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Archive for the ‘Gelebtes’ Category

Da bin ich im letzten Jahr so schwungvoll gestartet mit dem festen Vorsatz diesen Blog wieder zum Leben zu erwecken und dann … bin ich schnell wieder verstummt.
Zum Teil lag es an den Ereignissen die uns alle berührt haben. Die Weltlage, die vielen schrecklichen Nachrichten. Ich hatte so viel in mir …. vor allem Verwirrung und Bestürzung über die Stimmungslage in unserem Land. Es hat mich sprachlos gemacht.
Ich konnte nicht darüber schreiben, weil ich mir kein Urteil anmaßen wollte, es schien mir alles so komplex, dass ich bald selbst nicht mehr wusste, was richtig ist. Das viele, viele tausend Menschen in Not sind, das schien mir das Wichtigste und dahinter müssten doch alle anderen Bedürfnisse zurück stehen, die ja meist doch nur egoistischer Natur sind.

Bisher ist keine menschliche Lösung gefunden für das Drama, dass sich in weiten Teilen der Welt abspielt. Menschen ertrinken weiter im Meer oder werden in Lagern gestapelt, hin- und hergeschoben, aufbewahrt. Unwürdig finde ich das und bin immer wieder erschrocken, wie viel Hassparolen man in unserem Land darüber hört.
Auch bei uns im Stadtteil gibt es mehrere Flüchtlingslager und Initiativen dafür und – dagegen. Mir persönlich hat kein Flüchtling bisher irgendetwas weggenommen oder mich gestört oder belästigt. Und ich frage mich manchmal, was wir tun würden in einer ähnlichen Lage. Wenn wir aus unserem Wohlstandsgefüge herausfallen würden und bei Wind und Wetter durch die Welt laufen müssten ohne Hab und Gut, ohne Sicherheit und Wärme. Würden wir das überhaupt schaffen? – Da habe ich meine Zweifel.

Diese Gedanken haben mich gelähmt und tun es zum Teil noch jetzt.
Drei Tage vor Weihnachten bin ich dann unglücklich gestürzt und habe mir den rechten Oberarm gebrochen – ganz üble Geschichte und schmerzhaft und nervtötend langwierig. Ganz ausgeheilt ist es immer noch nicht, aber ich kann doch inzwischen das meiste wieder machen.
Und da kommt so langsam die Lust zum Schreiben wieder, für die ich mir aber auch Zeit nehmen muss. Dies wird also ein neuer Anlauf – ich hoffe, es klappt. 🙂

 

 

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Das Wetter lud heute zu einem letzten Bummel über den Sommerdom ein, der morgen zuende geht.
Andere verbrachten den Abend dagegen lieber im Fußballstadion. Kurz vor 22 Uhr trafen sich beide Welten. Die Fußballfans strömten auf den Dom – nüchtern waren sie nicht mehr (höflich ausgedrückt).In U- und S-Bahn begegneten wir ihnen in Rudeln und sie machten einen ganz friedlich-fröhlichen Eindruck.

„Wollen wir fragen oder lieber googeln?“ fragte meine Freundin. Ich entschied mich für die Webseite des Vereins, nicht das man noch jemanden auf dem falschen Fuß erwischt, auch wenn die Gesichter eine andere Sprache hatten.

Und dann das unglaubliche 3.2 für den HSV – kann es denn möglich sein? Die haben tatsächlich gewonnen.

Sekunden später hätten wir die Suchmaschine nicht mehr gebraucht. Die Menge in der Bahn fing an zu hüpfen „Hamburger Jungs, Hamburger Jung…“ eine von Lotto´s Hymnen. „….Eins kann mir keiner nehmen…. und das ist die pure Lust am Leben“. In diesem Moment grinsten alle Fahrgäste still vor sich hin und waren mit den Fußballfans vereint – Hamburger.

Der Zug rollte in den Hauptbahnhof ein, die Türen öffneten sich ….. „Ole, ole, ole, ole….“ tönte es vom Bahnsteig.

Nun steht es fest: Wir sind Meister. Hamburger Meister, Deutscher Meister, Weltmeister…..????

Auf jeden Fall Optimisten-Meister!!!

