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Das erste Etappenziel ist geschafft. Die Operation und ihre Nachwirkungen sind glimpflicher verlaufen, als wir uns das vorgestellt haben.

Bis zum Beginn der Radiojodtherapie werden zunächst keine Hormontabletten für die nun fehlende Schilddrüse verschrieben.  Entsprechend habe ich Begleiterscheinungen und Nebenwirkungen befürchtet, doch die halten sich in Grenzen. Mein Mann ist zwar etwas müde und schlapp, das merkt man ihm aber kaum an. Er geht sogar seit einer Woche wieder zur Arbeit, ca. 6 Stunden täglich und es scheint ihm zu bekommen.
Heute nun war der nächste Krankenhaustermin in St. Georg. Zuvor hat die Hausarztpraxis noch den TSH wird überprüft, der nur bestätigt, was wir ja wissen, dass dem Körper das Hormon fehlt. Der Wert soll ja ansteigen, damit der Körper auf das anschl. Radiojod gut reagiert. Dennoch hat die Hausärztin sich erstmal erschrocken. Normalwert wäre 4 und der Wert meines Mannes liegt bei 106! Das müsste doch Auswirkungen habe, denke ich für mich, bin aber natürlich froh, dass er ganz offensichtlich recht zufrieden mit allem ist und keine behindernden Nebenwirkungen spürt.

Der Arzt in St. Georg war dann auch sehr zufrieden mit dem Ergebnis und zuversichtlich, dass der Rest mit der Radiojodtherapie endgültig beseitigt wird, wobei der Wert wohl darauf hinweist, dass ohnehin nicht mehr viele bösartige Zellen im Körper vorhanden sein können.

Entsprechend dauert der Aufenthalt während der Radiojodtherapie wohl auch nur drei Tage. In drei Monaten dann noch einmal und wenn alles gut läuft, ist die Gefahr dann endgültig gebannt.

Erstaunlich, aber auch erleichternd. Wir haben da wohl noch Glück im Unglück gehabt, wie uns heute auch der Arzt bestätigte. Dieser Tumor hat mit Abstand die beste Prognose und wenn wir in einigen Monaten sicher sein können, dass die Therapie Erfolg hatte, dann können wir auch davon ausgehen, dass dieser Krebserkrankung keinerlei Einfluss auf die spätere Lebenserwartung haben wird.

Das macht Mut und den würde ich gerne an andere Betroffene weitergeben. Als Ratsuchender findet man so viele Schreckensbotschaften im Internet, dass man allein davon schon krank werden kann. Besser ist es, nicht auf eigene Faust Diagnosen zu erstellen, sondern den Ärzten zu vertrauen.

Natürlich kann es sein, dass wir hier auch Glück haben, in Hamburg so viele große Krankenhäuser zu haben. Das finde ich zumindest beruhigend. Für jedes Fachgebiet findet man mehr Häsuer, die darauf spezialisiert sind und es gibt andere, die würde ich auf keinen Fall in die engere Wahl nehmen.

Alles in allem scheint es  gut zu verlaufen und auch die Betreuung vor Ort in den Facharztpraxen ist freundlich und kompetent.

Wer also auf diesen Artikel stößt, weil er vor eben einer solchen Diagnose steht, nicht nervös werden, mit den Ärzten im Gespräch bleiben, Vertrauen haben und Geduld. Alles braucht seine Zeit. Aber ein papilläres Schilddrüsenkarzinom ist gut  behandelbar. Nur muss man die Wochen bis zur Diagnose überbrücken und sollte sich dabei nicht von Informationen im Internet verrückt machen lassen.

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Ob gute oder schlechte Begebenheiten, man muss das Leben stets so nehmen wie es kommt und damit zurecht kommen. Weder mit einem Radiergummi noch mit einem Wischlappen lassen sich unliebsame Schicksalswege aus der Welt schaffen. Man muss den Weg gehen, der für einen bestimmt ist.

Und so habe ich das Angsttier beherrscht in seine Ecke zurück getrieben, bei dem was jetzt vor uns liegt, kann man keine Angst gebrauchen.

