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Archive for the ‘Rückblick’ Category

Seit nun mehr 15 Jahren ist dieses Datum ein besonders für mich, eins, dass man sich merkt und nie vergisst. Am 23. Mai 1969 wurde Alfred geboren, da ging ich schon zur Schule, in die zweite Klasse glaube ich. Kennen gelernt und Brieffreundschaft geschlossen haben wir 1996 und ich habe ihm in diesem ersten Jahr, dass ein besonders schweres für ihn war, ein Lebenslicht geschickt, das Musik spielt, wenn man es anzündet. Nur hörte dieses Lied nicht wieder auf zu spielen, auch nach dem Auspusten. Es spielte und spielte und spielte – ich glaube 2 Tage lang, wie ich einem Brief entnehmen konnte. Damit hatte ich mich ja schon mal wunderbar eingebrannt ;-).

Es folgten viele weitere Geburtstage, heitere und stillere, manchmal waren wir uns nah, dann hatten wir uns aus den Augen verloren, aber spätestens an Deinem Geburtstag hast Du von mir gehört und ich habe an Dich gedacht und auf Dich angestoßen.

Ein Geburtstag den ich in ganz besonders schöner Erinnerung habe war Dein 38. ter, als wir Dich bei ap mit einer speziellen Radio-Geburstags-Sendung überrascht haben. Aus allen Himmelsrichtungen kamen die Einspielungen, Gespräche, Ständchen und Beiträge und man hatte das Gefühl, alle säßen mit Dir zusammen in einem Raum.
Du hattest so viel Spaß daran und wir haben uns am nächsten Tag noch darüber unterhalten, Du warst noch immer ausgelassen und begeistert von dieser „Party“ und zum ersten Mal hast Du darüber nachgedacht im nächsten Jahr einmal richtig Geburtstag zu feiern, mit all Deinen Freunden. Die ganzen Jahre hattest Du das abgelehnt und Dir lag scheinbar nichts daran, aber dieser Geburtstag hat Dir Lust gemacht auf mehr.
Leider konntest Du das nur noch einmal ausprobieren. 2008 hast Du ausgiebig mit vielen Gästen aus nah und fern gefeiert. Leider war das auch Dein letzter Geburtstag.

Ich werde an diesem Tag auch weiterhin an Dich denken, jedes Jahr, vielleicht Robbie Williams hören oder in alten Briefen stöbern oder einfach nur still auf der Terrasse sitzen und aus dem Strandkorb heraus in den Himmel schauen. So fern – so nah.

Happy Birthday, so wie manche es heute sagen, kann ich so nicht nachempfinden. Ich bin weder ungewöhnlich traurig noch ausgesprochen fröhlich. Ich bin und fühle und bin dabei doch auch von innerer Ruhe ausgefüllt. Vielleicht sehen wir uns eines Tages wieder, dann ist immer noch Gelegenheit genug zum Gratulieren. Bis dahin alles Gute Unvergessener.

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Heute ist es ein Jahr her, dass Alf uns verließ. Ein langes und gleichzeitig auch kurzes Jahr. Ich habe ihn oft in meiner Nähe gespürt, wurde durch viele kleine Begebenheiten immer wieder an ihn erinnert und habe doch auch einen neuen – meinen – Weg gefunden.

Ich vermisse ihn nach wie vor, würde gerne vieles mit ihm teilen, seine Meinung hören, mich bei ihm ausruhen, aber es ist auch etwas Neues entstanden. Ein Gefühl der Dankbarkeit, dass es ihn gab und dass er mir soooo viel hinterlassen hat. Briefe, Geschichten, Dinge, die ich von ihm gelernt habe, Musikstücke die unverrückbar mit ihm verbunden sind.
Im Internet erinnern sich heute viele Freunde an ihn, jeder trägt diesen Tag in sich und die Zeit, die ihm vorausging – der Faden ist nicht gerissen. Mich bringt das mehr aus der Fassung als ich für möglich gehalten hatte. Eigentlich wollte ich diesen Tag heute in Cuxhaven verbringen – aber gesundheitliche Eskapaden halten mich nun doch zu Haus.

Unvergessen.

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Wieder geht ein Jahr zu Ende und wie immer, bin ich ein wenig wehmütig.

Ich blicke zurück auf die Dinge, die geschehen sind und auf die ich keinen Einfluss hatte und ich blicke voraus und weiß noch nicht, was in 2010 auf mich und uns zukommt.

In gewisser Weise ist das gut, dass wir nicht in die Zukunft schauen können und es nehmen müssen wie es kommt.