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Es liegt nun schon gut 10 Jahre zurück, seit ich mir eingestehen musste, dass die Buchstaben in der Zeitung einfach zu klein für meine Augen wurden und die Arme zu kurz.
Ich begleitete meinen Sohn zum Optiker, der einen Sehtest für den Führerschein machen musste und bestellte mir dann ganz nebenbei meine erste Lesebrille. Unauffällig mit ganz dünnem Rand.

Ein erhebendes Gefühl, wieder alles lesen zu können, aber wohin mit dem guten Stück für den Rest des Tages, wenn ich nicht mit Lesen beschäftigt war? Sie lag mehr oder weniger überall…. und nirgends.
Verkrümmelte sich in der Handtasche oder noch besser in Jackentaschen, die sie dann mit in die Waschmaschine nahmen…., ich setzte mich drauf, verlor sie im Auto, unter dem Sitz…., das ging nicht lange gut. Nach ungefähr einem Jahr war sie komplett verbogen und irgendwann ganz weg…
Dann kaufte ich mir die erste Lesebrille im Supermarkt und gleich noch eine zweite als Ersatz. Und ich gewöhnte mir an, die Brille nach Gebrauch hoch zu schieben, wo sie dann ihren Stammplatz bekam, auf dem Kopf gleichzeitig als Haarband. Das war/ist äußerst praktisch, sie ist immer zur Hand, wenn man sie braucht und eben so schnell wieder aus dem Weg.
Nach etwa 3 Monaten machte es das erste Mal „Knack“ auf meinem Kopf. Der Rahmen war gesprungen und das Glas saß nur noch locker in der Fassung. Der Ingenieur klebte den Rahmen. Dann verlor ich die Schrauben an den Bügeln, auch das konnte anfangs repariert werden. Länger als ein Jahr hielten die Brillen nie.

Mit der Zeit wurden die Augen auch schlechter, die Stärke musste erhöht werden. Im letzten Jahr plagte mich das Gewissen, dass diese ewigen Lupenbrillen aus dem Discounter der Gesundheit nicht unbedingt zuträglich sind und ich beschloss mir wieder mal eine Brille beim Optiker zu kaufen.
Der Sehtest ergab einen erheblichen Unterschied zwischen dem linken und dem rechten Auge, die Lesebrille wurde entsprechend angepasst und man empfahl mir das auf jeden Fall auch noch mal beim Augenarzt abzuklären.

Stolz trug ich die neue Brille in ihrem Etui nach Hause und ging sehr sorgfältig mit ihr um – das bedeutete auch, sie nicht mehr ständig auf den Kopf zu schieben, um den Rahmen nicht zu beschädigen. Sicherheitshalber hatte ich mich für ein Metallgestell entschieden, dass robuster ist, als andere Fassungen. Nun tauchte wieder das Problem des Aufenthaltsortes der Brille auf.

Eine schweißtreibende Angelegenheit, aber ich ließ mich nicht entmutigen.

Die Brille befand sich gut vier Monate in meinem Besitz. Es war an einem regnerischen Sonntagmorgen und ich fuhr mit dem Rad zum Brötchen holen. Die Brille schob ich in die Jackentasche, um sie vor dem Regen zu schonen – ohne Brille fühle ich mich inzwischen unsicher, das Kleingeld im Portemonnaie lässt sich nicht mehr so gut auseinander halten…
Beim Bäcker kam ich aber dieses Mal ohne Lesehilfe aus. Wieder zu Hause, leerte ich gleich meine Jackentasche und stellte mit Schrecken fest….. keine Brille. Sofort bin ich den ganzen Weg zu Fuß abgelaufen, es war menschenleer auf der Straße und ungemütlich…, die Brille war unauffindbar auch eine Nachfrage beim Bäcker blieb erfolglos.

Seither habe ich wieder nur die Billigbrillen.

Auch ein Besuch beim Augenarzt ist bisher ausgeblieben. Die Ärzte in unserem Stadtteil haben alle einen schlechten Ruf und wenn man wirklich mal eine Empfehlung hat, bekommt man gleich am Empfang zu hören, dass leider keine neuen Patienten mehr aufgenommen werden können.
Gute Vorsätze allein reichen also nicht. Die Lesebrille ist und bleibt problematisch.

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Man kennt das ja. Eine Geburtstagseinladung bei guten Freunden. Im allgemeinen Terminkalenderstress eine willkommene Gelegenheit alle mal wieder zu sehen und gemeinsam einen netten Abend zu verbringen. Da möchte man dem Geburtstagskind natürlich auch eine Freude machen. Nur was?

