebt zu haben und bereue die Entscheidung in keinster Weise. Sollte Robby Williams noch mal solo auf Tour gehen und dabei auch Station in Hamburg machen, werde ich versuchen, auch da ein Ticket zu bekommen.

Das Wetter meinte es ja bei diesem Hamburg Konzert nicht so gut mit uns und nicht nur die Zuschauer im Innenraum, sondern auch die Band wurde richtig nass und ich habe sie sehr bewundert, dass alle fünf Jungs sich überhaupt nichts haben anmerken lassen von dem ganzen Regen. Die haben so gepowert und ihre Show gemacht, als würde die Sonne scheinen. Respekt!!!

Alles in allem ein genialer Abend, den ich so schnell nicht vergessen werde!

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Seit nun mehr 15 Jahren ist dieses Datum ein besonders für mich, eins, dass man sich merkt und nie vergisst. Am 23. Mai 1969 wurde Alfred geboren, da ging ich schon zur Schule, in die zweite Klasse glaube ich. Kennen gelernt und Brieffreundschaft geschlossen haben wir 1996 und ich habe ihm in diesem ersten Jahr, dass ein besonders schweres für ihn war, ein Lebenslicht geschickt, das Musik spielt, wenn man es anzündet. Nur hörte dieses Lied nicht wieder auf zu spielen, auch nach dem Auspusten. Es spielte und spielte und spielte – ich glaube 2 Tage lang, wie ich einem Brief entnehmen konnte. Damit hatte ich mich ja schon mal wunderbar eingebrannt ;-).

Es folgten viele weitere Geburtstage, heitere und stillere, manchmal waren wir uns nah, dann hatten wir uns aus den Augen verloren, aber spätestens an Deinem Geburtstag hast Du von mir gehört und ich habe an Dich gedacht und auf Dich angestoßen.

Ein Geburtstag den ich in ganz besonders schöner Erinnerung habe war Dein 38. ter, als wir Dich bei ap mit einer speziellen Radio-Geburstags-Sendung überrascht haben. Aus allen Himmelsrichtungen kamen die Einspielungen, Gespräche, Ständchen und Beiträge und man hatte das Gefühl, alle säßen mit Dir zusammen in einem Raum.
Du hattest so viel Spaß daran und wir haben uns am nächsten Tag noch darüber unterhalten, Du warst noch immer ausgelassen und begeistert von dieser „Party“ und zum ersten Mal hast Du darüber nachgedacht im nächsten Jahr einmal richtig Geburtstag zu feiern, mit all Deinen Freunden. Die ganzen Jahre hattest Du das abgelehnt und Dir lag scheinbar nichts daran, aber dieser Geburtstag hat Dir Lust gemacht auf mehr.
Leider konntest Du das nur noch einmal ausprobieren. 2008 hast Du ausgiebig mit vielen Gästen aus nah und fern gefeiert. Leider war das auch Dein letzter Geburtstag.

Ich werde an diesem Tag auch weiterhin an Dich denken, jedes Jahr, vielleicht Robbie Williams hören oder in alten Briefen stöbern oder einfach nur still auf der Terrasse sitzen und aus dem Strandkorb heraus in den Himmel schauen. So fern – so nah.

Happy Birthday, so wie manche es heute sagen, kann ich so nicht nachempfinden. Ich bin weder ungewöhnlich traurig noch ausgesprochen fröhlich. Ich bin und fühle und bin dabei doch auch von innerer Ruhe ausgefüllt. Vielleicht sehen wir uns eines Tages wieder, dann ist immer noch Gelegenheit genug zum Gratulieren. Bis dahin alles Gute Unvergessener.