Was man nicht ändern kann, muss man ertragen – und wenn es unangenehme Dinge sind, ist es besser, wenn man sie nur häppchenweise verdaut und trotzdem nicht den Mut verliert und die Hoffnung behält, dass sich die Dinge auch noch wieder ändern.

Ich möchte gar nicht wissen, was 2010 für uns im Gepäck hat, sondern lasse mich lieber überraschen – von den schönen und auch den weniger schönen Dingen.

Es ist bekömmlicher seinen Weg Stück für Stück zu gehen, nur so lassen sich Steine aus dem Weg räumen und neue Wege erschließen, wenn sie notwendig sind.

2009 war ein eigentümliches Jahr. Zum Teil konnten wir voraussehen, was kommt.

Das jemand aus unserer Mitte uns verlässt. Wir wussten nicht genau wie und wann es passieren wird, aber dass es nicht mehr abzuwenden ist, davon mussten wir ausgehen.

Ich habe – zum Glück – noch nicht viele Menschen in meinem Leben verloren, obwohl ich die Hälfte des Lebens schon hinter mir habe.

Bis zu diesem Jahr wusste ich nicht wirklich, was Trauer ist und ich brauchte in der Vergangenheit manchmal Geduld, um meine fehlende Vorstellungskraft zu überwinden, wenn es um die Trauer anderer Menschen ging.
Ich war in dieser Hinsicht bisher immer erstaunlich sachlich und distanziert.

In diesem Jahr habe ich manches Mal verwundert zurück geschaut, warum ich dieses Trauergefühl bisher so noch nicht wahrgenommen habe, als mein Vater vor vier Jahren starb. Natürlich war er mir nah und ich habe ihn vermisst und vermisse ihn in gewissen Situationen noch immer.
Und doch bin ich sachlich geblieben, was mich heute noch mehr erschreckt als vor vier Jahren, als ich noch nicht wusste, was Trauer ist.
Ich war vielleicht zu sehr mit der Trauer meiner Mutter beschäftigt, dass ich darüber meine eigene Trauer „vergessen“ habe. Neben meiner verzweifelten Mutter war überhaupt kein Platz für irgendwas und ich brauchte all meine Kraft, um ihr eine Stütze zu sein. So habe ich es erlebt und versucht dieser Herausforderung gerecht zu werden.

In diesem Jahr war es anders. Ich habe einen Menschen verloren, den außer mir, niemand aus meinem eigenen „realen“ Leben kannte. Zwar wussten alle, von der Existenz und kannten seinen Namen, aber nur ich hatte einen Bezug zu ihm.

Ich hatte Zeit und konnte mich „fallen“ lassen in diesen Verlust und alle Gefühle und Gedanken, die damit verbunden waren. Und ich habe festgestellt, dass es gut ist, die innere Traurigkeit nicht zu verdrängen. Ich brauchte diese Zeit um Los zu lassen!

Ich wusste bisher nicht, dass Trauer so tief gehen kann und doch lässt es mich nicht verzweifeln.
Ich lebe mein Leben… weiter und vieles ist gut an diesem Leben und ohne pathetisch zu sein, bin ich  …. glücklich. Ein kleines Glück. Nicht himmelhoch, nicht umwerfend, aber ich ziehe meine Bahnen und sehe und erlebe viel Schönes unterwegs.

Und doch ist der verlorene Freund gegenwärtig, – fast jeden Tag. Mal nur ganz im Hintergrund und mal ganz bewusst und schmerzhaft fehlend.

Ich bin unentschlossen. War er mein bester Freund oder mein wichtigster.
Er hat so vieles in mir bewegt und befreit, dass er in jedem Fall mein wichtigster Freund war. Durch ihn habe ich mich „freigeschwommen“.
Er war nicht immer mein bester Freund, weil er oft nicht da war, wenn ich ihn brauchte, aber immer, wenn er mich brauchte.
Aber egal, ob er „da“ war oder unerreichbar, war er mir gedanklich über viele Jahre immer so nah – das er vielleicht doch mein bester Freund war.

Ich konnte ihm so vieles anvertrauen, was ich vor anderen verborgen habe.

