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Archive for the ‘traurig’ Category

Solange ich denken kann, lag mir das Schreiben mehr als das Reden. Gedanken in Worte zu fassen und aufs Papier zu bringen, Gefühle auf diese Weise zu verarbeiten und wieder einen klaren Kopf zu bekommen. Geschichten zu erzählen, die ich erlebe, beobachte oder auch mal ausdenke, damit konnte ich einst Stunden, Tage verbringen.

Vor Jahren wurde die Lust aufs Schreiben, die ich schon in der Schulzeit verspürt habe, in Briefen neu geweckt. Es gab einige Menschen in meinem Umfeld, die sehr begeistert von meinen Geschichten und Briefen waren. Für mich waren das glückliche Zeiten, meine Texte erwachten zum Leben, meine Gedanken, die ich sonst für mich behalten hätte, wurden sichtbar und wahrgenommen.
Den Höhepunkt erreichte mein Schreibglück vor knapp 15 Jahren, als ich mir mit dem Weltenbummler wahre Briefschlachten lieferte. Anregend, unterhaltsam und motivierend.

Dann begann ich immer öfter auch andere Texte zu schreiben. Für Vereine, die Schule und was sich sonst so ergab.

Seit 7 Jahren leite ich eine Schulredaktion und versuche alle interessanten Themen in der Schule nach draußen zu transportieren. Unterricht und Projekte auch für Eltern greifbar zu machen, habe ich als spannende Aufgabe gesehen und viel Kraft und Zeit in diese Arbeit investiert.

In den letzten Jahren ist die Lust auf private Texte immer mehr in den Hintergrund geraten – ich möchte schon mal wieder so schreiben, wie am Anfang, aus dem Herzen heraus, merke aber das ich immer öfter dabei bin Routinetexte zu schreiben – weil es so erwartet wird.
Ich bin schon seit einer ganzen Weile unzufrieden und fühlte mich gestresst und gehetzt. Es ist immer mehr nur noch ein Job, den ich ausübe und die Lust, Texte zu verfassen, die man gerne liest, geht mir grad ein wenig verloren.

Momentan bin ich auf einem neuen Tiefpunkt angekommen. Meine Texte werden auf Herz und Nieren geprüft, allein auf ihren „Verkaufswert“ hin und nicht auf ihre Lebendigkeit, den Klang und einem gewissen Herzblut. Die Lust am Schreiben geht mir verloren, je mehr von mir erwartet wird, dass ich Texte „produziere“.

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Was hat sie ausgelöst, die heutige Erinnerung, die viele kleine Bilder, mehr aber noch – Gefühle in mir hoch fliegen lässst?
War es der Film „Das Lächeln der Sterne“ mit Richard Gere und hier speziell der berührende Briefwechsel der beiden Hauptdarsteller, den ich nachempfinden konnte, auch wenn er sich von meinem deutlich unterscheidet? Oder die Flasche Rotwein? Beides zusammen?

Ich kann es nicht sagen, was mich da überfallen hat. Ich habe in Schubladen gewühlt, Kartons geöffnet, in der kleinen gedruckten Erzählung geblättert und obwohl mir die Stimme dazu fehlt, war (ist) es heute abend doch so lebendig und das Wasser in mir steigt und steigt.

Ich musste ohnehin ein Buch bestellen für die Facharbeit der Sonnensterntochter: „Warum ich fühle, was Du fühlst“ über die Beschaffenheit der Spiegelneuronen. Ich habe es mir selbst einmal vor drei Jahren bestellt, weil ich mehr über mein eigenes Verhalten lernen wollte und ob es normal ist, wenn man so mitfühlt mit den Menschen um einen herum. Dummerweise kann ich dieses Buch nun nicht wiederfinden und muss es also erneut bestellen, auch wenn es in Kürze sicher wieder auftauchen wird, aber soviel Zeit ist nicht.
Und um den Frust meiner Schusseligkeit zu vertuschen und weil ich ohnehin einen sentimentalen Abend zu fassen habe, kam ich an dem Best of Album von Robbie Williams natürlich auch nicht vorbei. Ich kann die Lieferung kaum abwarten.

Ich war nie ein Fan von Robbie Williams, was sich aber wohl überwiegend auf sein Äußeres bezog. Seit ich mich mit seiner Musik mehr befasse und sie immer auch mit Bilder, Briefen und Erinnerungen zusammen bringe, erscheint alles in einem anderen Licht.  Da kam mir das Best of Album gerade recht, hier habe ich alles, was mir bisher fehlt und genau das richtige um mich in Stunden wie diesen darin fallen zu lassen.

