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Archive for the ‘Hamburg’ Category

Gestern ist das neue Album von Udo Lindenberg herausgekommen „Stärker als die Zeit“ und man kommt in diesen Tagen einfach nicht an ihm vorbei. Anläßlich seines anstehenden 70. Geburtstages stehen die Zeitungen voll über Udo-Geschichten. Morgen abend gibt es in der ARD sogar eine Doku, direkt nach dem Tatort.

Ich war niiie ein Udo Lindenberg Fan. Dafür fehlte mir vielleicht der Blick über den Tellerrand, die Neugier mich auf etwas einzulassen, was ich nicht auf Anhieb verstehe…  Aber man entwickelt sich und zwar von beiden Seiten. Zu Beginn seiner Karriere war Udo so weit weg von meiner Lebenswirklichkeit, dass seine Musik und mein Musikgefühl sich gar nicht begegnen konnten. Und auch jetzt muss ich mich immer noch an das coole Genuschel gewöhnen.
Aufmerksam geworden bin ich erstmals bei seinem MTV Unplugged Konzert, was auch schon wieder einige Jahre zurück liegt. Dieses Konzert mit vielen seiner Musikerkollegen war für mich voller Überraschungen. Es war im Prinzip meine erste Begegnung mit Udo Lindenbergs Musik. Klar kannte ich den Sonderzug – aber auch der fuhr damals ziemlich lässig an mir vorbei.
Über die Brücke, die die anderen Künstler mir bauten, ließ ich mich also auf das Unplugged Konzert ein und staunte über die schöne Musik, die teilweise richtig tollen Lieder. Das hatte ich nicht erwartet.

Seither nehme ich Neuigkeiten rund um Udo Lindenberg zur Kenntnis. Wir waren auch schon in Berlin und haben das Musical geschaut, ebenfalls berührend.
Und immer wieder gerne lese ich darüber, wie er sich in unserem schönen Hamburger Hotel häuslich eingerichtet hat. Ich würde es sehr vermissen, wenn er nicht mehr dort wohnen würde, auch wenn ich ihn dort sicher nie besuche. Aber er gehört so zu Hamburg und das fühlt sich gut an.

Nun also hört man auf allen Kanälen von seinem neuen Album und ich konnte nicht umhin gleich mal bei itunes Probe zu hören, mit dem Ergebnis, dass ich es gleich darauf gekauft habe, davon wollte ich in jedem Fall mehr hören.
Und was soll ich sagen? Ich bin geradezu geflasht!

Wieder die Überraschung beim Hören. So nachdenkliche und vielfache lebensnahe Texte, die sicher eng mit Udos Leben verknüpft sind und die Musik dazu und seine Art es zu singen, sind berührend und leicht zugleich. Man wippt mit dem Fuß, man summt mit und  ist gleichzeitig ergriffen von der Wahrheit der Texte. Zauberhaft.

Ich könnte es rauf und runter hören und bin immer noch ganz ungläubig, dass das wirklich Udo Lindenberg ist. Entweder hatte ich die Jahrzehnte davor Scheuklappen auf Augen und Ohren oder es hat sich etwas entwickelt….
Udo ist vielleicht reifer geworden  – mit 70 nun doch kein Teenager mehr und ich – bin vielleicht mit dem Alter offener geworden, toleranter, bereit mich auf Dinge einzulassen und dann entdeckt man eben auch solche Perlen.

Ich wünsche ihm jedenfalls, dass er seinen Erfolg jetzt eine Weile genießen kann und noch Kraft für viele Jahre hat, um uns weiter so galaktisch zu überraschen. 🙂

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Das Wetter lud heute zu einem letzten Bummel über den Sommerdom ein, der morgen zuende geht.
Andere verbrachten den Abend dagegen lieber im Fußballstadion. Kurz vor 22 Uhr trafen sich beide Welten. Die Fußballfans strömten auf den Dom – nüchtern waren sie nicht mehr (höflich ausgedrückt).In U- und S-Bahn begegneten wir ihnen in Rudeln und sie machten einen ganz friedlich-fröhlichen Eindruck.

