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Archive for the ‘Kino’ Category

Seit mehr als 10 Jahren im Internet aktiv, ist der neue Kinofilm über das Facebook Netzwerk natürlich ein interessantes Thema für mich und so war ich gespannt auf diesen Film.

Spannende Geschichte, in der die bösen Anwälte das tun, was sie in solchen Geschichten tun müssen, andere Leute über den Tisch ziehen. Ebenso wie gerissene Geschäftemacher, die von dem Kuchen, der aus dem Nichts entstanden ist, möglichst viel abbekommen wollen.
Und mittendrin der Ideengeber dieser überdimensionalen Netzwerkseite, dem es eigentlich nur um die Sache ging. Eine Plattform im Internet zu schaffen, die es allen Menschen ermöglicht miteinander zu kommunzieren, Bilder auszutauschen oder einfach nur von dem einen oder anderen zu erfahren, wie es ihm geht, was er so treibt, ohne selbst groß in Aktion zu treten. Ob sich die Betreiber der Seite wirklich so einfach in gut und böse aufteilen lasse, will ich mal dahin gestellt sein lassen, vielmehr regt es doch die Gedanken darüber an, welche Möglichkeiten uns das Internet bietet und wie wir damit umgehen.

Ich bin mittlerweile selbst eine fleißige Facebook-Nutzerin und mir gefällt das sehr. Man erfährt Dinge von den Menschen aus dem eigenen Umfeld, die man sonst oftmals nicht wüsste. Dabei müssen das ja nicht immer gleich kompromittierende und zweifelhafte Inhalte sein, sondern nur Mitteilungen, die uns mit manchen ein bisschen besser bekannt machen und mit anderen schneller einen Austausch ermöglichen, als wir das im Alltag vielleicht sonst tun würden.

Natürlich ist jeder selbst dafür verantwortlich, was er von sich preis gibt und Dinge wie „mein blöder Chef….“, „ich hasse meinen Job…“, „voll langweilig auf Arbeit…“ etc., sollte man doch klugerweise unterlassen. Sowohl Behörden als auch Unternehmen sind ja nicht von gestern und recherchieren mitunter sehr sorgfältig über ihre Mitarbeiter oder Klienten im Internet. Also was solche Mitteilungen angeht, lieber etwas vorsichtiger sein.

Ebenso mit Fotos von Partys oder allzu privatem Raum. Jeder sollte sich zuvor erstmal vorstellen – will ich, dass mich jemand, dem ich jetzt beim Gang aus dem Haus begegne so sieht, wie auf diesem Foto – wenn man selbst überzeugt ist „ja, kein Problem“, – dann bitte, ansonsten lieber nicht ins Netz stellen.
Und auch die Privatsphäre-Einstellungen sollte man genau unter die Lupe nehmen, damit nicht allen Internetusern Tür und Tor geöffnet sind, alle privaten Inhalte einzusehen. Wer 100 Freunde und mehr hat, nutzt facebook entweder geschäftlich oder er sollte sich die Definition für Freundschaft noch mal genau durch den Kopf gehen lassen.
Mir ist das eher unangenehm, wenn der Kreis der Mitleser in diesem Bereich zu groß wird und so nehme ich nur wirklich gute Bekannte und Freunde in meine Liste mit auf, bei denen ich ein gutes Gefühl habe, wenn sie meine Gedanken mitlesen können.

Natürlich können all diese Datensammlerseiten auch gehackt werden, aber darf man dann überhaupt noch im Internet unterwegs sein, wenn man überall bedenken hat?