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Die ersten Erinnerungen an den Grand Prix reichen zurück in meine Kindheit. Jedes Jahr saß ich fiebernd vor dem Fernsehgerät und bekam Gänsehaut, wenn die Eurovisionsmusik einsetzte. Ich habe Punkte vergeben, mitgesungen und mich über die Jury gefreut oder geärgert. Jedes Jahr wieder ein Heidenspaß. Und was für ein Jubel, als Nicole dann den Titel holte. Da war ich schon erwachsen. Danach ließ der Hype um den Songcontest langsam nach, es kamen immer mehr Sternchen statt großer Musiknamen und oft auch unsägliche Darbietungen, die ihren Höhepunkt mit Guildo Horn und Stefan Raab fanden.
Der Grand Prix entglitt mir langsam, ich fand ihn nebensächlich und langweilig. Den Vorentscheid von Lena habe ich dann wieder mitverfolgt und war ganz interessiert, aber an einen Sieg habe ich nicht geglaubt. Da wir im letzten Mai ganz andere persönliche Höhepunkte zu feiern hatten, konnten wir nicht mal zuschauen als Lena in Oslo an den Start ging. Ich bekam aber um kurz nach Mitternacht eine SMS mit der Nachricht. Kurzfristig ließ ich mich anstecken, dann ging mir das Lena-Fieber aber doch auf die Nerven.

Der Grand Prix ist veraltet, nun ist es der Eurovision Song Contest – kurz ESC und die ARD musste entsprechend aufwarten, um eine würdige Veranstaltung auf die Beine zu stellen.
Das ist ihr zweifellos gelungen. Da steckt aber auch Arbeit dahinter. Sohnemann hat ziemlich viele Überstunden geschoben als Techniker ….
Und dann hat es mich in der letzten Woche doch wieder gepackt. Die Medien und hier vor allem meine Radioleute haben mich angesteckt. Ich habe mir beide Vorentscheide angeschaut, Favoriten entdeckt, wieder Punkte vergeben, alles in dem Wissen, dass es kaum etwas Unwichtigeres gibt als den ESC, aber es war dennoch ein Heidenspaß.

Und so war ich gestern zum ersten Mal auf der Reeperbahn mit dabei, um die große ESC Party aus Hamburg mitzuerleben. Mag sein, dass es zu kühl war oder auch die Einschränkung auf 5000 Leute die wahren Fans außen vor gelassen hat – so partymäßig wie ich dachte, ging es vor Ort jedenfalls nicht ab.
Immer wenn das Publikum fürs Fernsehen vom Moderator animiert wurde, wurde gejubelt und geschriien, die meiste Zeit standen die Menschen um mich herum aber recht ruhig und wippten auch nur sehr verhalten mit. Dabei waren wir im besten Bereich, unmittelbar vor der Bühne untergebracht.
Zu Beginn stimmte die Lautstärke auch nicht, es war viel zu leise und die hinteren Reihen konnten gar nichts mehr hören. Das war Vorschrift von der Behörde, sie durften die Lautstärke nicht weiter aufdrehen – lachhaft für so eine Veranstaltung. Nachdem die Besucher lautstark protestierten und man fürchten musste, dass der Ärger überschwappt, erteilte die anwesende Polizei eine Sondergenehmigung, die Lautstärke zu erhöhen. Warum einfach, wenn´s auch umständlich geht.

Obwohl in der zweiten Reihe stehend, hatte ich schon nicht mehr den direkten Durchblick – ich bin noch kleiner als ich dachte… so habe ich mir heute manches auf Youtube noch mal genau angeschaut. Den Auftakt zum Beispiel von Stefan Raab und Anke – sensationell, wie ich finde. Was konnte danach noch kommen?

In Hamburg begeisterte Ina Müller uns mit ihrer erfrischend lockeren Art.

Dann ging es endlich los. Die Geschmäcker sind schon sehr verschieden und neben der musikalischen Qualität des Songs zählen noch viele andere Faktoren für die Abstimmung, die den Ausgang beim ESC unkalkulierbar machen. Das Wetter, die Laune der Zuschauer, das Aussehen der Interpreten, der Auftritt selbst, die Sympathie zum jeweiligen Land und viele andere Momentaufnahmen, die die Zuschauer emotional in ihre Entscheidung mit einbinden.