Aber je länger wir uns kannten, desto mehr war diese Freundschaft auch durch Sorge überschattet. Ich hatte so oft Angst um ihn, kannte seine Nöte und seine Hilflosigkeit in gewisser Weise und ahnte/wusste von seiner Krankheit, noch bevor er es wusste. Ich wusste nicht wie und wann sie kommen wird, aber das es passieren wird, habe ich lange vorher kommen sehen.
Ich habe versucht aufzufangen, aber es gelang nur mäßig. Und deshalb – nur deshalb, habe ich jetzt manchmal das Gefühl – frei – zu sein. Mich nicht mehr sorgen zu müssen und mich mehr auf mein Leben konzentrieren zu können. (Zu dem er ja aber dazu gehört(e)).

Den Freund ersetzen kann mir niemand!

Das geht allen so im Leben, dass sie von Zeit zu Zeit Abschied nehmen müssen.

Es gibt Tage, da tun die Erinnerungen gut und andere, da tun sie weh. Und doch bin ich froh, dass es sie gibt. Das da nicht Nichts ist!

Und doch bin ich wehmütig, wenn ich an das kommende Jahr denke. Das erste Jahr, das beginnt – ohne meinen Seelenfreund.

Immerhin hatte ich die Gelegenheit einen solchen Menschen zu kennen!

Und ich begegne neuen Menschen auf meinem Weg.

Da ist Pe, seine Schwester, mit der ich sowohl Erinnerungen als auch Trauer teilen konnte, was ich als sehr wohltuend empfunden habe.

Und ich erschließe mir auch eigene Horizonte immer wieder neu … es ist eine schöne Erfahrung, dass das in jedem Alter möglich ist. Solange wir der Welt offen begegnen, wird sie sich uns öffnen und ich glaube, da gibt es eine Menge, was sie für uns bereit hält – für jeden anders.

In diesem Sinne, lebt jeder mit seiner Vergangenheit, aber nicht ohne Zukunft. Daran glaube ich und sehe optimistisch in das Jahr 2010. Noch will ich nicht wissen, wie es wird – nur hoffen, dass es gut wird.

Ich wünsche allen ein gutes Neues Jahr und kommt gut rein!

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So viele graue Tage, die wie an einem unsichtbaren Faden aneinander hängen und immer bei Tagesanbruch wieder in mein Gesichtsfeld rücken. An manchen Tagen schaue ich schon ganz erstaunt, wenn ich am Himmel einen kleinen blauen Fleck erspähe. Heute am frühen Nachmittag – das ist fast wie ein Aufatmen und es drängt mich gleich nach draußen, gleich ob ich etwas zu erledigen habe oder nicht.

Ich fühle mich müde. Zum grauen Himmel, hat mich die Arbeit der letzten Wochen ein wenig erschlagen, dazu die negativen Nachrichten, ich fühle, ich brauche Tapetenwechsel.
Die nächsten Wochen reiht sich ein Termin an den anderen, aber es sind nicht nur Arbeitstermine, sondern auch viele Konzerte, Weihnachtsessen, Treffen mit Freunden. Ich hoffe darauf, dass mich dass dann aus meiner inneren Hektik reißt, die mich manchmal sogar bremst und mir in den letzten Tagen jeden Antrieb nahm.
Sicher, ich funktioniere. Redaktionstermine konnte ich halten und bis Montag ist alles endgültig im Druck und verteilt – alle Abteilungen sind zufrieden und würden lachen, wenn sie hier von Antriebslosigkeit lesen würden.

Es ist nur so ein Gefühl in mir, dass ich denke, ich müsste doch darüber hinaus mehr schaffen, mehr Schwung haben.  Das ist ein Knackpunkt in der Freiberuflichkeit. Man geht nicht morgens zu einer bestimmten Zeit aus dem Haus und kommt abends nach Feierabend wieder, sondern man hat immer alles zu Hause liegen und könnte praktisch ständig zwischendurch arbeiten. Was ich auch tue – allerdings nicht so strukturiert wie in einem geordneten Büro.
Und in den letzten Tagen blieb dann alles andere liegen, weil ich mich nicht mehr aufraffen konnte.

Und dann fiel es mir eigentlich erst heute nachmittag ein, dass wir ja wieder einmal den 19. des Monats haben und ich dachte schon fast, dass mich das dieses Mal nicht berührt, dass es vielleicht langsam verschwimmt. Aber plötzlich waren alle Erinnerungen wieder so gegenwärtig.
Ich habe mir selbst ein Jahr Traurig sein und Verarbeiten eingeräumt, mit allen Stadien die dazu gehören.

Heute sind es genau sechs Monate, dass sich der Weltenbummler auf den Weg machte, der bemerkenswerteste Freund, den ich je hatte. Ich vermisse ihn. Mal mehr, mal weniger. Rückblickend verstehe ich manches aus den letzten Monaten besser und bin insgesamt auch ruhiger geworden, sicherer in meinen Gedanken und Gefühlen.