„Wollen wir fragen oder lieber googeln?“ fragte meine Freundin. Ich entschied mich für die Webseite des Vereins, nicht das man noch jemanden auf dem falschen Fuß erwischt, auch wenn die Gesichter eine andere Sprache hatten.

Und dann das unglaubliche 3.2 für den HSV – kann es denn möglich sein? Die haben tatsächlich gewonnen.

Sekunden später hätten wir die Suchmaschine nicht mehr gebraucht. Die Menge in der Bahn fing an zu hüpfen „Hamburger Jungs, Hamburger Jung…“ eine von Lotto´s Hymnen. „….Eins kann mir keiner nehmen…. und das ist die pure Lust am Leben“. In diesem Moment grinsten alle Fahrgäste still vor sich hin und waren mit den Fußballfans vereint – Hamburger.

Der Zug rollte in den Hauptbahnhof ein, die Türen öffneten sich ….. „Ole, ole, ole, ole….“ tönte es vom Bahnsteig.

Nun steht es fest: Wir sind Meister. Hamburger Meister, Deutscher Meister, Weltmeister…..????

Auf jeden Fall Optimisten-Meister!!!

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Man kennt das ja. Eine Geburtstagseinladung bei guten Freunden. Im allgemeinen Terminkalenderstress eine willkommene Gelegenheit alle mal wieder zu sehen und gemeinsam einen netten Abend zu verbringen. Da möchte man dem Geburtstagskind natürlich auch eine Freude machen. Nur was?

Es soll ja etwas Schönes sein. Bestenfalls ausgefallen. Geschmackvoll. Kreativ vielleicht oder neuartig. Bücher, Musik oder BlueRays? Alles schon da gewesen und wie trifft man da genau den Geschmack der Gastgeber? – doppelt soll es ja auch nicht sein. Deko gibt es viele schöne Dinge…. noch mehr davon haben alle bereits zu Hause rumstehen.
Also fragt man das Geburtstagskind lieber rechtzeitig nach einem Wunsch und erntet …. Ratlosigkeit.
7 Paare einladen ist nicht schwer. Aber 7 Wünsche … die nicht zu klein und nicht zu groß ausfallen sollen?

Alternativ könnte man sich im Freundeskreis absprechen künftig ganz auf Geschenke zu verzichten.

Wir hatten da eine andere Idee – besser gesagt unser Jugendfreund machte den Anfang.

Seit drei Jahren schenken wir uns gegenseitig gemeinsame Ausflüge. Das Geburtstagskind muss sich um nichts kümmern. Wird abgeholt und nach Hause gebracht, alles ist organisiert und die besten Freunde sind mit von der Partie.
So waren wir schon Brunchen, Bowlen, im Planetarium, zur Slot-Car Bahn, Sandmalereishow, auf Hafenrundfahrt und in Cocktailbars oder im Portugiesenviertel schlemmen.
Vielfach Örtlichkeiten die wir zuvor noch gar nicht kannten. Und es waren jedesmal wundervolle Abende.

Im Vorfeld hat man natürlich einige Mühe. Man muss sich kreativ auf Ideensuche machen, dabei über die zu beschenkende Person nachdenken – was passt zu ihr, was würde ihr gefallen, ist es bezahlbar. So wie man es eigentlich immer machen sollte, wenn man etwas verschenkt.
Und gleichzeitig haben wir nun immer Termine in unseren Kalender stehen, zusammen mit unseren Freunden, denn irgendeiner hat ja immer Geburtstag :-).

Und der Kreis derer die mitgenommen werden, wird immer größer. Nächsten Samstag ist es mal wieder soweit. Dann starten wir schon als richtige Gruppe. Zuerst zum Schlagermove – ergänzte sich spontan zum eigentlichen Geschenk und wenn es terminlich so passt, kann man das ja mitnehmen. Anschließend geht es zum Stuttgarter Weinfest. Tisch ist bestellt.

Und alle freuen sich! Das ist das tollste daran.

Und ich bin sehr, sehr glücklich und dankbar für diese wundervollen Freunde, die uns zum Teil schon seit unserer Kindheit begleiten.