Die Fachjury dagegen hatte ja gestern schon abgestimmt und so sahen wir Ina Müller schon Minuten vor der Punkteabgabe  auf der Bühne rumhibbeln, was aber nicht an der Aufregung lag, wie sie später gestand. Gewundert habe ich mich dann aber doch über diesen altmodischen „Teleprompter“ ,  der Ina jedes Wort vorgibt, was sie zu sagen hat. Ich dachte immer, sowas wird auswendig gelernt und dann frei vorgetragen. Aber vielleicht wollte man das Risiko nicht eingehen, dass Ina abschweift und aus dem Nähkästchen plaudert?


So gab es dann viele Überraschungen. Wie kamen die 10 Punkte aus Deutschland für Griechenland zustande? War damit die Sehnsucht nach einem griechischen Essen verbunden oder nach Urlaubslaune? Ist mir ein Rätsel. Und für einige Minuten zitterte man, wie weit nach vorn sie es wohl schaffen könnten. Nicht auszudenken, wenn Griechenland Erster geworden wäre. Wovon hätten die das bezahlen sollen???

Einer meiner großen Favoriten war Dänemark, auch wenn gemunkelt wird, sie hätten bei Greenday geklaut, das kann ich nicht beurteilen, ich fand den Song frisch, eingängig und fröhlich. Ein echter Ohrwurm, der gut zum ESC passte.

Und noch ein Song hatte es mir angetan, für den ich mich auch telefonisch ins Zeug legte. Island mit ihrer so natürlich und menschlichen Musikergruppe, die für ihren verstorbenen Freund sangen, der das Lied komponiert hatte und selbst auftreten wollte. Nicht nur die Geschichte und der überaus sympathische Auftritt, auch das Lied selbst finde  ich lohnenswert und hätte es gerne weiter oben gesehen, aber die Altersgruppe, die mehrheitlich abstimmt hat da wohl andere Prioritäten.

Und warum die Schweiz so weit hinten landete, ist mir auch ein Rätsel, so schlecht fand ich das Lied nun nicht.
Bosnien Herzigowina dagegen ist ein Griff ins K…, als Straßenmusikanten vielleicht erfolgreich und für den ESC verschroben unterhaltsam, aber so weit vorn? Da konnte ich meinen Augen kaum trauen.
Die Stimmung um mich herum sank merklich, vielleicht waren hauptsächlich Lena Fans gekommen? Sie hatte einen sensationellen Auftritt, da gibt es nichts zu meckern, obwohl sie mir nicht wirklich sympathisch ist, aber der 10. Platz für dieses Lied geht völlig in Ordnung, da gibt es bessere, die dann aber auch nicht aufs Treppchen kamen.

Nun ist alles vorbei und wird schnell in Vergessenheit geraten, aber einige leichte Mitsing-Songs waren dabei und der Unterhaltungswert allemal gegeben. Mir bleiben außerdem noch viele tolle Fotos von gestern, wann hat man schon mal die Gelegenheit, Stars wie Xavier Naidoo oder Natasha Bedingfield aus nächster Nähe zu fotografieren?

So war es alles in allem ein ereignisreicher Abend und es ist immer spannend so nah dabei zu sein. Was nun wohl nach Lena kommt…

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Was hat sie ausgelöst, die heutige Erinnerung, die viele kleine Bilder, mehr aber noch – Gefühle in mir hoch fliegen lässst?
War es der Film „Das Lächeln der Sterne“ mit Richard Gere und hier speziell der berührende Briefwechsel der beiden Hauptdarsteller, den ich nachempfinden konnte, auch wenn er sich von meinem deutlich unterscheidet? Oder die Flasche Rotwein? Beides zusammen?