Ich erwähnte schon, dass ich das Internet aktiv nutze. Ich beschaffe mir Informationen, kaufe Konzertickets, Bücher und auch Geschenke via Netz, ich veröffentliche Texte und Bilder auf Webseiten und Blogs – und manch einer hält mich für bodenlos leichtsinnig.  Mein Schwager schickt mir nur im höchsten Notfall und ungern Mails, seit ich mein Mailkonto bei Google habe. Mag sein, dass er zum Teil mit seinen Vorbehalten Recht hat – ich gehe davon aus, dass ich nichts zu verbergen habe und – bisher muss ich sagen, habe ich noch keinerlei schlechte Erfahrungen gemacht.
Für die Abmahnung, die mir vor einem Jahr ins Haus flatterte, kann man mich nicht verantwortlich machen, da wir genau zu diesem Zeitpunkt, nachweislich verreist waren.

Ansonsten waren die Gefahren, die außerhalb des virtuellen Netzes , im wirklichen Leben lauerten, bisher viel größer und darum bin ich trotz aller Bedenken und einer gesunden Skepsis doch dafür, die vielen Möglichkeiten zu nutzen, die uns die Internetwelt bietet.
Verantwortungsbewusst und sorgfältig damit umzugehen, dass ist es vielleicht, was der eine oder andere noch üben muss und die Fallen in die man tappt, stellt man sich oft genug auch selbst.

So markiere ich niemals auf meinen Fotos namentlich die Leute, sofern überhaupt welche darauf zu erkennen sind und die Funktion mich irgendwo zu markieren habe ich gesperrt.

Skepsis finde ich angebracht, für Schwarzseherei sehe ich aber keinen Grund.

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Das Heimkino ist doch manchmal am schönsten. Nach einem arbeitsreichen Tag konnten wir uns heute abend nicht mehr aufraffen noch ins Kino oder anderswo hin zu fahren. Da kramte der Ingenieur dann einen alten DVD Film aus, den wir schon kannten.

Wie im Himmel.

Hat mir schon beim ersten Mal sehr gefallen. Schwer zu beschreiben. Der Film dreht sich um das Leben, in jeder einzelnen Nuance. Mal traurig, mal ernst, mal lebensfroh und weckt jeden, der daran teilnimmt ZUM Leben.
Er ist so menschlich und die Musik umhüllt alles was wir fühlen.

Und er zeigt genau das, woran ich glaube. An eine Gemeinde aus Menschen. Die Kirche hat damit nur wenig zu tun, weil sie Grenzen setzt und Menschlichkeit kennt keine Grenzen.

Der Song dazu öffnet Herzen und sagt so viel.  Was ich damit sagen will: Ein echter Filmtipp!!

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Am Freitagnachmittag bin ich ganz spontan in die Stadt gefahren, um ins Kino zu gehen. Auf dem Weg dorthin hetzten viele Menschen an mir vorbei, einige von ihnen kannte ich und ich hatte ein schlechtes Gewissen, weil ich all meine Arbeit liegen ließ, um mich zu vergnügen und man den Menschen auf der Straße ansah, dass sie nie auf die Idee kommen würden, weil sie den Kopf so voll haben, dass da nicht mal Platz ist für den Wunsch ins Kino zu gehen.
Aber ich setzte meinen Weg dennoch fort, weil ich dachte, wie schön das Leben ist, wenn wir ihm „Zeit“ dafür geben und das wir das nicht verpassen dürfen. Nicht am Leben vorbei rennen und es nicht wahr nehmen.

So bin ich also in diesem alten Kino in der Mönckebergstraße gelandet, in dem man in einem riesigen Saal ganz tief in die Polster fällt und sich beim Blick auf den goldfarbenen schweren Vorhang, in längst vergangene  Zeiten zurück versetzt fühlt.
Nachdem die Werbung gelaufen war, wurde die Leinwand mit Getöse nach vorne ausgefahren und dann wieder ausgeklappt und die ca. 50 Besucher mussten ein bisschen kichern, weil man sich einen Moment lang fragte, ob die Leinwand wohl rechtzeitig stoppt oder plötzlich mitten in den Saal läuft. Für die heutigen Verhältnisse war die Vorrichtung so ungewohnt.
Aber gerade das verleiht dem Passage Kino in dem immer besonders schöne Filme laufen, den besonderen Charme. Es liegt zentral mitten in der Stadt und kann schnell erreicht werden und wie man liest, soll es in den nächsten Monaten geschlossen werden. Leider. Aber das ist eine andere Geschichte.