Es soll ja etwas Schönes sein. Bestenfalls ausgefallen. Geschmackvoll. Kreativ vielleicht oder neuartig. Bücher, Musik oder BlueRays? Alles schon da gewesen und wie trifft man da genau den Geschmack der Gastgeber? – doppelt soll es ja auch nicht sein. Deko gibt es viele schöne Dinge…. noch mehr davon haben alle bereits zu Hause rumstehen.
Also fragt man das Geburtstagskind lieber rechtzeitig nach einem Wunsch und erntet …. Ratlosigkeit.
7 Paare einladen ist nicht schwer. Aber 7 Wünsche … die nicht zu klein und nicht zu groß ausfallen sollen?

Alternativ könnte man sich im Freundeskreis absprechen künftig ganz auf Geschenke zu verzichten.

Wir hatten da eine andere Idee – besser gesagt unser Jugendfreund machte den Anfang.

Seit drei Jahren schenken wir uns gegenseitig gemeinsame Ausflüge. Das Geburtstagskind muss sich um nichts kümmern. Wird abgeholt und nach Hause gebracht, alles ist organisiert und die besten Freunde sind mit von der Partie.
So waren wir schon Brunchen, Bowlen, im Planetarium, zur Slot-Car Bahn, Sandmalereishow, auf Hafenrundfahrt und in Cocktailbars oder im Portugiesenviertel schlemmen.
Vielfach Örtlichkeiten die wir zuvor noch gar nicht kannten. Und es waren jedesmal wundervolle Abende.

Im Vorfeld hat man natürlich einige Mühe. Man muss sich kreativ auf Ideensuche machen, dabei über die zu beschenkende Person nachdenken – was passt zu ihr, was würde ihr gefallen, ist es bezahlbar. So wie man es eigentlich immer machen sollte, wenn man etwas verschenkt.
Und gleichzeitig haben wir nun immer Termine in unseren Kalender stehen, zusammen mit unseren Freunden, denn irgendeiner hat ja immer Geburtstag :-).

Und der Kreis derer die mitgenommen werden, wird immer größer. Nächsten Samstag ist es mal wieder soweit. Dann starten wir schon als richtige Gruppe. Zuerst zum Schlagermove – ergänzte sich spontan zum eigentlichen Geschenk und wenn es terminlich so passt, kann man das ja mitnehmen. Anschließend geht es zum Stuttgarter Weinfest. Tisch ist bestellt.

Und alle freuen sich! Das ist das tollste daran.

Und ich bin sehr, sehr glücklich und dankbar für diese wundervollen Freunde, die uns zum Teil schon seit unserer Kindheit begleiten.

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Der Weg zurück zur Normalität. Fast leben wir schon wieder so, wie vor der Diagnose. Die bösen Geister sind verscheucht und manchmal kommt es mir vor, als wäre alles nur ein böser Traum gewesen.
Aber das täuscht. Ganz so leicht darf man es nicht nehmen. Was da die letzten Wochen über uns hinweg gefegt ist, hat Spuren hinterlassen. Nicht nur als sichtbare Narben.

Dennoch kann man zum jetzigen Zeitpunkt sagen: Es ist gut ausgegangen. Mit jedem Arztgespräch kam mehr Licht ins Dunkel und die Aussichten und Prognosen wurden von Mal zu Mal besser. So erfuhren wir letzte Woche, dass die einmalige Radiojodtherapie so erfolgreich war, dass die Ärzte eine weitere Behandlung für nicht erforderlich halten. Nun folgt die hormonelle Einstellung des TSH Wertes und eine halbjährliche Kontrolle.

Es dauert ein bisschen, bis man sein Glück fassen kann. Erstmal ist da auch etwas Ungläubigkeit.
Ist es das jetzt wirklich gewesen? Ist auch wirklich alles untersucht? Kein weiterer Befund?

Es scheint fast zu einfach um wahr zu sein und wir sind noch etwas auf der Hut und ein bisschen unsicher, dass die Arztbesuche nun wieder so selten werden. – Hoffentlich geht das gut. Ist die leise Befürchtung, die bei allem Optimismus noch bleibt.