Ich kann es nicht sagen, was mich da überfallen hat. Ich habe in Schubladen gewühlt, Kartons geöffnet, in der kleinen gedruckten Erzählung geblättert und obwohl mir die Stimme dazu fehlt, war (ist) es heute abend doch so lebendig und das Wasser in mir steigt und steigt.

Ich musste ohnehin ein Buch bestellen für die Facharbeit der Sonnensterntochter: „Warum ich fühle, was Du fühlst“ über die Beschaffenheit der Spiegelneuronen. Ich habe es mir selbst einmal vor drei Jahren bestellt, weil ich mehr über mein eigenes Verhalten lernen wollte und ob es normal ist, wenn man so mitfühlt mit den Menschen um einen herum. Dummerweise kann ich dieses Buch nun nicht wiederfinden und muss es also erneut bestellen, auch wenn es in Kürze sicher wieder auftauchen wird, aber soviel Zeit ist nicht.
Und um den Frust meiner Schusseligkeit zu vertuschen und weil ich ohnehin einen sentimentalen Abend zu fassen habe, kam ich an dem Best of Album von Robbie Williams natürlich auch nicht vorbei. Ich kann die Lieferung kaum abwarten.

Ich war nie ein Fan von Robbie Williams, was sich aber wohl überwiegend auf sein Äußeres bezog. Seit ich mich mit seiner Musik mehr befasse und sie immer auch mit Bilder, Briefen und Erinnerungen zusammen bringe, erscheint alles in einem anderen Licht.  Da kam mir das Best of Album gerade recht, hier habe ich alles, was mir bisher fehlt und genau das richtige um mich in Stunden wie diesen darin fallen zu lassen.

 

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Heute ist es ein Jahr her, dass Alf uns verließ. Ein langes und gleichzeitig auch kurzes Jahr. Ich habe ihn oft in meiner Nähe gespürt, wurde durch viele kleine Begebenheiten immer wieder an ihn erinnert und habe doch auch einen neuen – meinen – Weg gefunden.

Ich vermisse ihn nach wie vor, würde gerne vieles mit ihm teilen, seine Meinung hören, mich bei ihm ausruhen, aber es ist auch etwas Neues entstanden. Ein Gefühl der Dankbarkeit, dass es ihn gab und dass er mir soooo viel hinterlassen hat. Briefe, Geschichten, Dinge, die ich von ihm gelernt habe, Musikstücke die unverrückbar mit ihm verbunden sind.
Im Internet erinnern sich heute viele Freunde an ihn, jeder trägt diesen Tag in sich und die Zeit, die ihm vorausging – der Faden ist nicht gerissen. Mich bringt das mehr aus der Fassung als ich für möglich gehalten hatte. Eigentlich wollte ich diesen Tag heute in Cuxhaven verbringen – aber gesundheitliche Eskapaden halten mich nun doch zu Haus.

Unvergessen.

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Entlassungsjahrgang 1977! Ist also schon ne Weile her, dass wir gemeinsam die Schulbank gedrückt haben. Und doch gibt es immer noch Verbindungen, viele Erinnerungen und Geschichten, die wir von Zeit zu Zeit wieder aufleben lassen.

Die Klassengemeinschaft damals war schon etwas Besonderes und wir haben seither eine ganze Reihe von Klassentreffen gehabt. Leider sind dabei auch einige verloren gegangen, durch Stayfriends sollen jetzt aber die Möglichkeiten ausgelotet werden, den einen oder anderen wieder „einzusammeln“.

