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Archive for the ‘Familie’ Category

Der Weg zurück zur Normalität. Fast leben wir schon wieder so, wie vor der Diagnose. Die bösen Geister sind verscheucht und manchmal kommt es mir vor, als wäre alles nur ein böser Traum gewesen.
Aber das täuscht. Ganz so leicht darf man es nicht nehmen. Was da die letzten Wochen über uns hinweg gefegt ist, hat Spuren hinterlassen. Nicht nur als sichtbare Narben.

Dennoch kann man zum jetzigen Zeitpunkt sagen: Es ist gut ausgegangen. Mit jedem Arztgespräch kam mehr Licht ins Dunkel und die Aussichten und Prognosen wurden von Mal zu Mal besser. So erfuhren wir letzte Woche, dass die einmalige Radiojodtherapie so erfolgreich war, dass die Ärzte eine weitere Behandlung für nicht erforderlich halten. Nun folgt die hormonelle Einstellung des TSH Wertes und eine halbjährliche Kontrolle.

Es dauert ein bisschen, bis man sein Glück fassen kann. Erstmal ist da auch etwas Ungläubigkeit.
Ist es das jetzt wirklich gewesen? Ist auch wirklich alles untersucht? Kein weiterer Befund?

Es scheint fast zu einfach um wahr zu sein und wir sind noch etwas auf der Hut und ein bisschen unsicher, dass die Arztbesuche nun wieder so selten werden. – Hoffentlich geht das gut. Ist die leise Befürchtung, die bei allem Optimismus noch bleibt.

Aber es gibt auch andere Blickrichtungen. Der Arbeitsalltag läuft fast schon wieder normal. Und das wir unseren Urlaub an der Nordsee nun abgesagt haben,  war vielleicht doch übereilt, aber aus unserer Sicht von Anfang Mai war es notwendig, da auch die Ärzte zunächst einen ganz anderen Behandlungsplan im Auge hatten, den sie dann laufend nach unten korrigiert haben. Immerhin besser als andersherum.

Und verpasste Gelegenheiten kann man ja auch in Chancen vewandeln.

Um doch noch ein paar Tage von der Flut der Ereignisse vergangener Wochen abzuschalten, haben wir nun kurzfristig 5 Tage Usedom gebucht. In einem schönen Hotel, direkt am Meer, Zimmer mit Balkon und der Aussicht auf Meeresrauschen, Entspannen und neue Energie tanken. Und damit nicht genug, haben wir auch Pläne für den Herbst konkret in Angriff genommen und nicht wie sonst so oft – nur darüber nachgedacht.
Es ist ein erhebendes Gefühl, dass ich heute 2 Wochen im September auf Mallorca gebucht habe. Ich kann es schwer beschreiben, dieses aufgeregte Gefühl, wenn man auf – buchen – klickt.

Zuvor haben wir viel geguckt, verglichen, gerechnet und dann habe ich heute Schritt für Schritt gebucht und kam mir dabei ein wenig tollkühn vor.

Nachdem wir seit Jahrzehnten jedes Jahr an die Nordsee fahren, sind zwei Wochen Mallorca für uns schon ein Abenteuer, wenn auch im gleichen Hotel, in dem wir vor 25 Jahren schon einmal waren. Ganz konnte ich dann doch nicht aus meiner Haut und habe auf schon Bekanntes zurück gegriffen – auch wenn die Erinnerung nur noch schemenhaft ist.

Wir freuen uns riesig auf unsere nächsten Reisen. Das Leben hat uns – und vor allem meinen Mann – wieder und wir sind bereit, erneut Schwung in unsere Lebenswelle zu bringen.

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Das erste Etappenziel ist geschafft. Die Operation und ihre Nachwirkungen sind glimpflicher verlaufen, als wir uns das vorgestellt haben.