An diesem Freitag ließ ich mich also mit 50 anderen Menschen in die Zeit der Mode zurückfallen und in die Welt der Coco Chanel entführen.

Auch wenn ich kein besonders modischer Mensch bin und mich in einem Chanel Kostüm wohl immer fremd fühlen würde, so umweht mich doch  seit 20 Jahren immer ein Hauch Coco, der Duft des gleichnamigen Parfums, mit dem ich mich „komplett“ fühle.

Der Film erinnert an ein altmodisches Märchen. Ein kleines, armes Mädchen arbeitet sich mit Hilfe „reicher Freunde“ nach oben. Talent alleine hat noch nie ausgereicht, um Erfolg zu haben, man braucht immer auch Beziehungen und selbst dann gehört noch eine große Portion Glück dazu.
Dennoch ist es kein schnulziges Märchen. Audrey Tautou überzeugt mit einer beeindruckenden Tiefe. Sie spielt so intensiv, dass sie den Zuschauer schnell in ihren Bann zieht. Sie wirkt zerbrechlich und ist doch gleichzeitig so burschikos, mutig und widerspenstig.
Die Kameraführung und Lichteinwirkung unterstreichen Gesten wirkungsvoll. Ihre schmale Silhouette vor dem großen rauschenden Meer. Klein und zierlich und doch so stark und selbstbewusst.

Coco Chanel – der Beginn einer Leidenschaft, ist so melancholisch wie zielstrebig. Ich habe geweint und als Audrey Tautou als Coco in der Schlussszene auf der Treppe sitzt und sich auf ihrem ernsten, stillen Gesicht beim aufbrandenden Applaus ihrer ersten Modenschau, ganz langsam ein leichtes, aber sicheres Lächeln abzeichnet, hatte ich vom Kopf bis zu den Füßen Gänsehaut.

Beim Verlassen des Films fühlte ich mich leicht und beschwingt und hatte wohl ein glückliches Lächeln auf dem Gesicht, weil er trotz Melancholie so leichtfüßig gelungen ist.
Wer sich für Geschichten interessiert und starke Charaktere mag – unbedingt ansehen und wer Audrey Tautou mag, sowieso. Vergesst Amelie, sie überzeugt auch als Coco.

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Kulturtrip

Die freien Tage ohne Verpflichtungen, die trotz Feuchtigkeit sommerliche Stimmung, machen mich unternehmenslustig.  Ich nutze jede freie Minute und jeden Sonnenstrahl, um im Garten ein paar Seiten zu lesen.
Hatte mich im Urlaub ganz unerwartet das Twilight-Fieber gepackt, so ist es momentan die Geschichte eines jungen Bankers, Deutscher, in London lebend, der sich auf Geschäftsreise in eine junge Ukrainerin verliebt.

„Fremdgänger“ von Ronald Reng, schildert die Unwägbarkeiten, wenn zwei so verschiedene Lebenswelten aufeinander prallen. Liest sich flüssig, ist spannend und ich genieße es,  mich zeitweise so gehen zu lassen, dass ich alles um mich herum vergesse, und mich einfangen lasse von der Welt im Buch.

Aber natürlich gehe ich auch aus dem Haus. Das nächste Mal am kommenden Dienstag, ins Deutsche Schauspielhaus in Hamburg, wo mich ein besonderer Abend mit Clowns erwartet. Die Karten dafür habe ich gewonnen, ich habe einfach einen Coupon, den man an mehreren Stellen ausfüllen konnte eingesandt und bekam heute morgen die Nachricht, dass ich Karten für die Premiere am 18.8. bekomme. Ich freue mich sehr darüber.