Aber es gibt auch andere Blickrichtungen. Der Arbeitsalltag läuft fast schon wieder normal. Und das wir unseren Urlaub an der Nordsee nun abgesagt haben,  war vielleicht doch übereilt, aber aus unserer Sicht von Anfang Mai war es notwendig, da auch die Ärzte zunächst einen ganz anderen Behandlungsplan im Auge hatten, den sie dann laufend nach unten korrigiert haben. Immerhin besser als andersherum.

Und verpasste Gelegenheiten kann man ja auch in Chancen vewandeln.

Um doch noch ein paar Tage von der Flut der Ereignisse vergangener Wochen abzuschalten, haben wir nun kurzfristig 5 Tage Usedom gebucht. In einem schönen Hotel, direkt am Meer, Zimmer mit Balkon und der Aussicht auf Meeresrauschen, Entspannen und neue Energie tanken. Und damit nicht genug, haben wir auch Pläne für den Herbst konkret in Angriff genommen und nicht wie sonst so oft – nur darüber nachgedacht.
Es ist ein erhebendes Gefühl, dass ich heute 2 Wochen im September auf Mallorca gebucht habe. Ich kann es schwer beschreiben, dieses aufgeregte Gefühl, wenn man auf – buchen – klickt.

Zuvor haben wir viel geguckt, verglichen, gerechnet und dann habe ich heute Schritt für Schritt gebucht und kam mir dabei ein wenig tollkühn vor.

Nachdem wir seit Jahrzehnten jedes Jahr an die Nordsee fahren, sind zwei Wochen Mallorca für uns schon ein Abenteuer, wenn auch im gleichen Hotel, in dem wir vor 25 Jahren schon einmal waren. Ganz konnte ich dann doch nicht aus meiner Haut und habe auf schon Bekanntes zurück gegriffen – auch wenn die Erinnerung nur noch schemenhaft ist.

Wir freuen uns riesig auf unsere nächsten Reisen. Das Leben hat uns – und vor allem meinen Mann – wieder und wir sind bereit, erneut Schwung in unsere Lebenswelle zu bringen.

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Ob gute oder schlechte Begebenheiten, man muss das Leben stets so nehmen wie es kommt und damit zurecht kommen. Weder mit einem Radiergummi noch mit einem Wischlappen lassen sich unliebsame Schicksalswege aus der Welt schaffen. Man muss den Weg gehen, der für einen bestimmt ist.

Und so habe ich das Angsttier beherrscht in seine Ecke zurück getrieben, bei dem was jetzt vor uns liegt, kann man keine Angst gebrauchen.

Erstaunlicherweise bin ich fast ruhiger seit ich die Diagnose kenne. Natürlich war es erst dennoch ein Schock. Wir haben einen ganzen Tag auf dem Krankenhausflur gesessen und unseren Gedanken nachgehangen.
Aber danach war nicht mehr viel Zeit für Panik oder Verdrängung.

Schilddrüsenkrebs.

Schock.

Packen wir es an.

Ziemlich schnell habe ich mich dazu entschlossen offen damit umzugehen und Familie und Freunde einzuweihen. Meinem Mann war das erst nicht so recht, er merkte dann aber schnell, dass er nicht Überbringer der schlechten Nachricht war, sondern nur Betroffener und das ihm Gespräche mit Besuchern, denen er nicht mehr viel erklären musste, gut taten. Die Einbeziehung der Freunde hat der Tatsache etwas ihren Schrecken genommen.

Einzige Schwäche, die ich mir noch erlaube:  Ich umschreibe die Krankheit am liebsten nur – mit einem bösartigen Tumor. Das Wort Krebs verursacht mir, ausgesprochen, einen innerlichen Ruck, der mich erschüttert.

Die Heilungschancen sollen sehr gut sein. Das wirkt sich natürlich positiv auf unsere Einstellung aus. Die Ärzte machen einen sehr kompetenten Eindruck und das Vertrauen in sie  stärkt unsere Zuversicht zusätzlich.

Dennoch, ein Spaziergang ist das nicht, sondern ein steiniger Weg.

Bereits eine Woche nach der Diagnose und 12 Tage nach der ersten Operation folgte die zweite große Operation, die 7 Stunden dauerte. Den Tag danach haben wir zusammen im Krankenzimmer verbracht. Jeder weitere Besucher hätte da gestört.
Seitdem geht es aufwärts. Erstaunlich wie schnell diese Wiederauferstehung vonstatten geht. Das gibt unserem Optimismus weitere Nahrung.