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Damals – Anfang der 90er war ich weiß Gott kein Take That Fan. Mir ging die Hysterie damals furchtbar auf die Nerven.
Für mich waren das so tanzende Milchbubis  und ich habe den Hype um diese ganzen Boybands nie verstanden. Ich hatte zu der Zeit zwei Kindergartenkinder und ganz andere Dinge im Kopf. Und ich fing da  gerade mit meiner „PUR“-Phase an.  Entsprechend habe ich auch die ganzen Take That Songs gar nicht drauf.

Als sie in der Versenkung verschwanden war ich nicht böse drum und auch die Auferstehung von Robbie Williams als Solostar ging zunächst völlig an mir vorbei.
Erst der Weltenbummler stieß mich immer wieder mit der Nase darauf. Für ihn war Robbie Williams der Größte und ich besorgte ihm mit den Jahren alle Alben und Musik DVD´s und freute mich an seiner Begeisterung ohne mich selbst davon anstecken zu lassen.
Bei unserer ersten Begegnung dann konnte ich ihm aber nicht mehr entkommen. Wir schauten uns die Konzert DVD Live in Knebworth an und da begann ich endlich zu verstehen.

Es ist wirklich ein Erlebnis Williams live auf einer Bühne zu erleben und plötzlich ging mir auch die Musik viel mehr unter die Haut.

Einiges von dieser RW-Begeisterung hat er mir hinterlassen und ich registriere heute jede Neuerscheinung, diesmal allerdings im eigenen Interesse. Dennoch hatte ich lange Zeit nicht vor, ein Ticket für das Take That Konzert zu kaufen. Aber wie das so ist, manchmal kommt es anders.
In einer sentimentalen Nacht Anfang Juli habe ich ganz spontan die Ticket-Seite im Internet besucht, um zu schauen, ob es überhaupt noch Karten gibt und ich war überrascht, dass das gar kein so großes Problem war. Da konnte ich nicht widerstehen und habe eine Karte gebucht, die ich mir zum Geburtstag habe schenken lassen.

Und am Freitag war es dann soweit. Take That in Hamburg und alle waren in Aufruhr, zumal es ja schon Unruhe gegeben hatte, ob Robbie nun wirklich auftreten kann, nachdem das Konzert am Wochenende davor in Kopenhagen abgesagt wurde.
Sämtliche Radiostationen in der Stadt sprangen erneut auf den Take That Hype auf und je mehr ich davon hörte, desto unruhiger wurde ich. Die ersten Fans sammelten sich schon morgens am Stadion. Die Einlaßkontrollen sollten sehr umständlich sein, da die Karten personalisiert waren. Ich war mehr aufgeregt wegen der Hysterie und dem Andrang als wegen des Konzertes.

So war ich schon kurz vor 17 Uhr am Volksparkstadion und sah dem Einlaß mit gemischten Gefühlen entgegen. Aber da war gar nix los. Ich stand in keiner Schlange. Ich habe mein Ticket und Ausweis vorgezeigt, ich hatte keine Tasche mit, wie die Mädels die ihren ganzen Hausstand dabei haben. Geld, Taschentücher, Handy in der Jackentasche und alles war easy. Ruckzuck war ich durch und hatte dann ganz in Ruhe Zeit zum Gucken.

Die Zeit bis 19.30 Uhr ging relativ schnell rum, es gab genug zu Gucken und der Gang zu den Toiletten war dann auch noch eine Begegnung der besonderen Art.
Als Vorgruppe heizten die Pet Shop Boys ein, was ja schon mal ein Highlight war und sogleich Partystimmung aufkommen ließ. Und dann so gegen 20.45 Uhr starteten Take That – zumindest vier von ihnen. Robbie Williams war noch nicht in Sicht und nach dem dritten (?) Lied wurde ich langsam unruhig. Er wird doch kommen…. ?
Aber der Auftakt war sehr gelungen. So kamen dann auch alle zum Zug und RW stand nicht so von Beginn an über allem.

Überraschend, ungewöhnlich und irgendwie komisch fand ich die Aufforderung, dass wir erst alle die Deutschlandhymne singen sollten. Das habe ich noch nie erlebt. Ich musste aber lachen und zum Glück gab es genügend Leute im Publikum, die einen über die Textlücken hinweg geholfen haben. Ich glaube Mark Owen war es, der das ankündigte und dann von seinem Handy den Text abspielte, den wir mitsingen sollten.
Es gab viele so kleine Ideen, die sie eingeworfen haben und damit die Distanz zwischen singendem Künstler auf der Bühne und Konzertbesucher aufgebrochen haben. Das gelingt ja bei Nicht-deutschsprachigen Künstlern nicht immer gleich gut.