Bis zum Beginn der Radiojodtherapie werden zunächst keine Hormontabletten für die nun fehlende Schilddrüse verschrieben.  Entsprechend habe ich Begleiterscheinungen und Nebenwirkungen befürchtet, doch die halten sich in Grenzen. Mein Mann ist zwar etwas müde und schlapp, das merkt man ihm aber kaum an. Er geht sogar seit einer Woche wieder zur Arbeit, ca. 6 Stunden täglich und es scheint ihm zu bekommen.
Heute nun war der nächste Krankenhaustermin in St. Georg. Zuvor hat die Hausarztpraxis noch den TSH wird überprüft, der nur bestätigt, was wir ja wissen, dass dem Körper das Hormon fehlt. Der Wert soll ja ansteigen, damit der Körper auf das anschl. Radiojod gut reagiert. Dennoch hat die Hausärztin sich erstmal erschrocken. Normalwert wäre 4 und der Wert meines Mannes liegt bei 106! Das müsste doch Auswirkungen habe, denke ich für mich, bin aber natürlich froh, dass er ganz offensichtlich recht zufrieden mit allem ist und keine behindernden Nebenwirkungen spürt.

Der Arzt in St. Georg war dann auch sehr zufrieden mit dem Ergebnis und zuversichtlich, dass der Rest mit der Radiojodtherapie endgültig beseitigt wird, wobei der Wert wohl darauf hinweist, dass ohnehin nicht mehr viele bösartige Zellen im Körper vorhanden sein können.

Entsprechend dauert der Aufenthalt während der Radiojodtherapie wohl auch nur drei Tage. In drei Monaten dann noch einmal und wenn alles gut läuft, ist die Gefahr dann endgültig gebannt.

Erstaunlich, aber auch erleichternd. Wir haben da wohl noch Glück im Unglück gehabt, wie uns heute auch der Arzt bestätigte. Dieser Tumor hat mit Abstand die beste Prognose und wenn wir in einigen Monaten sicher sein können, dass die Therapie Erfolg hatte, dann können wir auch davon ausgehen, dass dieser Krebserkrankung keinerlei Einfluss auf die spätere Lebenserwartung haben wird.

Das macht Mut und den würde ich gerne an andere Betroffene weitergeben. Als Ratsuchender findet man so viele Schreckensbotschaften im Internet, dass man allein davon schon krank werden kann. Besser ist es, nicht auf eigene Faust Diagnosen zu erstellen, sondern den Ärzten zu vertrauen.

Natürlich kann es sein, dass wir hier auch Glück haben, in Hamburg so viele große Krankenhäuser zu haben. Das finde ich zumindest beruhigend. Für jedes Fachgebiet findet man mehr Häsuer, die darauf spezialisiert sind und es gibt andere, die würde ich auf keinen Fall in die engere Wahl nehmen.

Alles in allem scheint es  gut zu verlaufen und auch die Betreuung vor Ort in den Facharztpraxen ist freundlich und kompetent.

Wer also auf diesen Artikel stößt, weil er vor eben einer solchen Diagnose steht, nicht nervös werden, mit den Ärzten im Gespräch bleiben, Vertrauen haben und Geduld. Alles braucht seine Zeit. Aber ein papilläres Schilddrüsenkarzinom ist gut  behandelbar. Nur muss man die Wochen bis zur Diagnose überbrücken und sollte sich dabei nicht von Informationen im Internet verrückt machen lassen.

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Ob gute oder schlechte Begebenheiten, man muss das Leben stets so nehmen wie es kommt und damit zurecht kommen. Weder mit einem Radiergummi noch mit einem Wischlappen lassen sich unliebsame Schicksalswege aus der Welt schaffen. Man muss den Weg gehen, der für einen bestimmt ist.

Und so habe ich das Angsttier beherrscht in seine Ecke zurück getrieben, bei dem was jetzt vor uns liegt, kann man keine Angst gebrauchen.

Erstaunlicherweise bin ich fast ruhiger seit ich die Diagnose kenne. Natürlich war es erst dennoch ein Schock. Wir haben einen ganzen Tag auf dem Krankenhausflur gesessen und unseren Gedanken nachgehangen.
Aber danach war nicht mehr viel Zeit für Panik oder Verdrängung.

Schilddrüsenkrebs.

Schock.

Packen wir es an.

Ziemlich schnell habe ich mich dazu entschlossen offen damit umzugehen und Familie und Freunde einzuweihen. Meinem Mann war das erst nicht so recht, er merkte dann aber schnell, dass er nicht Überbringer der schlechten Nachricht war, sondern nur Betroffener und das ihm Gespräche mit Besuchern, denen er nicht mehr viel erklären musste, gut taten. Die Einbeziehung der Freunde hat der Tatsache etwas ihren Schrecken genommen.