Erstaunlicherweise bin ich fast ruhiger seit ich die Diagnose kenne. Natürlich war es erst dennoch ein Schock. Wir haben einen ganzen Tag auf dem Krankenhausflur gesessen und unseren Gedanken nachgehangen.
Aber danach war nicht mehr viel Zeit für Panik oder Verdrängung.

Schilddrüsenkrebs.

Schock.

Packen wir es an.

Ziemlich schnell habe ich mich dazu entschlossen offen damit umzugehen und Familie und Freunde einzuweihen. Meinem Mann war das erst nicht so recht, er merkte dann aber schnell, dass er nicht Überbringer der schlechten Nachricht war, sondern nur Betroffener und das ihm Gespräche mit Besuchern, denen er nicht mehr viel erklären musste, gut taten. Die Einbeziehung der Freunde hat der Tatsache etwas ihren Schrecken genommen.

Einzige Schwäche, die ich mir noch erlaube:  Ich umschreibe die Krankheit am liebsten nur – mit einem bösartigen Tumor. Das Wort Krebs verursacht mir, ausgesprochen, einen innerlichen Ruck, der mich erschüttert.

Die Heilungschancen sollen sehr gut sein. Das wirkt sich natürlich positiv auf unsere Einstellung aus. Die Ärzte machen einen sehr kompetenten Eindruck und das Vertrauen in sie  stärkt unsere Zuversicht zusätzlich.

Dennoch, ein Spaziergang ist das nicht, sondern ein steiniger Weg.

Bereits eine Woche nach der Diagnose und 12 Tage nach der ersten Operation folgte die zweite große Operation, die 7 Stunden dauerte. Den Tag danach haben wir zusammen im Krankenzimmer verbracht. Jeder weitere Besucher hätte da gestört.
Seitdem geht es aufwärts. Erstaunlich wie schnell diese Wiederauferstehung vonstatten geht. Das gibt unserem Optimismus weitere Nahrung.

In 12 Tagen wird die weitere Therapie besprochen. Wahrscheinlich zunächst eine Radiojodtherapie, anschließend vielleicht noch mehrere Wochen Bestrahlung. Das hängt auch von den Ergebnissen der noch ausstehenden feingeweblichen Untersuchungen ab. Dem sehe ich noch mit unsicheren Gefühlen entgegen. Wird es weitere unangenehme Überraschungen geben?

Mein Mann hat seine Fassung bereits wieder erlangt und sieht die Dinge wie immer pragmatisch. Was sein muss, muss sein. Er will gar nicht zu viele Hintergründe kennen. Er stellt sich täglich den Herausforderungen, die auf ihn zukommen, ohne gleich den ganzen Berg auf einmal in Angriff nehmen zu wollen. Bewundernswert diese Einstellung.

Natürlich gibt es Auf und Ab´s, das wird sicher noch eine Weile so weiter gehen. Aber seit die Ärzte die Dinge in die Hand genommen haben und bisher alles gut verläuft, geht es mir fast besser als in den Wochen zuvor mit dieser erschreckenden Ungewißheit, in der ich das nahende Unheil unbedingt stoppen wollte, wohlwissend, dass ich/wir keinerlei Einfluss auf die Dinge haben.

Draußen vor der Terrassentür blüht mein Flieder wie in jedem Jahr in diesem prächtigen blau, das ich so liebe und noch bin ich nicht so weit, richtig hinzuschauen. Den Urlaub an der Nordsee haben wir bereits abgesagt. Alles nicht so wichtig.

Unsere Freunde spielen eine wichtige Rolle. Es tut gut Ansprechpartner zu haben in schwachen Momenten und teilen zu können.
Allerdings merke ich auch, wie unterschiedlich die Leute reagieren. Manche nehmen die Nachricht so dramatisch auf, dass sie mich mit ihrer Reaktion gleich mit herunterziehen.
Es hilft manchmal mehr, mitfühlend aber sachlich zu bleiben und mögliche Ängste nicht doch noch zu schüren, in dem man Schreckenszenarien malt, die noch nicht mal angedacht sind.