Und dann kam er – Robbie, der Held aller kreischenden Mädels, die aber inzwischen auch erwachsen geworden sind und er eroberte die Bühne und das Publikum im Sturm. Robbie Williams ist ein genialer Entertainer. Er spielt und kokettiert  mit dem Publikum, baut eine Verbindung auf, in dem er sich preis gibt – was ja aber auch nur Show ist, aber es wirkt sehr nah. Er gibt alles und hat dabei auch keine Berührungsängste.  Kein Wunder, dass er Everybodys Darling ist. Verdient!!!

Die ganze Show war so gigantisch, man wusste gar nicht, wo man überall hinschauen sollte, alles war so perfekt. Die Kulissen, die tanzenden Fabelwesen, die an eine Mischung aus Alice im Wunderland und Mary Poppins erinnerten, die vielen Hits, bei denen man nicht still sitzen bleiben konnte.

Hammer! Megagenial!!! Ich bin begeistert, sowas mal miterlebt zu haben und bereue die Entscheidung in keinster Weise. Sollte Robby Williams noch mal solo auf Tour gehen und dabei auch Station in Hamburg machen, werde ich versuchen, auch da ein Ticket zu bekommen.

Das Wetter meinte es ja bei diesem Hamburg Konzert nicht so gut mit uns und nicht nur die Zuschauer im Innenraum, sondern auch die Band wurde richtig nass und ich habe sie sehr bewundert, dass alle fünf Jungs sich überhaupt nichts haben anmerken lassen von dem ganzen Regen. Die haben so gepowert und ihre Show gemacht, als würde die Sonne scheinen. Respekt!!!

Alles in allem ein genialer Abend, den ich so schnell nicht vergessen werde!

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Die ersten Erinnerungen an den Grand Prix reichen zurück in meine Kindheit. Jedes Jahr saß ich fiebernd vor dem Fernsehgerät und bekam Gänsehaut, wenn die Eurovisionsmusik einsetzte. Ich habe Punkte vergeben, mitgesungen und mich über die Jury gefreut oder geärgert. Jedes Jahr wieder ein Heidenspaß. Und was für ein Jubel, als Nicole dann den Titel holte. Da war ich schon erwachsen. Danach ließ der Hype um den Songcontest langsam nach, es kamen immer mehr Sternchen statt großer Musiknamen und oft auch unsägliche Darbietungen, die ihren Höhepunkt mit Guildo Horn und Stefan Raab fanden.
Der Grand Prix entglitt mir langsam, ich fand ihn nebensächlich und langweilig. Den Vorentscheid von Lena habe ich dann wieder mitverfolgt und war ganz interessiert, aber an einen Sieg habe ich nicht geglaubt. Da wir im letzten Mai ganz andere persönliche Höhepunkte zu feiern hatten, konnten wir nicht mal zuschauen als Lena in Oslo an den Start ging. Ich bekam aber um kurz nach Mitternacht eine SMS mit der Nachricht. Kurzfristig ließ ich mich anstecken, dann ging mir das Lena-Fieber aber doch auf die Nerven.

Der Grand Prix ist veraltet, nun ist es der Eurovision Song Contest – kurz ESC und die ARD musste entsprechend aufwarten, um eine würdige Veranstaltung auf die Beine zu stellen.
Das ist ihr zweifellos gelungen. Da steckt aber auch Arbeit dahinter. Sohnemann hat ziemlich viele Überstunden geschoben als Techniker ….
Und dann hat es mich in der letzten Woche doch wieder gepackt. Die Medien und hier vor allem meine Radioleute haben mich angesteckt. Ich habe mir beide Vorentscheide angeschaut, Favoriten entdeckt, wieder Punkte vergeben, alles in dem Wissen, dass es kaum etwas Unwichtigeres gibt als den ESC, aber es war dennoch ein Heidenspaß.