Am 22.8. geht es zu einer Feuerwerksshow auf die Horner Trabrennbahn. 3 Künstler wetteifern um den Preis des besten Feuerwerks. Jede Show etwa 20 Minuten, mit passender musikalischer Untermalung. Da muss nur noch das Wetter mitspielen, dann wird das sicher ein Sternenzauber-Abend.

Ins Kino möchte ich gerne. Auf jeden Fall will ich mir den Film über Coco Chanel ansehen. Menschliche Geschichten faszinieren mich einfach zu sehr.
Fest verabredet bin ich auch schon mit einer Freundin für den Film Isch kandidiere mit Horst Schlämmer. Auch das kann ich kaum abwarten. :-))

Anfang September begleite ich die Sonnensterntochter vielleicht zu einem Konzert im Stadtpark, das klären wir nächste Woche :-).

Ich sauge auf und genieße – in vollen Zügen und bin bereit für jede Menge neuer Anregungen.

Das Leben hat eben viele Seiten. Bunte, schöne,  lebhafte, ebenso wie nachdenklich, traurige und stille Tage und ich möchte keinen von ihn missen.

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Geschichten

Ich liebe Geschichten von Menschen. Menschliche Geschichten, die von Begebenheiten erzählen, die uns auch im realen Leben so oder ähnlich passieren und in denen wir uns verstanden fühlen, wiederfinden.

So gesehen war die Kinoeinladung für meine Freundin gestern auch gleich ein Geschenk für mich.

Liebe auf den zweiten Blick

mit Dustin Hofmann und Emma Thompson. Ein Film bei dem man die Männer besser zu Hause lässt, um ihn mit der Freundin zu genießen.

Dustin Hofmann fliegt zur Hochzeit seiner einzigen Tochter, wo er als quasi Ex-Vater eigentlich nicht willkommen ist und Emma Thompson wird von einer Freundin zu einem Date geschleppt, in deren Verlauf sie am Ende ziemlich verloren zwischen fremden Menschen sitzt.

So geht es beiden ähnlich. In einem Raum mit vielen Menschen und doch einsamer wie man nicht sein kann.
Hat nicht jeder von uns diese oder eine ähnliche Situation irgendwann und irgendwo schon mal erlebt. Dass man das Gefühl hat, man ist am falschen Ort?
Jedenfalls konnten sie einem beide leid tun. Und da kann natürlich nichts besseres passieren, als das diese beiden Menschen aufeinander treffen und ins Gespräch kommen, was vor allem an der Hartnäckigkeit von Harvey (Hofmann) liegt.

Ein langsam erzählter Film voll Wärme und Witz mit wunderbar leisen Dialogen, die nicht spektakulär sind, dafür aber nachvollziehbar.

Und doch gehört zu einem guten Film auch ein Hauch von Illusion. Wenn er am Ende seinen Wohnsitz in New York aufgibt, den Job kündigt und wenige Jahre vor der Rente seinen Wohnsitz nach London verlagern will, um die Zeit mit einer Frau zu verbringen, die er noch kaum kennt, dann ist das mehr Traum als Wirklichkeit.
Und wenn er auf ihre Frage „Und wie soll das jetzt weiter gehen, wie stellst Du dir das vor?“  antwortet „Ich habe keine Ahnung. Ich habe wirklich keine Ahnung.“
Dann wirkt das im Film romantisch, unkonventionell, mutig und zu Herzen gehend. In Wirklichkeit hätte diese Antwort keinen Bestand würde man sie mit der Realität konfrontieren.

Aber egal, dafür sind Filme – Filme. Ich kann in ihnen „verschwinden“, sie genießen und dann wieder hinaus ins Leben gehen und mit einem Seufzer an die Helden denken, die nur in Filmen existieren können. 🙂

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Kinotag

Mit einem schönen Kinofilm kann man mich ja immer aus der Reserve locken – ich sogar mich selbst.