Einzige Schwäche, die ich mir noch erlaube:  Ich umschreibe die Krankheit am liebsten nur – mit einem bösartigen Tumor. Das Wort Krebs verursacht mir, ausgesprochen, einen innerlichen Ruck, der mich erschüttert.

Die Heilungschancen sollen sehr gut sein. Das wirkt sich natürlich positiv auf unsere Einstellung aus. Die Ärzte machen einen sehr kompetenten Eindruck und das Vertrauen in sie  stärkt unsere Zuversicht zusätzlich.

Dennoch, ein Spaziergang ist das nicht, sondern ein steiniger Weg.

Bereits eine Woche nach der Diagnose und 12 Tage nach der ersten Operation folgte die zweite große Operation, die 7 Stunden dauerte. Den Tag danach haben wir zusammen im Krankenzimmer verbracht. Jeder weitere Besucher hätte da gestört.
Seitdem geht es aufwärts. Erstaunlich wie schnell diese Wiederauferstehung vonstatten geht. Das gibt unserem Optimismus weitere Nahrung.

In 12 Tagen wird die weitere Therapie besprochen. Wahrscheinlich zunächst eine Radiojodtherapie, anschließend vielleicht noch mehrere Wochen Bestrahlung. Das hängt auch von den Ergebnissen der noch ausstehenden feingeweblichen Untersuchungen ab. Dem sehe ich noch mit unsicheren Gefühlen entgegen. Wird es weitere unangenehme Überraschungen geben?

Mein Mann hat seine Fassung bereits wieder erlangt und sieht die Dinge wie immer pragmatisch. Was sein muss, muss sein. Er will gar nicht zu viele Hintergründe kennen. Er stellt sich täglich den Herausforderungen, die auf ihn zukommen, ohne gleich den ganzen Berg auf einmal in Angriff nehmen zu wollen. Bewundernswert diese Einstellung.

Natürlich gibt es Auf und Ab´s, das wird sicher noch eine Weile so weiter gehen. Aber seit die Ärzte die Dinge in die Hand genommen haben und bisher alles gut verläuft, geht es mir fast besser als in den Wochen zuvor mit dieser erschreckenden Ungewißheit, in der ich das nahende Unheil unbedingt stoppen wollte, wohlwissend, dass ich/wir keinerlei Einfluss auf die Dinge haben.

Draußen vor der Terrassentür blüht mein Flieder wie in jedem Jahr in diesem prächtigen blau, das ich so liebe und noch bin ich nicht so weit, richtig hinzuschauen. Den Urlaub an der Nordsee haben wir bereits abgesagt. Alles nicht so wichtig.

Unsere Freunde spielen eine wichtige Rolle. Es tut gut Ansprechpartner zu haben in schwachen Momenten und teilen zu können.
Allerdings merke ich auch, wie unterschiedlich die Leute reagieren. Manche nehmen die Nachricht so dramatisch auf, dass sie mich mit ihrer Reaktion gleich mit herunterziehen.
Es hilft manchmal mehr, mitfühlend aber sachlich zu bleiben und mögliche Ängste nicht doch noch zu schüren, in dem man Schreckenszenarien malt, die noch nicht mal angedacht sind.

Wir schaffen das! Einen Sommer wird es wohl dauern.

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Monatelang hat mein Leben  sich gleichmäßig die Tage erobert. Manche gingen so leise, wie sie gekommen waren, andere sogar unbemerkt, viele aber auch erfüllt mit einer großen Zufriedenheit. Wenig Probleme, viele schöne Erlebnisse und die Gewißheit, dass es uns gut geht, wofür ich immer dankbar bin.
Vor ein paar Monaten ist auch die Sonnensterntochter ausgezogen, woran ich mich erst sehr gewöhnen musste, aber auch diese Veränderung ist inzwischen halbwegs verschmerzt.

Das Leben sucht sich neue Wege und ich tappse einen anderen Pfad entlang, der wieder mehr an mir und meinem Partner orientiert ist. Soweit so gut.