Und so war ich gestern zum ersten Mal auf der Reeperbahn mit dabei, um die große ESC Party aus Hamburg mitzuerleben. Mag sein, dass es zu kühl war oder auch die Einschränkung auf 5000 Leute die wahren Fans außen vor gelassen hat – so partymäßig wie ich dachte, ging es vor Ort jedenfalls nicht ab.
Immer wenn das Publikum fürs Fernsehen vom Moderator animiert wurde, wurde gejubelt und geschriien, die meiste Zeit standen die Menschen um mich herum aber recht ruhig und wippten auch nur sehr verhalten mit. Dabei waren wir im besten Bereich, unmittelbar vor der Bühne untergebracht.
Zu Beginn stimmte die Lautstärke auch nicht, es war viel zu leise und die hinteren Reihen konnten gar nichts mehr hören. Das war Vorschrift von der Behörde, sie durften die Lautstärke nicht weiter aufdrehen – lachhaft für so eine Veranstaltung. Nachdem die Besucher lautstark protestierten und man fürchten musste, dass der Ärger überschwappt, erteilte die anwesende Polizei eine Sondergenehmigung, die Lautstärke zu erhöhen. Warum einfach, wenn´s auch umständlich geht.

Obwohl in der zweiten Reihe stehend, hatte ich schon nicht mehr den direkten Durchblick – ich bin noch kleiner als ich dachte… so habe ich mir heute manches auf Youtube noch mal genau angeschaut. Den Auftakt zum Beispiel von Stefan Raab und Anke – sensationell, wie ich finde. Was konnte danach noch kommen?

In Hamburg begeisterte Ina Müller uns mit ihrer erfrischend lockeren Art.

Dann ging es endlich los. Die Geschmäcker sind schon sehr verschieden und neben der musikalischen Qualität des Songs zählen noch viele andere Faktoren für die Abstimmung, die den Ausgang beim ESC unkalkulierbar machen. Das Wetter, die Laune der Zuschauer, das Aussehen der Interpreten, der Auftritt selbst, die Sympathie zum jeweiligen Land und viele andere Momentaufnahmen, die die Zuschauer emotional in ihre Entscheidung mit einbinden.

Die Fachjury dagegen hatte ja gestern schon abgestimmt und so sahen wir Ina Müller schon Minuten vor der Punkteabgabe  auf der Bühne rumhibbeln, was aber nicht an der Aufregung lag, wie sie später gestand. Gewundert habe ich mich dann aber doch über diesen altmodischen „Teleprompter“ ,  der Ina jedes Wort vorgibt, was sie zu sagen hat. Ich dachte immer, sowas wird auswendig gelernt und dann frei vorgetragen. Aber vielleicht wollte man das Risiko nicht eingehen, dass Ina abschweift und aus dem Nähkästchen plaudert?


So gab es dann viele Überraschungen. Wie kamen die 10 Punkte aus Deutschland für Griechenland zustande? War damit die Sehnsucht nach einem griechischen Essen verbunden oder nach Urlaubslaune? Ist mir ein Rätsel. Und für einige Minuten zitterte man, wie weit nach vorn sie es wohl schaffen könnten. Nicht auszudenken, wenn Griechenland Erster geworden wäre. Wovon hätten die das bezahlen sollen???

Einer meiner großen Favoriten war Dänemark, auch wenn gemunkelt wird, sie hätten bei Greenday geklaut, das kann ich nicht beurteilen, ich fand den Song frisch, eingängig und fröhlich. Ein echter Ohrwurm, der gut zum ESC passte.

Und noch ein Song hatte es mir angetan, für den ich mich auch telefonisch ins Zeug legte. Island mit ihrer so natürlich und menschlichen Musikergruppe, die für ihren verstorbenen Freund sangen, der das Lied komponiert hatte und selbst auftreten wollte. Nicht nur die Geschichte und der überaus sympathische Auftritt, auch das Lied selbst finde  ich lohnenswert und hätte es gerne weiter oben gesehen, aber die Altersgruppe, die mehrheitlich abstimmt hat da wohl andere Prioritäten.