In 12 Tagen wird die weitere Therapie besprochen. Wahrscheinlich zunächst eine Radiojodtherapie, anschließend vielleicht noch mehrere Wochen Bestrahlung. Das hängt auch von den Ergebnissen der noch ausstehenden feingeweblichen Untersuchungen ab. Dem sehe ich noch mit unsicheren Gefühlen entgegen. Wird es weitere unangenehme Überraschungen geben?

Mein Mann hat seine Fassung bereits wieder erlangt und sieht die Dinge wie immer pragmatisch. Was sein muss, muss sein. Er will gar nicht zu viele Hintergründe kennen. Er stellt sich täglich den Herausforderungen, die auf ihn zukommen, ohne gleich den ganzen Berg auf einmal in Angriff nehmen zu wollen. Bewundernswert diese Einstellung.

Natürlich gibt es Auf und Ab´s, das wird sicher noch eine Weile so weiter gehen. Aber seit die Ärzte die Dinge in die Hand genommen haben und bisher alles gut verläuft, geht es mir fast besser als in den Wochen zuvor mit dieser erschreckenden Ungewißheit, in der ich das nahende Unheil unbedingt stoppen wollte, wohlwissend, dass ich/wir keinerlei Einfluss auf die Dinge haben.

Draußen vor der Terrassentür blüht mein Flieder wie in jedem Jahr in diesem prächtigen blau, das ich so liebe und noch bin ich nicht so weit, richtig hinzuschauen. Den Urlaub an der Nordsee haben wir bereits abgesagt. Alles nicht so wichtig.

Unsere Freunde spielen eine wichtige Rolle. Es tut gut Ansprechpartner zu haben in schwachen Momenten und teilen zu können.
Allerdings merke ich auch, wie unterschiedlich die Leute reagieren. Manche nehmen die Nachricht so dramatisch auf, dass sie mich mit ihrer Reaktion gleich mit herunterziehen.
Es hilft manchmal mehr, mitfühlend aber sachlich zu bleiben und mögliche Ängste nicht doch noch zu schüren, in dem man Schreckenszenarien malt, die noch nicht mal angedacht sind.

Wir schaffen das! Einen Sommer wird es wohl dauern.

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Damals – Anfang der 90er war ich weiß Gott kein Take That Fan. Mir ging die Hysterie damals furchtbar auf die Nerven.
Für mich waren das so tanzende Milchbubis  und ich habe den Hype um diese ganzen Boybands nie verstanden. Ich hatte zu der Zeit zwei Kindergartenkinder und ganz andere Dinge im Kopf. Und ich fing da  gerade mit meiner „PUR“-Phase an.  Entsprechend habe ich auch die ganzen Take That Songs gar nicht drauf.

Als sie in der Versenkung verschwanden war ich nicht böse drum und auch die Auferstehung von Robbie Williams als Solostar ging zunächst völlig an mir vorbei.
Erst der Weltenbummler stieß mich immer wieder mit der Nase darauf. Für ihn war Robbie Williams der Größte und ich besorgte ihm mit den Jahren alle Alben und Musik DVD´s und freute mich an seiner Begeisterung ohne mich selbst davon anstecken zu lassen.
Bei unserer ersten Begegnung dann konnte ich ihm aber nicht mehr entkommen. Wir schauten uns die Konzert DVD Live in Knebworth an und da begann ich endlich zu verstehen.

Es ist wirklich ein Erlebnis Williams live auf einer Bühne zu erleben und plötzlich ging mir auch die Musik viel mehr unter die Haut.

Einiges von dieser RW-Begeisterung hat er mir hinterlassen und ich registriere heute jede Neuerscheinung, diesmal allerdings im eigenen Interesse. Dennoch hatte ich lange Zeit nicht vor, ein Ticket für das Take That Konzert zu kaufen. Aber wie das so ist, manchmal kommt es anders.
In einer sentimentalen Nacht Anfang Juli habe ich ganz spontan die Ticket-Seite im Internet besucht, um zu schauen, ob es überhaupt noch Karten gibt und ich war überrascht, dass das gar kein so großes Problem war. Da konnte ich nicht widerstehen und habe eine Karte gebucht, die ich mir zum Geburtstag habe schenken lassen.