Wir schaffen das! Einen Sommer wird es wohl dauern.

Monatelang hat mein Leben  sich gleichmäßig die Tage erobert. Manche gingen so leise, wie sie gekommen waren, andere sogar unbemerkt, viele aber auch erfüllt mit einer großen Zufriedenheit. Wenig Probleme, viele schöne Erlebnisse und die Gewißheit, dass es uns gut geht, wofür ich immer dankbar bin.
Vor ein paar Monaten ist auch die Sonnensterntochter ausgezogen, woran ich mich erst sehr gewöhnen musste, aber auch diese Veränderung ist inzwischen halbwegs verschmerzt.

Das Leben sucht sich neue Wege und ich tappse einen anderen Pfad entlang, der wieder mehr an mir und meinem Partner orientiert ist. Soweit so gut.

Bis vor 5 Wochen, als mir am Abend plötzlich diese Beule am Hals meines Mannes auffiel. Was konnte das sein. Er wusste es auch nicht und hatte es selbst noch gar nicht bemerkt.
Ich besorgte ihm zügig einen Termin bei der Hausärztin, was sich durch Ostern noch verschob und schon da war ich irgendwie unruhig.
Die Ärztin übwies ihn an den HNO-Arzt und machte eher den Eindruck, als wenn sie damit möglichst nichts zu tun haben wollte.

Der HNO machte Ultraschall und eine allgemeine HNO Untersuchung mit dem Resultat „Gehen sie bitte schnellstmöglichst zum MRT“, auch eine Blutabnahme wurde angeordnet.
Da wurde das dumpfe Gefühl im Bauch schon größer. Das Angsttier schälte sich aus seiner Verpackung und machte es sich in meinem Innern gemütlich.
Zwischen den Terminen vergingen jeweils Tage.  Zeit die ich mit recherchieren verbrachte. Eine Spurensuche, die ich niemandem empfehlen würde. Das Angsttier frißt sich daran fett und rund und drückt alle anderen Organe zur Seite.
Nach dem MRT das Gespräch beim HNO. Das Ergebnis wäre nicht eindeutig, aber der Lymphknoten wäre erheblich geschwollen, das bedeutet Alarmstufe rot. Das muss näher untersucht werden. Es könnte ganz harmlos sein, aber es könnte auch etwas Bösartiges dahinter stecken.

Da war der Verdacht zum ersten Mal ausgesprochen. Die Tage kriechen dahin. Die erste Panikwelle ist bei mir schon verebbt und ich habe meine Ruhe halbwegs wieder gefunden. Während mein Mann eine bewundernswerte Ruhe an den Tag legt. Bis zum Krankenhaustermin, der erneut 2 Wochen auf sich warten ließ, haben wir alles normal weiterlaufen lassen und dsa hat uns gut getan. Sonst wird man irre. Und mit jedem Tag der verging, rückte die Gefahr wieder etwas in den Hintergrund.

Dennoch wurde es in der Klinik dann wieder aufregend. Man saugt jeden Wimpernschlag und jede kleine Anmerkung der Ärzte auf, in der Hoffnung, es könnte ein gutes Zeichen geben.
Einige davon gibt es durchaus, dennoch ist alles unsicher und es könnte sich ebenso das Gegenteil herausstellen.
Überraschend wurde nicht nur eine Gewebeprobe entnommen und eine Spiegelung des Rachenraums gemacht, sondern auch gleich die Mandeln mit entfernt, da eine von ihnen verdächtig groß aussah.
Und man ist jetzt mit Besuchen beschäftigt und dem Wunsch, dass die OP-Folgen schnell überwunden sein mögen. – Wenn man erstmal im Krankenhaus ist, fühlt man sich auch gleich krank, sagte er zu mir, der sich bis zu dem Moment kerngesund gefühlt hatte. Es gibt auch keinerlei Begleitsymptome oder sonstigen Beschwerden, nur diese Beule am Hals.