Bis vor 5 Wochen, als mir am Abend plötzlich diese Beule am Hals meines Mannes auffiel. Was konnte das sein. Er wusste es auch nicht und hatte es selbst noch gar nicht bemerkt.
Ich besorgte ihm zügig einen Termin bei der Hausärztin, was sich durch Ostern noch verschob und schon da war ich irgendwie unruhig.
Die Ärztin übwies ihn an den HNO-Arzt und machte eher den Eindruck, als wenn sie damit möglichst nichts zu tun haben wollte.

Der HNO machte Ultraschall und eine allgemeine HNO Untersuchung mit dem Resultat „Gehen sie bitte schnellstmöglichst zum MRT“, auch eine Blutabnahme wurde angeordnet.
Da wurde das dumpfe Gefühl im Bauch schon größer. Das Angsttier schälte sich aus seiner Verpackung und machte es sich in meinem Innern gemütlich.
Zwischen den Terminen vergingen jeweils Tage.  Zeit die ich mit recherchieren verbrachte. Eine Spurensuche, die ich niemandem empfehlen würde. Das Angsttier frißt sich daran fett und rund und drückt alle anderen Organe zur Seite.
Nach dem MRT das Gespräch beim HNO. Das Ergebnis wäre nicht eindeutig, aber der Lymphknoten wäre erheblich geschwollen, das bedeutet Alarmstufe rot. Das muss näher untersucht werden. Es könnte ganz harmlos sein, aber es könnte auch etwas Bösartiges dahinter stecken.

Da war der Verdacht zum ersten Mal ausgesprochen. Die Tage kriechen dahin. Die erste Panikwelle ist bei mir schon verebbt und ich habe meine Ruhe halbwegs wieder gefunden. Während mein Mann eine bewundernswerte Ruhe an den Tag legt. Bis zum Krankenhaustermin, der erneut 2 Wochen auf sich warten ließ, haben wir alles normal weiterlaufen lassen und dsa hat uns gut getan. Sonst wird man irre. Und mit jedem Tag der verging, rückte die Gefahr wieder etwas in den Hintergrund.

Dennoch wurde es in der Klinik dann wieder aufregend. Man saugt jeden Wimpernschlag und jede kleine Anmerkung der Ärzte auf, in der Hoffnung, es könnte ein gutes Zeichen geben.
Einige davon gibt es durchaus, dennoch ist alles unsicher und es könnte sich ebenso das Gegenteil herausstellen.
Überraschend wurde nicht nur eine Gewebeprobe entnommen und eine Spiegelung des Rachenraums gemacht, sondern auch gleich die Mandeln mit entfernt, da eine von ihnen verdächtig groß aussah.
Und man ist jetzt mit Besuchen beschäftigt und dem Wunsch, dass die OP-Folgen schnell überwunden sein mögen. – Wenn man erstmal im Krankenhaus ist, fühlt man sich auch gleich krank, sagte er zu mir, der sich bis zu dem Moment kerngesund gefühlt hatte. Es gibt auch keinerlei Begleitsymptome oder sonstigen Beschwerden, nur diese Beule am Hals.

Und auch wenn ich inzwischen wieder zuversichtlicher bin und glaube, es muss sich doch alles gut auflösen, so bleibt da doch diese Ungewißheit und die Möglichkeit, dass doch etwas Böses dahinter stecken könnte. Und man kann gar nicht anders, als in den freien Stunden immer wieder daran zu denken, welche Diagnose uns wohl erwartet.

Diese Angst bringt das ganze Leben durcheinander, Alltagsdinge treten in den Hintergrund, vieles wird unwichtig, man stellt das Leben plötzlich in Frage, was wird wenn… und schon der Gedanke ist so ungeheuerlich, dass er einen fast umhaut.
Auch wenn wir immer noch so tun, als ginge es erstmal nur um die Erholung von einer Mandeloperation, so spüre ich das Angsttier schon wieder rumoren, es wartet nur auf den Moment, wo es sich wieder ausbreiten und in mir wachsen kann…. jeden Tag der dem Ergebnis näher rückt, wächst es ein Stück weiter.

Was erwartet uns. Wie wird unser Leben sich weiter gestalten…?

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Die letzten Monate ist einiges in mir in Bewegung geraten. Habe ich mich verändert? Vielleicht erschließe ich mir nur einen neuen Weg. Meinen Weg.