Oft ist es nur so, dass ich hier donnerstags mit dem neuen Programm für die Woche sitze, mir alle neuen Filme einsauge, eine Wahl treffe, was ich alles sehen möchte, – diesen und jenen und der wäre schön und dann – kommt immer was dazwischen.

Ein wesentlicher Punkt ist, dass die Filme die MICH interessieren nur selten im Kino um die Ecke laufen, ich muss dafür durch die ganze Stadt fahren und mit der Bahn ist das noch mal umständlicher. Der Ingenieur findet nicht alle Filme toll, die ich mir aussuche.

Früher bin ich dann auch öfter allein losgefahren, aber irgendwann habe ich damit aufgehört.

Es gibt immer noch einen Vorsatz, aber mir fehlt die Energie mir aufzuraffen.

Gestern war das anders, da hatte ich ja einen „energischen“ Tag voll guter Vorsätze. Also Programmkino – und der Ingenieur musste mit.  😉

Slumdog Millionär – ich wusste nicht im Einzelnen worum es ging, nur so schemenhaft, aber sehenswert sollte er sein.

Der Beginn und erste Teil des Films war in jedem Fall sehr düster und bedrückend. Mir war zu Beginn gar nicht gleich klar, dass der Film schon begonnen hatte, wähnte mich noch in einer Vorschau und wunderte mich dass das so lange dauert. Bis mir mit Schrecken klar wurde, dass dies der Film war, den ich mir ausgesucht hatte. Bedrohlich, bedrückend, brutal, unmenschlich. Ich musste mehrfach die Augen schließen und die Ohren zuhalten.

Das liegt aber daran, dass ich solche Geschichten nicht als Film an mir vorbeilaufen lasse, sondern immer gleich selbst mit einsteige, ich spüre es fast körperlich und bin da nicht so sonderlich belastbar.

Das ist vielleicht auch der Grund, warum ich nicht so gerne weite Reisen in ferne Länder mache, das  ist mir alles viel zu spannend, meine Fantasie würde mich sicherlich schon bei kleinsten Erlebnissen aus der Kontrolle bringen, ich höre die Flöhe im Gras husten.

Beruhigenderweise bekam die Geschichte des Films im Verlauf aber doch einen breiteren Raum. Charaktere bildeten sich heraus zu denen man sich hingezogen oder abgestoßen fühlte, wobei ich als Zuschauer öfter geneigt war zu rufen „glaub ihm nicht, er will dich reinlegen“ …. „geh nicht mit…“

Je länger und ruhiger der Film lief desto mehr stellte sich ein Gefühl ein. Im Gegensatz zum Beginn siegte hier nicht der Triumph des Geldes, der Macht und des Bösen, sondern über all dem stand die Aufrichtigkeit. Alle Hindernisse und Schwierigkeiten überwindend, war die schlichte Ernsthaftigkeit und Aufrichtigkeit so bestimmend, dass man gar nicht anders konnte, als beeindruckt zu sein.

Selbst die Gegner gaben sich geschlagen und konnten so einem ehrlichen Menschen nichts entgegen setzen.

Der Film ging so aus, wie er ausgehen musste und hinterließ am Ende doch ein gutes Gefühl. Von Menschen, die sich nicht brechen lassen, angesichts der widrigen Umstände gar nicht einfach und vielleicht im realen Leben auch nicht unbedingt realisierbar, so wird doch zumindest eine Illusion erzeugt, wie es sein könnte, wenn mehr oder alle Menschen so sein könnten. Solche Filme verändern die Welt nicht, aber sie können Gedanken beeindrucken und das ist doch auch schon ein Gewinn, solange man sich gedanklich immer noch bewegt und gerade solche Filme dann auch zu recht hoch ausgezeichnet werden.