Wie immer in den letzten Monaten an einem 19.ten habe ich heute eine Flasche Merlot geöffnet und es ist für mich vollkommen in Ordnung, dass es so ist. Nun ja, ich hätte es gerne anders, aber da das nicht möglich war, ist es gut, dass ich diese Zeit bewusst in meinem Leben integrieren kann, solange ich nicht darin versinke und das geschieht nicht.
Aber ich merke, dass es gut ist nicht zu verdrängen, wie ich es bei ähnlichen Anlässen sonst öfter getan habe.

Um aus dem allgemeinen Novembergrau wieder herauszukommen, werde ich mir sobald die gröbste Arbeit erledigt ist wieder Freiräume schaffen, um den Blick wieder frei zu haben für die schönen Kleinigkeiten, die den November vergessen lassen.

Ich mag den November nicht. Noch nie.

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Drei Monate. Wieder mal ein Tag für eine Gedankenreise. Unter meinem Schreibtisch liegt noch immer ein Briefumschlag, den ich nicht mehr abschicken konnte.
In den letzten Monaten habe ich mich dazu durchgerungen, meinen Briefen regelmäßig ein oder zwei Päckchen Zigaretten beizulegen.

Jahrelang habe ich mich geweigert, die Nikotinsucht zu unterstützen. Wenn ich bei Telefonaten das Feuerzeug habe schnippen hören und anschließend das Einsaugen des Tabaks im Ohr hatte, war mir das immer ein unangenehmes Gefühl, ich hatte – stärker als bei anderen – das Gefühl, es ist nicht gut. Aber entscheiden muss das jeder für sich selbst, ich hatte nicht das Recht hinein zu reden. Ich habe mir nur Sorgen gemacht. Still für mich.

Was vielleicht mit daran liegt, dass schon so viele aus meinem näheren Umkreis am Lungenkrebs gestorben sind. Schwiegervater vor 12 Jahren, nachdem er über 50 Jahre starker Raucher war, ein Onkel – vor 11 Jahren, ein Cousin vor 9 Monaten. Kollegen, Freunde.
Hinzu kommt, dass ich weiß, was Atemnot ist, ich muss Zeit meines Lebens bronchienerweiternde Medikamente nehmen.

Mit Anfang 20 habe ich selbst mal eine Weile geraucht oder sagen wir besser – gepafft, ohne Lungenzug. Warum weiß ich selbst nicht, vielleicht war es ein cooles Gefühl?
In der Schwangerschaft habe ich es gelassen und nie wieder angefangen.

Bei Menschen die mir nahe stehen, macht es mir Probleme sie rauchen zu sehen.  Ich habe Glück, sowohl im Freundes- als auch im engsten Familienkreis gibt es fast keine Raucher.
Und doch wäre es zu respektieren,  denn jeder ist für sich selbst verantwortlich.

Heute habe ich den Umschlag also geöffnet. Drei Monate ist Alf nun nicht mehr im Leben (wohl aber in den Gedanken und unzähligen Erinnerungen).  Wie die Zeit vergeht. Und weitergeht. Auch das hat wohl seinen Sinn.
Ich bin noch immer auf dem Weg mich neu zu ordnen und entdecke dabei immer wieder neue Züge an mir, die ich unter die Lupe nehme und versuche sie beizubehalten oder mich davon zu trennen, zu verändern.
Kleinigkeiten in meinem Verhalten, die vielleicht erstmal nur mir selbst auffallen.

103_4061Ich nehme die Schachtel aus dem Umschlag. 29 Zigaretten scheint mir eine gigantische Zahl. Was mache ich nur damit? Selbst rauchen? Mit Sicherheit will ich damit gar nicht erst anfangen. Wegschmeißen? Vielleicht. Irgendwann. Noch ist die Zeit nicht reif dafür. Verschenken? Nein! Nach all meinen Erfahrungen möchte ich niemandem seine Sucht fördern.
Ich schaue ins Barfach und muss längere Zeit bis in die hinterste Ecke suchen, bis ich einen alten Aschenbecher aus dem Hausstand meiner Großeltern hervor hole. Ich komme nur alle paar Jahre in die Verlegenheit, so ein Utensil auf den Tisch zu stellen.