Anlass war vielleicht ein zunehmendes Gefühl von Gehetzt-sein. Jahrelang habe ich mich auf allen Gebieten für alles eingesetzt und engagiert, was mir notwendig und wichtig erschien. Dazu gehörten sowohl Menschen als auch Projekte. Und in dem Bestreben etwas zum Positiven zu verändern, habe ich meine eigenen Bedürfnisse  oft hintenan gestellt. Ich habe Zeit und auch anderes investiert, das mir manchmal für meine alltäglichen Pflichten dann fehlte, was mir ein schlechtes Gewissen verursachte und Stück für Stück Druck aufbaute. Ich wollte es allen recht machen und vor allem wollte ich nicht wegschauen, wo es notwendig war hinzuschauen.
Im Prinzip halte ich das immer noch so und doch habe ich losgelassen.

Endlich! Ich kann loslassen. Noch nicht immer und auch noch mit Schwierigkeiten, aber ich mache Fortschritte.

Wenn ich mich für politische Veränderungen einsetze, dann nur noch im Rahmen meiner zeitlichen Möglichkeiten und ohne mir Termine aufzuhäufen, die mir jeden eigenen Freiraum nehmen.
Meine Ansichten über eine chancengerechtere und zeitgemäße Schule haben sich nicht geändert, aber die Mehrheit hat sich – leider – für die Fortsetzung eines überholten Schulsystems entschieden. Dann ist das so.  Ich finde mich damit ab, ohne dabei ein Desinteresse an der Schullandschaft zu entwickeln. Ich kämpfe nur nicht mehr. Vorerst. Weil es mich persönlich mehr belasten würde, immer wieder gegen Wände zu rennen. Ich bin für die Entscheidung – welche Bildung wir brauchen – nicht verantwortlich. Das habe ich gelernt und das ist ein großer Schritt.

Menschen. Freunde. Für sie da zu sein, wenn sie Hilfe brauchen, liegt mir immer noch am Herzen. Aber auch da war die wichtigste Erkenntnis – ich bin nicht für das Unglück anderer verantwortlich. Das muss ich mir immer noch mal wieder vorsagen, um es zu verinnerlichen. Viele Jahre habe ich jegliche Probleme meiner Umwelt zu meinen eigenen gemacht und mich dabei auch in allerlei Umstände verstrickt, um sie zu lösen. Die Not mir nahe stehender Menschen hat mich von morgens bis abends umgetrieben und auch das verursachte ein Gefühl des Gehetzt-seins, das ich aber lange nicht wahrgenommen habe.
Auch hier ist mir klar geworden, bei aller Anstrengung, die ich auch unternehme, kann ich das Leben anderer nicht zum Besseren verändern. Kurzfristige Unterstützung und Mitgefühl gehören zu einem Zusammenleben mit mir nahe stehenden Menschen dazu, aber letztendlich kann jeder nur seine eigenen Probleme auch selbst aus der Welt schaffen, man kann es anderen nicht aus der Hand nehmen. Verantwortlich ist jeder für sich selbst. Jeden Tag aufs Neue.

So bin auch ich allein verantwortlich dafür, dass ich zunehmend unter Druck geriet und nicht mehr alles bewältigen konnte, was an vermeintlich notwendigen Aktivitäten auf mich einstürmte und darum kann auch nur ich etwas daran ändern. Meine eigene Verantwortung kann ich von der anderer besser trennen.

Diese Erkenntnis hilft mir sehr, wenn es darum geht – zukünftig öfter mal – nein zu sagen.

Ich kann seit einigen Monaten besser schlafen. Ich habe mehr Zeit für meine alltäglichen Pflichten und meine freiberufliche Tätigkeit – immer noch zu wenig, um wirklich auf dem Laufenden zu sein, aber ich sehe kleine Fortschritte.  Ich nehme  mir manchmal die Zeit mitten am Tag zu lesen. Immer noch zu wenig, aber immerhin.
Ich schreibe nur, wenn ich Lust dazu habe und ich bin ruhiger geworden.
Ich lasse mich noch immer von meinem Herzen leiten, aber ich achte sorgfältiger darauf, dass nicht ausnutzen zu lassen. Ich springe nicht sofort, wenn jemand ruft, sondern nur, wenn es für mich  im Rahmen des Möglichen ist und ich ein ehrliches Gefühl dabei habe.
Und ich engagiere mich eher für etwas oder jemanden, wenn die Verantwortlichen das selbst auch tun. Ich habe gelernt nicht mehr jedem alles abzunehmen.