 

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Heute ist es ein Jahr her, dass Alf uns verließ. Ein langes und gleichzeitig auch kurzes Jahr. Ich habe ihn oft in meiner Nähe gespürt, wurde durch viele kleine Begebenheiten immer wieder an ihn erinnert und habe doch auch einen neuen – meinen – Weg gefunden.

Ich vermisse ihn nach wie vor, würde gerne vieles mit ihm teilen, seine Meinung hören, mich bei ihm ausruhen, aber es ist auch etwas Neues entstanden. Ein Gefühl der Dankbarkeit, dass es ihn gab und dass er mir soooo viel hinterlassen hat. Briefe, Geschichten, Dinge, die ich von ihm gelernt habe, Musikstücke die unverrückbar mit ihm verbunden sind.
Im Internet erinnern sich heute viele Freunde an ihn, jeder trägt diesen Tag in sich und die Zeit, die ihm vorausging – der Faden ist nicht gerissen. Mich bringt das mehr aus der Fassung als ich für möglich gehalten hatte. Eigentlich wollte ich diesen Tag heute in Cuxhaven verbringen – aber gesundheitliche Eskapaden halten mich nun doch zu Haus.

Unvergessen.

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Heute abend bin ich zum ersten Mal in den Keller gelaufen, um nach einem Brief zu suchen….

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Am Nachmittag der Trauerfeier bat mich Deine Schwester in Deinem Nachlass nachzusehen, welche Briefe da noch von mir vorhanden sind. Es waren zwei dicke Mappen, voll mit Briefen, Karten, kleinen Notizschnippseln. Noch weiß ich nicht aus welchem Zeitraum,  ich habe nur alles flüchtig durchblättert, um die Post auszusortieren, die vielleicht nicht von mir war. Das waren aber nur drei oder vier.
Alle anderen Briefe, die Du in diesen Mappen verwahrt und in Kartons verstaut hattest, waren von mir. Wir haben sie in eine große Tüte gepackt und ich habe sie mit nach Hause genommen und dort unbesehen in den Keller gestellt.

Heute abend – ganz unvorbereitet – kam es mir in den Sinn, der Brief, den ich in der Nacht geschrieben habe, als ich Dich zum ersten Mal besucht habe und den ich Dir zurück ließ, als ich ging.
Ob er auch in der Tüte ist? dachte ich heute abend und es ließ mir keine Ruhe, ich klappte die Mappe auf, blätterte und fand ihn. Du hast wirklich a l l e s aufbewahrt …
Es sind meine Briefe, die ich selbst geschrieben habe. Aber auch sie sind sehr aussagekräftig und ich werde sie nach und nach sicher immer wieder in die Hand nehmen. 103_4041
Es ist das Einzige, was mir an „greifbaren“ geblieben ist. Da ist noch so viel. Musik, Bücher, Filme, die wir getauscht haben und von denen sich jede Spur verloren hat, was ist daraus geworden? Ich muss vergessen, darüber nachzudenken.

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…vergeht. Sie rinnt dahin und nimmt uns mit. Sie nimmt keine Rücksicht auf Momente, bleibt niemals stehen und überlässt es uns, zurück zu blicken.

Heute schon ein Monat. Dabei ist mir, als wäre es gestern gewesen. Es ist noch so nah. So spürbar.
Und doch ging das Leben weiter, angefüllt mit Gedanken, Erinnerungen, offenen Wunden und ungelösten Rätseln, auf die ich keine schlüssigen Antworten mehr bekommen werde, es sei denn ich finde sie selbst heraus, was dann zu einem Teil immer nur Vermutung sein kann. Dennoch eine Auseinandersetzung, die ich momentan noch brauche, Revue passieren lassen, analysieren, was die Jahre gebracht haben, was hätte anders laufen können und was mir für immer in liebevoller Erinnerung bleiben wird.
Gut zu wissen, dass ich mit diesen Gedanken nicht allein bin, auch wenn ich mich in großen Räumen unwohl fühle, so sind persönliche Gespräche fernab der Öffentlichkeit, ein Raum, in dem alles sein darf was ist, Gedanken sich ergänzen oder geteilt werden können.

Ein Monat voller Präsenz, in dem nichts verloren oder vergessen wurde.

Ich war drauf und dran heute ein Musikvideo „Feel“ reinzustellen, habe das aber versucht, das geht gar nicht – dann schwimmt ihr mir alle davon. So soll der Tag nicht beginnen.