Ich nehme mir eine Zigarette und zünde sie an. Ziehe den Rauch in den Mund und blase ihn durch die Nase wieder aus.
Ein fremdes Gefühl. Es brennt auf der Zunge und fühlt sich scharf unter dem Gaumen an. Was ist es, dass die Menschen am Rauchen fasziniert, Dich nicht losgelassen hat und zum Schicksal wurde?103_4062

Ist es nur die Sucht, dass man einmal anfängt und nicht wieder aufhören kann?
Möglicherweise gibt es in Gesprächen Sicherheit, vertieft es die eigene Ausstrahlung, wenn man die Zigarette richtig hält oder ist es nur das Gefühl, dass es so sein könnte?
Oder ist es im Anfang nur cool und wird später unbemerkt zu einem selbstverständlichen Teil des Lebens, über den man gar nicht mehr nachdenkt?

Ich nehme ein paar Züge, blase den Rauch aus, der mir sogleich 103_4064scharf in den Augen brennt. Es riecht einerseits angenehm, andererseites stinkt es.
Ich glaube, dass man sich in bestimmten Situationen mit der Zigarette und dem umgebenden Nebel beruhigen kann. Dass man unangenehmes verdrängt.
Vielleicht sieht es auch gut aus? Erfolgreich? Selbstbewusst? Distanziert?

Ich weiß es noch nicht. Ob ich noch eine rauchen werde? Das warte ich ab. Heute nicht mehr. Ich denke daran, was die Nikotinsucht Dir gebracht hat und weiß doch, dass was-wäre-wenn Fragen völlig sinnlos und überflüssig sind.

Seit drei Monaten entwickelt sich die Zukunft ohne Dich. Manchmal erscheint mir das noch immer u103_4075nglaublich und unvorstellbar und doch – das Leben geht weiter. Bewegend und lustig, traurig und glücklich, spannend und aufregend, schnell und langsam, nimmt es mich (uns) weiter mit auf unserer Reise, das ist gut so.

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Alf, Du bleibst unvergessen.

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Heute abend bin ich zum ersten Mal in den Keller gelaufen, um nach einem Brief zu suchen….

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Am Nachmittag der Trauerfeier bat mich Deine Schwester in Deinem Nachlass nachzusehen, welche Briefe da noch von mir vorhanden sind. Es waren zwei dicke Mappen, voll mit Briefen, Karten, kleinen Notizschnippseln. Noch weiß ich nicht aus welchem Zeitraum,  ich habe nur alles flüchtig durchblättert, um die Post auszusortieren, die vielleicht nicht von mir war. Das waren aber nur drei oder vier.
Alle anderen Briefe, die Du in diesen Mappen verwahrt und in Kartons verstaut hattest, waren von mir. Wir haben sie in eine große Tüte gepackt und ich habe sie mit nach Hause genommen und dort unbesehen in den Keller gestellt.

Heute abend – ganz unvorbereitet – kam es mir in den Sinn, der Brief, den ich in der Nacht geschrieben habe, als ich Dich zum ersten Mal besucht habe und den ich Dir zurück ließ, als ich ging.
Ob er auch in der Tüte ist? dachte ich heute abend und es ließ mir keine Ruhe, ich klappte die Mappe auf, blätterte und fand ihn. Du hast wirklich a l l e s aufbewahrt …
Es sind meine Briefe, die ich selbst geschrieben habe. Aber auch sie sind sehr aussagekräftig und ich werde sie nach und nach sicher immer wieder in die Hand nehmen. 103_4041
Es ist das Einzige, was mir an „greifbaren“ geblieben ist. Da ist noch so viel. Musik, Bücher, Filme, die wir getauscht haben und von denen sich jede Spur verloren hat, was ist daraus geworden? Ich muss vergessen, darüber nachzudenken.

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Nachdem die erste große OP Anfang Mai überstanden war, zerschlug sich heute vor einem Jahr die Hoffnung, damit könnte alles gut werden.
Am Nachmittag erreichte mich der Anruf mit Deinen Untersuchungsergebnissen.  Der Tag, der alles veränderte.

Es folgte ein Jahr, in dem man nur von Woche zu Woche oder von Tag zu Tag dachte, plante, hoffte.
Ein Jahr voll von Aufruhr, Angst, Gefühlsschwankungen in jede nur denkbare Richtung, Sorge, Unsicherheit und doch auch immer wieder Hoffnung – wider besseres Wissen.

Ich werde das Tagebuch, das ich in dieser Zeit schrieb,  in den nächsten Tagen schließen und ein neues beginnen.

Ich hätte es gerne weiter geschrieben, aber ich weiß auch, dass kommen musste was kam und das es für Dich anders nur immer schlimmer geworden wäre.

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