Mag ich auch auf andere oft wie ein Ruhepol gewirkt haben, so hatte ich doch meine innere Ruhe schon vor längerer Zeit verloren.

Mag es auch egoistisch klingen, so beanspruche ich für eine Weile eine engagierte Pause – für mich, damit ich mich auf lange Sicht wieder einsetzen kann. In Maßen!

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Die letzten Wochen, man kann fast sagen Monate, waren ereignisreich und ausgefüllt.

Zwar wirft der Ausgang des Volksentscheides um die Schulreform einen Schatten auf die Ereignisse und ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass das soziale Klima hier weiter kippen wird und die Jugendkriminalität in gleichem Maße zunehmen wird, wie die Perspektivlosigkeit, in die wir einen Teil der Jugendlichen fallen lassen.

Der Mittelpunkt meines Lebens drehte sich aber in den letzten Wochen auch um höchstpersönliche Angelegenheiten.

So feierten wir Ende Mai silberne Hochzeit und jetzt sechs Wochen später meinen 50. Geburtstag. Beide Feiern inmitten eines großen Freundeskreises, wobei der Urlaub dann allerdings dieses Jahr ins Wasser fällt, weil alles nun einmal nicht möglich ist.
Aber es war genau das, was diese besondere Feste zu Glanzpunkten gemacht hat, an die ich nun noch lange gern zurückdenken werde.

Menschen die sich Zeit nehmen, die sich freuen mit mir (uns) zu feiern, die dafür teilweise auch eigene Planungen gut organisieren mussten, denn der Geburtstag fiel ja mitten in die Sommerferien und somit in die Urlaubszeit.
Trotzdem waren die meisten da und haben mir gezeigt, dass sie gerne gekommen sind – meinetwegen.

So konnte eine Familie erst einen Tag später als geplant in den Urlaub starten – und doch war es ihnen das wert, an meinem runden Geburtstag bei mir zu sein.
Ein Freund nahm am folgenden Tag beim Triathlon teil und konnte nur ein paar Stunden kommen, aber immerhin, auch andere machten es möglich.

Und man merkte ihnen allen die Freude mit uns zu feiern, an. Gewünscht habe ich mir nichts, weil mir nicht so viel einfallen wollte und so haben alle selbst mitgedacht und es ist eine hübsche Mischung aus vielen schönen Dingen zusammen gekommen, die davon zeugen, dass sie alle Gedanken gemacht haben.
Unter anderem eine wunderschöne blau-weiße Kuscheldecke mit maritimen Motiven für kühlere Herbststunden im Strandkorb.

Der Ingenieur war schriftstellerisch aktiv geworden und hatte einen Lebenslauf von mir zusammengefasst, in dem alle Wegbegleiter vorkamen, die kommen konnten und mir wichtig sind.
Und die besten Freunde waren auch wieder rührig und haben seit Wochen an einer Überraschung gebastelt, die sehr gelungen war.
Meiner Radiomanie gewidmet wurde eigens für mich ein Radiosender aus dem Boden gestampft.  Sie hatten an alles gedacht. Rote Lampe, Mikrofon, immer die passende Jingleuntermalung, gab es passgenaue Nachrichten für mich, es folgte ein Wetterbericht, Verkehr und Werbung, wie sich das für einen Radiosender gehört.
Dann kam ein Musikquiz, bei dem ich die Kandidatin war und zwölf Titel am ersten Ton erkennen sollte. Bei 8  ist es mir gelungen – allerdings hatte ich fleißige Hilfe aus dem Publikum.
Die Grüße und Musikwünsche steuerten dann noch auf einen besonderen Höhepunkt hin, der in einer Videobotschaft mündete, die von Marzel und Stephan,  zwei Hamburger Programmdirektoren kam, mit denen ich seit vielen Jahren in Kontakt stehe.
Die Begeisterung und Liebe, mit der sie alles vorbereitet hatten und die Bereitschaft auch im Sender selbst hat mich mit großem Glück erfüllt.