Vor vier Wochen erreichte mich nun eine Einladung zum 50. Geburtstag einer dieser Klassenkameradinnen, die ich mit Neugier, Freude und Unsicherheit aufnahm.
Wer würde wohl noch kommen? Wie kommt man zurecht auf einer Feier, wo man sonst niemanden kennt?
Es dauerte nicht lange, da erreichte mich eine Notiz über Stayfriends, ebenfalls über eine eingeladene Schulkameradin. So waren wir schon zu zweit und wussten, dass sich noch mehr angesagt hatten.
Als ich auf Wunsch des Geburtstagskindes am Samstagmittag meinen Nudelsalat durchrührte, war die Renaissance perfekt, damit bin ich vor 30 Jahren auch zu meinen Partys aufgebrochen und musste leise lachen, als ich mit der Schüssel im Arm das Haus verließ.

Wir waren schließlich zu sechst und auch wenn man nicht zu jedem den gleichen Draht hat, so war es eine bunt gemischte Truppe und eine besondere Atmosphäre ohne Partner mit den alten Schulgesichtern zusammen zu sitzen, die man immer noch so wahrnimmt, wie man sie früher kannte.
Wir erinnerten uns an die damals noch angesagten „Klassenfeten“, die immer von uns gefordert wurden, obwohl die Tanzfläche dann meist leer blieb und sich die Jungen in der einen Ecke und die Mädels in der anderen drängelten, dazwischen dröhnende Discomusik, die schließlich zumindest die Mädels anlockte. Es ging wohl vor allem darum, sich zu „präsentieren“ und cool zu fühlen, wie man heute sagt.
Wir mussten lachen bei diesen Erinnerungen und ich habe obendrein noch dafür gesorgt, das Weltbild eines Schulkameraden zu zerstören, indem ich schilderte, wie genau das mit dem Schummeln funktionierte, was er mir erst im dritten Anlauf glauben wollte. „Du hast geschummelt? Nee“.  Sein ungläubiger Gesichtsausdruck brachte wieder alle zum Lachen.

War ein schöner Abend und es wurde schon reihum gemunkelt, wer denn demnächst 50 wird und auch einladen will.  Manche möchte man auch gar nicht einladen und bei anderen möchte man nicht eingeladen werden, da ich wohl als Nächste an der Reihe bin, werde ich mit Fingerspitzengefühl die richtige Wahl treffen müssen, denn ganz ohne die R-10b-Connection möchte ich auch nicht feiern. 😉

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In Zeiten des Jugendwahns kann das Älterwerden schon zu einer Sinnkrise führen, die sich aber mit gesundem Menschenverstand und einer guten Portion Humor sicher überwinden lässt.

Meinen 30. Geburtstag mochte ich damals gar nicht feiern und habe ihn ausfallen lassen. Dieses Alter wusste ich erst viel später – rückblickend – zu schätzen.

Den 40. ten habe ich dafür mit Pauken und Trompeten gefeiert und dachte mir, wenn ich es schon nicht verhindern kann, dann will ich wenigstens ein rauschendes Fest in Erinnerung behalten. Eine gute Entscheidung, die mir die 4 vor der 0 etwas versüßt hat und wenn man den Sprung erstmal geschafft hat, geht ja ohnehin alles wie von selbst weiter. Zwar gab es in diesen Jahren schon einige tiefe Einschnitte, aber man lernt das Leben zu begreifen und Ereignisse werden bewusster wahrgenommen.

Seit einiger Zeit touren wir nun alle paar Wochen zu einem 50. Geburtstag und ich frage mich, wo ist die Zeit geblieben, der 40.te ist noch in so guter Erinnerung, da werden die ersten im Freundeskreis schon 50 und da wir nur wenige Jahre auseinander liegen, haben wir auch diese Hürde bald alle übersprungen.
Und obwohl die Erfahrung schon gelehrt hat, dass auch diese 50 nur eine Zahl ist und wir doch die bleiben, die wir immer waren, nur mit ein paar Falten mehr im Gesicht und an Lebenserfahrung reicher, ist sie mir noch nicht so ganz sympathisch. Klar denkt man auch schon mal an die Zipperlein, die dieses Jahrzehnt so mit sich bringen wird. Ohne Brille kann kaum noch einer von uns lesen, mal sind´s die Zähne, mal das Kreuz …  aber dem gegenüber steht so viel Energie und Lebenskraft mit der wir uns auf die wesentlichen Dinge im Leben konzentrieren kann.