Und auch wenn ich inzwischen wieder zuversichtlicher bin und glaube, es muss sich doch alles gut auflösen, so bleibt da doch diese Ungewißheit und die Möglichkeit, dass doch etwas Böses dahinter stecken könnte. Und man kann gar nicht anders, als in den freien Stunden immer wieder daran zu denken, welche Diagnose uns wohl erwartet.

Diese Angst bringt das ganze Leben durcheinander, Alltagsdinge treten in den Hintergrund, vieles wird unwichtig, man stellt das Leben plötzlich in Frage, was wird wenn… und schon der Gedanke ist so ungeheuerlich, dass er einen fast umhaut.
Auch wenn wir immer noch so tun, als ginge es erstmal nur um die Erholung von einer Mandeloperation, so spüre ich das Angsttier schon wieder rumoren, es wartet nur auf den Moment, wo es sich wieder ausbreiten und in mir wachsen kann…. jeden Tag der dem Ergebnis näher rückt, wächst es ein Stück weiter.

Was erwartet uns. Wie wird unser Leben sich weiter gestalten…?

Damals – Anfang der 90er war ich weiß Gott kein Take That Fan. Mir ging die Hysterie damals furchtbar auf die Nerven.
Für mich waren das so tanzende Milchbubis  und ich habe den Hype um diese ganzen Boybands nie verstanden. Ich hatte zu der Zeit zwei Kindergartenkinder und ganz andere Dinge im Kopf. Und ich fing da  gerade mit meiner „PUR“-Phase an.  Entsprechend habe ich auch die ganzen Take That Songs gar nicht drauf.

Als sie in der Versenkung verschwanden war ich nicht böse drum und auch die Auferstehung von Robbie Williams als Solostar ging zunächst völlig an mir vorbei.
Erst der Weltenbummler stieß mich immer wieder mit der Nase darauf. Für ihn war Robbie Williams der Größte und ich besorgte ihm mit den Jahren alle Alben und Musik DVD´s und freute mich an seiner Begeisterung ohne mich selbst davon anstecken zu lassen.
Bei unserer ersten Begegnung dann konnte ich ihm aber nicht mehr entkommen. Wir schauten uns die Konzert DVD Live in Knebworth an und da begann ich endlich zu verstehen.

Es ist wirklich ein Erlebnis Williams live auf einer Bühne zu erleben und plötzlich ging mir auch die Musik viel mehr unter die Haut.

Einiges von dieser RW-Begeisterung hat er mir hinterlassen und ich registriere heute jede Neuerscheinung, diesmal allerdings im eigenen Interesse. Dennoch hatte ich lange Zeit nicht vor, ein Ticket für das Take That Konzert zu kaufen. Aber wie das so ist, manchmal kommt es anders.
In einer sentimentalen Nacht Anfang Juli habe ich ganz spontan die Ticket-Seite im Internet besucht, um zu schauen, ob es überhaupt noch Karten gibt und ich war überrascht, dass das gar kein so großes Problem war. Da konnte ich nicht widerstehen und habe eine Karte gebucht, die ich mir zum Geburtstag habe schenken lassen.

Und am Freitag war es dann soweit. Take That in Hamburg und alle waren in Aufruhr, zumal es ja schon Unruhe gegeben hatte, ob Robbie nun wirklich auftreten kann, nachdem das Konzert am Wochenende davor in Kopenhagen abgesagt wurde.
Sämtliche Radiostationen in der Stadt sprangen erneut auf den Take That Hype auf und je mehr ich davon hörte, desto unruhiger wurde ich. Die ersten Fans sammelten sich schon morgens am Stadion. Die Einlaßkontrollen sollten sehr umständlich sein, da die Karten personalisiert waren. Ich war mehr aufgeregt wegen der Hysterie und dem Andrang als wegen des Konzertes.