Ich schreibe ja seit einigen Monaten ein „Glückstagebuch“ und darin kommen alles Begebenheiten, die ich unter GLÜCK ablege und ich stelle immer wieder fest, das Glücksmomente bei mir immer an Erlebnisse mit anderen Menschen gekoppelt sind. Das passt auch zu meinem Lebensmotto, in dem vor allem die Menschen selbst eine große Rolle spielen.

So hatte ich mir an meinem eigentlichen Geburtstag, der mitten in der Woche stattfand, einige Frauen zum Frühstück eingeladen, damit ich auch an diesem Tag nicht allein bin und das war ein wunderschöner Vormittag – den habe ich mir selbst geschenkt. Man muss sich immer auch selbst um sein Glück kümmern. Aktiv sein, statt auszuharren, ob andere etwas tun.

Ich habe einen guten Weg gefunden, das Leben von der guten Seite zu sehen und zu erleben. Die Freunde an meiner Seite, auf die ich mich verlassen kann, die halten was sie versprechen und das Leben in gewisser Weise mit mir teilen, sind ein fester Pfeiler auf diesem Weg. So bewunderte dann auch eine Schulkollegen aus Jugendtagen den Kreis den ich mir da aufgebaut habe. Und ja, ich bin stolz auf all diese Menschen und ihre Zuneigung und ich habe inzwischen gelernt, die Spreu vom Weizen zu trennen. Freundschaft funktioniert nur von zwei Seiten und das sind wunderbare Geschenke im Leben, die man pflegen und um die man sich kümmern muss.

Für die, die das gerne tun, bin ich dankbar. Sie sind meine Glücksschmiede.

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Wenn die Nonnen singen in den Klostern, dann ist Ostern, dann ist Ostern – pflegte mein Vater zu Lebzeiten immer zu sagen und er war überzeugter Atheist. 🙂

An manche Redensarten erinnert man sich ewig, sie halten uns die Toten lebendig. Ich denke in den letzten Tagen viel an meinen Vater, ebenso wie an den Weltenbummler, was mit daran liegen mag, dass wir diese Woche den Vater einer sehr guten Freundin beerdigt haben.  Auch oder gerade weil ich da selbst nicht so nah betroffen bin,  hatte ich meine eigenen Gedanken, die sich nicht verdrängen ließen.

Aber Ostern ist für mich vor allem auch ein Fest voller Freude und Farben, Frühling und neuem Leben. Vielleicht deshalb habe ich mir in diesem Jahr so viel vorgenommen. Gestern gab es bereits das große Osterfesttagsessen für die Familie, heute sind Freunde eingeladen, wir zünden den Feuerkorb und viele Fackeln im Garten an und natürlich muss endlich angegrillt werden ;-). Nachdem es im letzten Jahr ein kleines Desaster gab, da hier im Stadtteil die großen traditionellen Osterfeuer abgesagt wurden und dieses Jahr noch weniger stattfindet, – dachte ich mir, selbst ist die Frau, das können wir doch auch alleine.  Einige Freunde haben sich schon angesagt, der Garten wird voll werden und ich freu mich drauf. Glühwein und Würstchen sind reichlich vorhanden.

Morgen großer Osterbrunch mit der Familie, ich hoffe,  ich komme pünktlich aus dem Bett, sie haben sich „gefärbte“ Eier gewünscht. Das ganze Jahr über isst hier kein Mensch Eier, aber als ich fragte, was sie Ostern wollen und ob sie denn bunte Eier wollen, leuchteten die Augen der „großen“ Kinder auf „Jaaaaaa, natürlich – bunte Eier“.  Und noch jede Menge andere Leckereien. Mittagessen fällt dann aus, damit nachmittags, wenn die Großeltern kommen, alle wieder Sahnetorte mögen ;-).
Und abends dann – Füße hoch. Yihaa, das wird auch schön.

Ostermontag hab ich mir frei genommen, muss unbedingt in die City zum Finale des Osterhitmarathons von Radio Hamburg. Vielleicht bin ich ja ein bisschen verrückt, aber auch nach all den Jahren, bewegt es mich noch und ich freu mich, dass es so ist. Jedem seine Macke, gell? 🙂

Ah – und als kleinen Farbtupfer,  – einen Blick in meinen Garten.


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