Wenn das so einfach wäre…

50 – das bedeutet auch, man liegt genau in der Mitte zwischen den Generationen. Die eigenen Eltern sind nun schon betagter, die Kräfte lassen nach und man hat einen Ausblick auf die eigene Zukunft, auch wenn sie noch in weiter Ferne zu liegen scheint. Der Auseinandersetzung mit den Problemen des Alters können wir nicht ausweichen, sondern müssen helfend und verantwortlich zur Seite stehen, wenn wir gebraucht werden und dabei manchmal auch unangenehme Entscheidungen treffen.

So beschäftigt sich meine Mutter gerade mit dem Gedanken in eine kleinere, seniorengerechte Wohnung zu ziehen – was ihr mit 81 Jahren sehr schwer fällt. Sie fühlt sich noch zu fit, um „abzusteigen“ wie sie es nennt, aber einige äußere Umstände haben diesen Gedanken in greifbare Nähe gerückt und vielleicht steht ein Umzug schneller bevor, als wir alle denken. Ob ich da immer den richtigen Rat zur Hand haben werde, bleibt abzuwarten, noch kann ich mich nicht wirklich in diese Situation hinein versetzen, ich kann nur „ahnen“, wie sich diese Veränderung im Leben eines alten Menschen auswirkt.
50 Jahre bedeutet aber auch, dass die Erinnerung an die eigene Jugend noch sehr lebendig ist und das was unsere Kinder heute erleben und erfahren, haben wir vor Jahren selbst durchlebt.  Die gemachte Erfahrung macht es mir leichter auf Veränderungen zu reagieren. So haben der Student und seine Verlobte in dieser Woche die Zusage für ihre erste eigene Wohnung bekommen. Ich freue mich so für sie. Auch wenn ich weiß, dass es mir noch schwer fallen wird den „Großen“ gehen zu lassen und nur noch zu Besuch zu empfangen, so ist doch die Erinnerung an den eigenen Auszug vor fast 30 Jahren noch so lebendig, dass ich ihn mit Freuden bei den Plänen für den Auszug unterstütze, natürlich nicht ohne vorher zu fragen, ob sie dieses und jenes auch leiden mögen und haben möchten…

Es steht also noch ein Umzug bevor und alles was man bis dahin regeln muss und wir als mittlere Generation stehen mittendrin. Noch kräftig genug die Sorgen und Nöte der Alten mit aufzufangen und erfahren genug, um den Jungen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.
Dazwischen gibt es dann noch so manches Liebesgeplänkel mit der nur unwesentlich jüngeren Tochter, die uns im Gegensatz zur Ruhe ihres Bruders  mit den Aufs und Abs einer sehr unruhigen Beziehung alle auf Trab hält.
Ein halbes Jahrhundert Leben und doch stehen noch so viele Herausforderungen auf der Tagesordnung. Manchmal möchte ich das alles von mir schieben und wünsche mir wieder mehr Zeit für uns, kann mir aber gut vorstellen, dass man sich später nach dieser aktiven Lebenszeit mal zurücksehnt.

Worauf ich mich freue ist die Zeit, die wir schon seit unserer Jugend und hoffentlich auch noch sehr viel später,  mit unseren Freunden verbringen. Freunde, die schon unsere Trauzeugen waren, später die Paten unserer Kinder und die uns das ganze Leben begleiten und davon haben wir nicht wenige.
So gesehen ist das Schlimmste was mir an meinem 50. Geburtstag passieren kann, die „netten“ – Überraschungen, die mir die Freunde an so einem Tag bescheren. Aber bis es im Sommer soweit ist, bin ich auch darauf gut vorbereitet, schließlich habe ich schon auf einigen „runden“ Festen fleißig geübt.

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