So war ich schon kurz vor 17 Uhr am Volksparkstadion und sah dem Einlaß mit gemischten Gefühlen entgegen. Aber da war gar nix los. Ich stand in keiner Schlange. Ich habe mein Ticket und Ausweis vorgezeigt, ich hatte keine Tasche mit, wie die Mädels die ihren ganzen Hausstand dabei haben. Geld, Taschentücher, Handy in der Jackentasche und alles war easy. Ruckzuck war ich durch und hatte dann ganz in Ruhe Zeit zum Gucken.

Die Zeit bis 19.30 Uhr ging relativ schnell rum, es gab genug zu Gucken und der Gang zu den Toiletten war dann auch noch eine Begegnung der besonderen Art.
Als Vorgruppe heizten die Pet Shop Boys ein, was ja schon mal ein Highlight war und sogleich Partystimmung aufkommen ließ. Und dann so gegen 20.45 Uhr starteten Take That – zumindest vier von ihnen. Robbie Williams war noch nicht in Sicht und nach dem dritten (?) Lied wurde ich langsam unruhig. Er wird doch kommen…. ?
Aber der Auftakt war sehr gelungen. So kamen dann auch alle zum Zug und RW stand nicht so von Beginn an über allem.

Überraschend, ungewöhnlich und irgendwie komisch fand ich die Aufforderung, dass wir erst alle die Deutschlandhymne singen sollten. Das habe ich noch nie erlebt. Ich musste aber lachen und zum Glück gab es genügend Leute im Publikum, die einen über die Textlücken hinweg geholfen haben. Ich glaube Mark Owen war es, der das ankündigte und dann von seinem Handy den Text abspielte, den wir mitsingen sollten.
Es gab viele so kleine Ideen, die sie eingeworfen haben und damit die Distanz zwischen singendem Künstler auf der Bühne und Konzertbesucher aufgebrochen haben. Das gelingt ja bei Nicht-deutschsprachigen Künstlern nicht immer gleich gut.

Und dann kam er – Robbie, der Held aller kreischenden Mädels, die aber inzwischen auch erwachsen geworden sind und er eroberte die Bühne und das Publikum im Sturm. Robbie Williams ist ein genialer Entertainer. Er spielt und kokettiert  mit dem Publikum, baut eine Verbindung auf, in dem er sich preis gibt – was ja aber auch nur Show ist, aber es wirkt sehr nah. Er gibt alles und hat dabei auch keine Berührungsängste.  Kein Wunder, dass er Everybodys Darling ist. Verdient!!!

Die ganze Show war so gigantisch, man wusste gar nicht, wo man überall hinschauen sollte, alles war so perfekt. Die Kulissen, die tanzenden Fabelwesen, die an eine Mischung aus Alice im Wunderland und Mary Poppins erinnerten, die vielen Hits, bei denen man nicht still sitzen bleiben konnte.

Hammer! Megagenial!!! Ich bin begeistert, sowas mal miterlebt zu haben und bereue die Entscheidung in keinster Weise. Sollte Robby Williams noch mal solo auf Tour gehen und dabei auch Station in Hamburg machen, werde ich versuchen, auch da ein Ticket zu bekommen.

Das Wetter meinte es ja bei diesem Hamburg Konzert nicht so gut mit uns und nicht nur die Zuschauer im Innenraum, sondern auch die Band wurde richtig nass und ich habe sie sehr bewundert, dass alle fünf Jungs sich überhaupt nichts haben anmerken lassen von dem ganzen Regen. Die haben so gepowert und ihre Show gemacht, als würde die Sonne scheinen. Respekt!!!

Alles in allem ein genialer Abend, den ich so schnell nicht vergessen werde!

23. Mai

Seit nun mehr 15 Jahren ist dieses Datum ein besonders für mich, eins, dass man sich merkt und nie vergisst. Am 23. Mai 1969 wurde Alfred geboren, da ging ich schon zur Schule, in die zweite Klasse glaube ich. Kennen gelernt und Brieffreundschaft geschlossen haben wir 1996 und ich habe ihm in diesem ersten Jahr, dass ein besonders schweres für ihn war, ein Lebenslicht geschickt, das Musik spielt, wenn man es anzündet. Nur hörte dieses Lied nicht wieder auf zu spielen, auch nach dem Auspusten. Es spielte und spielte und spielte – ich glaube 2 Tage lang, wie ich einem Brief entnehmen konnte. Damit hatte ich mich ja schon mal wunderbar eingebrannt ;-).