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Noch bin ich auf der Suche nach meinem Weg. Bei meinem Orientierungssinn ahnt man schon, dass das ein ziemliches Fiasko wird. Kein Plan, keine Route – ein Ziel? Ja, irgendwo ist da ein Ziel, das ich aber noch nicht benennen kann, dafür verschwimmt es noch zu sehr vor meinen Augen. Ich sehe nur Schemen. Noch fehlt mir die richtige Spur, der ich folgen kann.
Bis dahin begnüge ich mich mit kleineren Zielen. Den Alltag gestalten. Ganz profan und ohne große Erwartungen. Ein Tag, den ich am Abend als „gut“ bezeichnen kann. Das ist doch schon was und durchaus nicht selbstverständlich.

Ja, vieles liegt an einem selbst, wie man die Dinge anpackt, welche Einstellung man dazu entwickelt, wie entschlossen man den neuen Weg sucht. Ich weiß das alles. In der Theorie bin ich sehr gut. Aber die Praxis hängt von anderen Dingen ab. Dingen, die sich nicht im Kopf lenken lassen, sondern Herz und Bauch beherrschen.
Vielleicht ist all das viele Wasser nötig, um aus- und wegzuspülen, was weh tut, bevor es sich entzünden kann und richtig fies wird.
Man darf nur den Zeitpunkt nicht verpassen, wann es genug ist, sonst spült es einen am Ende noch selbst mit fort.

Wann der kommt? Keine Ahnung. Kein Plan.

Immerhin weiß ich, dass es falsch ist, sich aus allem zurück zu ziehen und zuviel Zeit in den eigenen Gedanken zu verbringen. Das Leben „draußen“ ist wichtig. Ich bin bemüht mich darum zu kümmern, aber ich bin dabei nicht wahllos. Es muss schon passen. Und das es passt, dass muss sich mit der Zeit ergeben. An manchen Tagen, so wie gestern und heute, fällt es mir schwer mich rauszureißen, zu beschäftigen.
Es kommt immer wieder ein neuer Tag, und damit eine neue Chance. Darauf baue ich, muss aber selbst daran mit bauen, sonst wird das nichts. Ich weiß, ja.

Den richtigen Dreh finden. Hm – klingt so einfach, oder? Das täuscht, wie mit den meisten Disziplinen.

Kommunikation spielt eine große Rolle. Da bin ich bei. Zu wissen, dass ich nicht allein bin, tut gut und macht ein bisschen Mut, dass es diesen anderen Weg irgendwo gibt, auch wenn ich noch nicht weiß, wie d100_3363er aussieht.

Schnelles Update: Für heute habe ich mich raus gekrabbelt. Viel hat schon das Schreiben dazu beigetragen mich aufzurütteln. Erstaunlich, aber es ist so.
Für Montag bin ich mit meiner Freundin verabredet, ich bin ihr noch eine Kinoeinladung schuldig, die ich endlich einlösen will. 🙂
Und trotz Sturm bin ich kurz durch den Garten gegangen. Etwas angeschlagen und verregnet sieht sie ja aus die Rose, aber alles andere wäre wieder zu perfekt für den Anfang. 😉

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In den Sommermonaten hat bei uns ja dauernd jemand Geburtstag. Ich bin also wieder mal gut beschäftigt. Am Wochenende wird der Student ein Jahr älter und ich war heute in der Stadt unterwegs.
Beim Abschreiten der ellenlangen DVD Regale im M-Markt, auf der Suche nach dem Film „Der seltsame Fall des Benjamin Button“, stand ich plötzlich vor einem ganz anderen DVD Stapel, an dem ich nicht vorbeischauen konnte. Und schon war ich mitten in der Erinnerung.

Wächter der Wüste . Erscheinungsdatum 22.5.09, es hätte so gut gepasst. Ich hatte ihn schon vorbestellt und musste ihn dann doch wieder stornieren.

Im Buchladen nebenan sah ich dann unvermittelt in das Gesicht von Horst Lichter „Und plötzlich guckst Du bis zum lieben Gott“ . Auch dieses Buch erinnert mich …

So wird es mir sicher noch oft gehen. Die Erinnerung ist an keinen Ort gebunden, sie begegnet einem überall, oft auch, wenn man gar nicht damit rechnet. Das macht zum einen deutlich, wie viele Spuren hinterlassen wurden und das hat was Gutes, momentan macht es aber vor allem traurig.  Und doch sehe ich das positiv, ich werde der Erinnerung immer wieder begegnen und irgendwann wird das ein freudiges Wiedersehen-, hören-, fühlen- und denken sein.

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