Und am Freitag war es dann soweit. Take That in Hamburg und alle waren in Aufruhr, zumal es ja schon Unruhe gegeben hatte, ob Robbie nun wirklich auftreten kann, nachdem das Konzert am Wochenende davor in Kopenhagen abgesagt wurde.
Sämtliche Radiostationen in der Stadt sprangen erneut auf den Take That Hype auf und je mehr ich davon hörte, desto unruhiger wurde ich. Die ersten Fans sammelten sich schon morgens am Stadion. Die Einlaßkontrollen sollten sehr umständlich sein, da die Karten personalisiert waren. Ich war mehr aufgeregt wegen der Hysterie und dem Andrang als wegen des Konzertes.

So war ich schon kurz vor 17 Uhr am Volksparkstadion und sah dem Einlaß mit gemischten Gefühlen entgegen. Aber da war gar nix los. Ich stand in keiner Schlange. Ich habe mein Ticket und Ausweis vorgezeigt, ich hatte keine Tasche mit, wie die Mädels die ihren ganzen Hausstand dabei haben. Geld, Taschentücher, Handy in der Jackentasche und alles war easy. Ruckzuck war ich durch und hatte dann ganz in Ruhe Zeit zum Gucken.

Die Zeit bis 19.30 Uhr ging relativ schnell rum, es gab genug zu Gucken und der Gang zu den Toiletten war dann auch noch eine Begegnung der besonderen Art.
Als Vorgruppe heizten die Pet Shop Boys ein, was ja schon mal ein Highlight war und sogleich Partystimmung aufkommen ließ. Und dann so gegen 20.45 Uhr starteten Take That – zumindest vier von ihnen. Robbie Williams war noch nicht in Sicht und nach dem dritten (?) Lied wurde ich langsam unruhig. Er wird doch kommen…. ?
Aber der Auftakt war sehr gelungen. So kamen dann auch alle zum Zug und RW stand nicht so von Beginn an über allem.

Überraschend, ungewöhnlich und irgendwie komisch fand ich die Aufforderung, dass wir erst alle die Deutschlandhymne singen sollten. Das habe ich noch nie erlebt. Ich musste aber lachen und zum Glück gab es genügend Leute im Publikum, die einen über die Textlücken hinweg geholfen haben. Ich glaube Mark Owen war es, der das ankündigte und dann von seinem Handy den Text abspielte, den wir mitsingen sollten.
Es gab viele so kleine Ideen, die sie eingeworfen haben und damit die Distanz zwischen singendem Künstler auf der Bühne und Konzertbesucher aufgebrochen haben. Das gelingt ja bei Nicht-deutschsprachigen Künstlern nicht immer gleich gut.

Und dann kam er – Robbie, der Held aller kreischenden Mädels, die aber inzwischen auch erwachsen geworden sind und er eroberte die Bühne und das Publikum im Sturm. Robbie Williams ist ein genialer Entertainer. Er spielt und kokettiert  mit dem Publikum, baut eine Verbindung auf, in dem er sich preis gibt – was ja aber auch nur Show ist, aber es wirkt sehr nah. Er gibt alles und hat dabei auch keine Berührungsängste.  Kein Wunder, dass er Everybodys Darling ist. Verdient!!!

Die ganze Show war so gigantisch, man wusste gar nicht, wo man überall hinschauen sollte, alles war so perfekt. Die Kulissen, die tanzenden Fabelwesen, die an eine Mischung aus Alice im Wunderland und Mary Poppins erinnerten, die vielen Hits, bei denen man nicht still sitzen bleiben konnte.

Hammer! Megagenial!!! Ich bin begeistert, sowas mal miterlebt zu haben und bereue die Entscheidung in keinster Weise. Sollte Robby Williams noch mal solo auf Tour gehen und dabei auch Station in Hamburg machen, werde ich versuchen, auch da ein Ticket zu bekommen.

Das Wetter meinte es ja bei diesem Hamburg Konzert nicht so gut mit uns und nicht nur die Zuschauer im Innenraum, sondern auch die Band wurde richtig nass und ich habe sie sehr bewundert, dass alle fünf Jungs sich überhaupt nichts haben anmerken lassen von dem ganzen Regen. Die haben so gepowert und ihre Show gemacht, als würde die Sonne scheinen. Respekt!!!

Alles in allem ein genialer Abend, den ich so schnell nicht vergessen werde!

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