Und warum die Schweiz so weit hinten landete, ist mir auch ein Rätsel, so schlecht fand ich das Lied nun nicht.
Bosnien Herzigowina dagegen ist ein Griff ins K…, als Straßenmusikanten vielleicht erfolgreich und für den ESC verschroben unterhaltsam, aber so weit vorn? Da konnte ich meinen Augen kaum trauen.
Die Stimmung um mich herum sank merklich, vielleicht waren hauptsächlich Lena Fans gekommen? Sie hatte einen sensationellen Auftritt, da gibt es nichts zu meckern, obwohl sie mir nicht wirklich sympathisch ist, aber der 10. Platz für dieses Lied geht völlig in Ordnung, da gibt es bessere, die dann aber auch nicht aufs Treppchen kamen.

Nun ist alles vorbei und wird schnell in Vergessenheit geraten, aber einige leichte Mitsing-Songs waren dabei und der Unterhaltungswert allemal gegeben. Mir bleiben außerdem noch viele tolle Fotos von gestern, wann hat man schon mal die Gelegenheit, Stars wie Xavier Naidoo oder Natasha Bedingfield aus nächster Nähe zu fotografieren?

So war es alles in allem ein ereignisreicher Abend und es ist immer spannend so nah dabei zu sein. Was nun wohl nach Lena kommt…

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Ich möchte doch noch einmal auf einen Leserkommentar eingehen und da das länger werden kann, habe ich mich zu einem weiteren Blogbeitrag zum Thema Schulreform in Hamburg entschieden.
Vielleicht wiederhole ich Argumente aus den Vormonaten, das  schadet aber nicht, es vertieft nur den Ansatz meines Engagements für ein längeres gemeinsames Lernen.

Zum ersten Mal merkte ich es, als meine eigenen Kinder in der vierten Klasse waren und die Entscheidung anstand, welche weiterführende Schule die richtige sei. Ich schwankte hin und her, hatte Angst etwas zu versäumen, wenn ich sie nicht auf dem Gymnasium anmelde, hatte andererseits aber auch schon so viel im Bekanntenkreis miterlebt, deren Kinder auf dem Gymnasium waren, dass ich Zweifel hatte, ob das die richtige Schulform sei. Ich/wir entschieden uns damals mit Bauschmerzen für die Gesamtschule. Ich hatte noch keine Ahnung von dieser Schulform, wusste nur, dass man dort alle drei Abschlüsse erreichen kann, je nach Fähigkeit. Das gab schließlich den Ausschlag.
Sofort nahm ich die Arbeit im Elternrat auf und machte erstmal „Hausaufgaben“ – las die Thesen von Hartmut von Hentig über kindgerechtes Lernen und pädagogische Konzepte, besuchte in den Folgejahren viele Veranstaltungen, auf denen ich unter anderem Andreas Schleicher der für Deutschland zuständige PISA Koordinator der ersten PISA Studie kennen lernte, ebenso wie Enja Riegel, Schulleiterin der Helene-Lange-Schule in Wiesbaden, einer Gesamtschule, die mit großem Abstand als beste deutsche Schule bei der PISA Studie abschnitt.
Es folgten viele Studien – Iglu, Lau, Tims und eins wurde daraus ganz deutlich. Es stellte sich nämlich heraus, dass im Gymnasium ein überraschender Anteil von Schülern saß, die nur Hauptschulniveau erreichten, ebenso wie Realschulleistungen. Im Gegensatz gab es in der Hauptschule aber auch Schüler, die mit ihren Leistungen auf Gymnasialniveau lagen, in der Realschule sogar noch mehr. Das führt diese ganze Sortierung nach Schulformen ad absurdum.

Schüler entwickeln sich innerhalb ihrer Schullaufbahn mehrmals und haben dabei durchaus auch Brüche. Wir brauchen ein Schulsystem, dass allen Schülern gerecht wird und die OECD hat uns mehrfach nachgewiesen, dass in keinem anderen Land der Bildungserfolg so sehr vom sozialen Status des Elternhauses abhängt wie in Deutschland.

Hautpschulen wurden mittlerweile in fast jedem Bundesland abgeschafft, weil sich herausgestellt hat, dass diese homogenen Gruppen sich gegenseitig behindern.