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Wenn die erwachsenen Kinder fragen, ob wir mit ins Kino kommen, kann ich nicht nein sagen.  Auch wenn mir bei dem neuen Kinothriller „Illuminati“ ein wenig komisch zumute war. Normalerweise mag ich keine Actionfilme und da mir schon Harry Potter Teil II zu gruselig war, dachte ich mir dass dieser Illuminati Film ein paar Kaliber zu blutrünstig wäre.

Meine „Vielleicht-mal-Schwiegertochter“ sah das anders und freute sich den ganzen Tag schon wie blöd auf den Film. 🙂

Wir zogen also los und – ich war überrascht. Natürlich gab es einige Szenen, bei denen ich die Augen geschlossen und den Kopf zur Seite gedreht habe oder nur durch die Finger geluschert. Aber es war nicht so, dass ich rauslaufen wollte und darauf gewartet habe, dass der Film enden möge.

Vielleicht weil er zu fantastisch konstruiert war, als das er mir real erschien. Oder weil die Geschehnisse zu schnell aufeinander folgten und ich mich nicht so intensiv darauf einstellen konnte, als würde ich es selbst erleben. Das ist in diesem Fall positiv gemeint.
So ist der Film über mich hinweg gerauscht, er war spannend und atemlos, an manchen Stellen irrational und unlogisch, dabei aber doch unterhaltsam.

Ich habe bei weitem nicht alles verstanden, was ich dem Ingenieur an meiner Seite dann auch mal flüsternd gestand: „Ich verstehe nicht immer, worum es geht.“
Er grinste mich nachsichtig an und meinte: „Das hat auch mit Physik zu tun.“

Alles klar, die Geheimformel zwischen uns, die mich beruhigen kann. Ich habe mich längst damit abgefunden, ein Mensch zu sein, der gänzlich ohne Physik auskommt, was dem Ingenieur dagegen schleierhaft ist (Kein Mensch – außer Dir – kann ohne Physik leben, aber Du kriegst das hin! Ich nehme das als Kompliment :-)).

Jedenfalls wenn es um Physik geht, brauche ich es nicht verstehen (Ironiemodus) und mit dieser Antwort im Kino war dann alles geklärt :-).
Der Student fragte dann zwischendurch mal um die Ecke „Und, hat Mama die Augen schon geschlossen“ und bekam vom Vater die Antwort „Sie versteht das mit der Materie nicht, aber sonst ist alles okay“ und die Männer warfen sich einen gefühlten „Wir-stehen-über-den-Dingen“ – Männerblick zu, der meine Mundwinkel zucken ließ.

Tom Hanks hatte großen Anteil daran, dass mir der Film dann doch gefiel. Ich mag ihn einfach und habe erstaunt festgestellt, dass er mit dem Alter noch an Reiz gewinnt. Der sieht immer besser aus und das nicht mehr ganz so glatte, weiche steht ihm gut zu Gesicht.

Also, Frauen, wenn ich Weichei das schaffe, könnt ihr auch in den Film gehen, wenn Euch der Inhalt zusagt.

Und Kirche hin, Kirche her, auch für die Katholiken unter den Kinogängern ist es auszuhalten, schließlich ist der Film so überzogen unrealistisch, dass man die Dinge nicht 1 : 1 umsetzen kann. Nur das Machtgefüge im Vatikan ist interessant und da ist klar, dass es da wirklich einiges im Dunklen gibt, von dem wir keine Ahnung haben. Schon bedrückend zu wissen, wie da mit der Gutgläubigkeit der Menschen auch gespielt wird.

Sehr bezeichnend fand ich den Schlussakt, als Armin Müller Stahl als ein Mitglied des Konklaves zu Tom Hanks „dem Retter“ sagt: „Danken wir Gott, dass er uns Sie geschickt hat, damit Sie unsere Kirche retten.“

Das war so typisch und ich musste boshaft in mich hinein lachen und fand, dass Tom Hanks die einzig wahre Antwort gegeben hat: „Ich glaube nicht, dass Gott damit etwas zu tun hat, was ich getan habe.“

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