Aus der Gesamschule weiß ich, dass sie vor allem dann besonders erfolgreich arbeitet und viele Schüler zu einem guten Abschluss bringt, wenn die Schülerzusammensetzung in etwa eine Drittelung ergibt. Je ein 1/3 Haupt-, Real-, und Gymnasialschüler ergibt ein Lernklima, von dem alle profitieren. Da aber seit dem PISA Schock immer mehr Eltern ihre Kinder auf einem Gymnasium anmelden, teilweise mehr als 50%, kippte diese Schülermischung in der Gesamtschule, was auch das Konzept erschwert. Weil ich die kritischen Stimmen immer wieder zu hören bekam, dass gute Schüler benachteiligt wären, habe ich über die Jahre eine Reihe von sehr guten Schülern mit Gym-Empfehlung beobachtet, die in der Gesamtschule ihr Abitur machten und nie habe ich festgestellt, dass sie Nachteile hatten. Im Gegenteil, sie gelangten mit guten bis sehr guten Noten zum Abitur und hatten daneben noch Zeit für soziales oder politisches Engagement.

Dennoch schicken Eltern ihre Kinder verstärkt auf das Gymnasium, viele von ihnen bestehen dort nur, wenn die Eltern Geld für den nötigen Nachhilfeunterricht aufbringen können. Es werden inzwischen Unsummen für Nachhilfe ausgegeben.

Dies alles und die Tatsache, dass Eltern ihren Kindern eine Gym-Laufbahn wünschen, damit sie eine Perspektive für die Zukunft haben, haben mich zu der Überzeugung gebracht, dass wir im Grunde nur eine einzige Schule für alle brauchen, die aber über die Fähigkeit verfügt auf die individuellen Lerntypen entsprechend zu reagieren. Mir wäre am liebsten eine Schule über 9 oder 10 Jahre, nach der sich dann entscheidet, ob die Schüler im Anschluss eine Berufsausbildung beginnen oder die Oberstufe besuchen.

Dafür gibt es zur Zeit in Deutschland leider noch immer keine Mehrheiten. Dabei trennt außer in Deutschland und Österreich niemand mehr seine Schulkinder nach vier Grundschuljahren.

Nun gibt es aber diesen politischen Kompromiss und zwei Jahre längeres gemeinsames Lernen sind immerhin ein Schritt in die richtige Richtung, hin zu einer chancengerechteren Bildung.
Der Radio-Werbespot der Gegeninitiative ärgert mich gerade maßlos, in dem den Hörern vorgegaukelt wird, Eltern könnten über die Schullaufbahn ihres Kindes nicht mehr mitbestimmen. Das sind in meinen Augen unlautere Mittel. Fakt ist doch, dass Eltern jetzt nach 6 statt bisher 4 Jahren entscheiden, auf welche weiterführende Schule ihr Kind geht. Und nach diesem Zeitraum, in dem es eine konkrete Lernstandsbegleitung und entsprechende Gespräche gegeben hat, sollte man doch selbst merken, wo das eigene Kinde steht. Wenn es dann noch ein Jahr auf dem Gymnasium ist – trotz wackeliger Ergebnisse in der Primarschule und dann zu schlechte Noten hat, dann wird es für das Kind in der Regel eine Überforderung sein, weiterhin auf dem Gymnasium zu bleiben und eine Abschulung sollte außer Frage stehen… Ehrgeiz der Eltern hin und her.
Aber auch das könnten wir uns alle sparen mit einer Schule für Alle. Es sprechen immer mehr Gründe für diesen Weg.

Letztendlich ist es in erster Linie nur noch eine soziale Spaltung die mit der Aufteilung Gymnaisum/Stadtteilschule vollzogen wird und die sollte man so lange wie möglich hinaus zögern, weil wir so viel mehr Schüler zu einem guten Schulabschluss bringen, die wir bisher auf der Strecke verlieren und die den Staat und damit uns dann in den Jahren darauf ein vielfaches an Geld kosten werden.

Dass der Senat einen eigenen Entwurf eingebracht hat – darüber kann man streiten. Es macht die Sache auch für die Befürworter nicht einfacher.
Kein Büchergeld, kleinere Klassen etc., damit werben sowohl Befürworter als auch die Gegner, dabei hat das mit dem Volksentscheid an sich gar nichts zu tun.

Die Elterninitiative die es bei vier Jahren Grundschule belassen will arbeiten mit vielen Tricks, das halte ich für egoistisch und der Sache nicht dienlich. Es geht hier vielfach nicht um Inhalte und vor allem nicht um die Gesamtheit der Schülerinnen und Schüler und damit um unser aller Zukunft.

Dass eine Schulreform nicht gleich perfekt ist, dass es holpern wird und vieles sich erst entwickeln muss, dass gehört zu jeder Reform dazu. Schule muss sich entwickeln, man muss den Weg vorgeben, aber gehen müssen die Schulen ihn selbst. Ich bin sicher, das wird geschehen. Dafür werden schon die Oppositionsparteien und die wissenschaftliche Begleitstudie sorgen und alle Kritiker, die die Primarschule im Auge haben – nur hoffentlich ziehen sie nicht ganz so viele gelbe Karten, wie der Schiedsrichter heute beim Spiel Deutschland – Serbien, weil man damit nicht für Ordnung sorgt, sondern auch viel kaputt machen kann, was gerade dabei ist sich zu entwickeln.

Es ist ja nicht so, dass die Grundschule einfach nur um zwei Jahre verlängert wird, sondern es geht um eine neue Schulform, die konzepttionell und inhaltlich so ausgearbeitet ist, dass diese zwei Jahre auch gefüllt werden. Individuelle Förderung, Jahrgangsübergreifender Unterricht, Englisch ab Klasse 1, Fachunterricht in Abprache und Zusammenarbeit mit den Gymnasien.
Sollte diese Reform scheitern, wird sich über Jahre nichts mehr bewegen und auch Einfluss haben auf andere Bundesländer, die alle schon in den Startlöchern stehen und gebannt nach Hamburg schauen. Wir werden weiter hinterher hängen hinter der internationalen Entwicklung und auf Dauer immer mehr Schulverlierer produzieren, weil wir schon im dritten, spätestens Anfang des vierten Schuljahres damit beginnen, den Kindern zu signalisieren, ob sie ins System passen oder – nicht gebraucht werden.

Diese Erkenntnisse  resultieren aus meinen Erfahrungen mit Schulen in einem sozial schwachen Stadtteil. Die Primarschule ist ein Schritt zu einer zeitgemäßeren Schule.

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Chancen für alle

Der Volksentscheid zur Einführung der Primarschule in Hamburg rückt näher. Von Anfang Juni bis zum 18. Juli stimmen die Hamburger darüber ab, ob die Grundschule künftig um zwei Jahre – auf dann sechs Jahre – verlängert wird.

Unterstützung gibt es bereits von zahlreichen Bildungsforschern, Erziehungswissenschaftlern, Gewerkschaften und vielen Menschen, die teilweise jahrzehntelange Erfahrung im Schulwesen mit sich bringen. Uns allen ist klar: es muss sich etwas ändern und zwei Jahre längeres gemeinsames Lernen ist ein Schritt in die richtige Richtung.
Es geht dabei nicht um Einzelinteressen, sondern um gesellschaftspolitische Veränderungen, die langfristig dann auch wieder dem Einzelnen nützen.

In den nächsten Wochen werden sich zwei Elterninitiativen auf den Straßen gegenüber stehen und ob und wie sachlich es da zu gehen wird, bleibt fraglich.

Dennoch werde auch ich mich in den Dienst der Sache stellen und in meinem Stadtteil zusammen mit Kreiselternrat, Elternkammermitgliedern und Schulleitungen Infostände besetzen, um die Bürgerinnen und Bürger für den Volksentscheid zu Gunsten der Primarschule zu gewinnen. Wir sind alle parteilos und nicht mehr im Schuldienst, dienen also weder der Behörde oder einer Partei, sondern nur der Sache, von der wir überzeugt sind.

Ich bin dabei, weil ich nach 10 Jahren als Elternratsvorsitzende und zwei Kindern, die sich an einer Gesamtschule ihren Fähigkeiten entsprechend wunderbar entwickelt haben schon seit langem davon überzeugt bin, dass längeres gemeinsames Lernen der richtige Weg für eine bessere und chancengerechtere Bildung ist.

Die Primarschule ist ein Schritt in die richtige Richtung – ich bin für Fortschritt, nicht für Rückschritt oder Stillstand.

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