Es folgten viele weitere Geburtstage, heitere und stillere, manchmal waren wir uns nah, dann hatten wir uns aus den Augen verloren, aber spätestens an Deinem Geburtstag hast Du von mir gehört und ich habe an Dich gedacht und auf Dich angestoßen.

Ein Geburtstag den ich in ganz besonders schöner Erinnerung habe war Dein 38. ter, als wir Dich bei ap mit einer speziellen Radio-Geburstags-Sendung überrascht haben. Aus allen Himmelsrichtungen kamen die Einspielungen, Gespräche, Ständchen und Beiträge und man hatte das Gefühl, alle säßen mit Dir zusammen in einem Raum.
Du hattest so viel Spaß daran und wir haben uns am nächsten Tag noch darüber unterhalten, Du warst noch immer ausgelassen und begeistert von dieser „Party“ und zum ersten Mal hast Du darüber nachgedacht im nächsten Jahr einmal richtig Geburtstag zu feiern, mit all Deinen Freunden. Die ganzen Jahre hattest Du das abgelehnt und Dir lag scheinbar nichts daran, aber dieser Geburtstag hat Dir Lust gemacht auf mehr.
Leider konntest Du das nur noch einmal ausprobieren. 2008 hast Du ausgiebig mit vielen Gästen aus nah und fern gefeiert. Leider war das auch Dein letzter Geburtstag.

Ich werde an diesem Tag auch weiterhin an Dich denken, jedes Jahr, vielleicht Robbie Williams hören oder in alten Briefen stöbern oder einfach nur still auf der Terrasse sitzen und aus dem Strandkorb heraus in den Himmel schauen. So fern – so nah.

Happy Birthday, so wie manche es heute sagen, kann ich so nicht nachempfinden. Ich bin weder ungewöhnlich traurig noch ausgesprochen fröhlich. Ich bin und fühle und bin dabei doch auch von innerer Ruhe ausgefüllt. Vielleicht sehen wir uns eines Tages wieder, dann ist immer noch Gelegenheit genug zum Gratulieren. Bis dahin alles Gute Unvergessener.

Die ersten Erinnerungen an den Grand Prix reichen zurück in meine Kindheit. Jedes Jahr saß ich fiebernd vor dem Fernsehgerät und bekam Gänsehaut, wenn die Eurovisionsmusik einsetzte. Ich habe Punkte vergeben, mitgesungen und mich über die Jury gefreut oder geärgert. Jedes Jahr wieder ein Heidenspaß. Und was für ein Jubel, als Nicole dann den Titel holte. Da war ich schon erwachsen. Danach ließ der Hype um den Songcontest langsam nach, es kamen immer mehr Sternchen statt großer Musiknamen und oft auch unsägliche Darbietungen, die ihren Höhepunkt mit Guildo Horn und Stefan Raab fanden.
Der Grand Prix entglitt mir langsam, ich fand ihn nebensächlich und langweilig. Den Vorentscheid von Lena habe ich dann wieder mitverfolgt und war ganz interessiert, aber an einen Sieg habe ich nicht geglaubt. Da wir im letzten Mai ganz andere persönliche Höhepunkte zu feiern hatten, konnten wir nicht mal zuschauen als Lena in Oslo an den Start ging. Ich bekam aber um kurz nach Mitternacht eine SMS mit der Nachricht. Kurzfristig ließ ich mich anstecken, dann ging mir das Lena-Fieber aber doch auf die Nerven.

Der Grand Prix ist veraltet, nun ist es der Eurovision Song Contest – kurz ESC und die ARD musste entsprechend aufwarten, um eine würdige Veranstaltung auf die Beine zu stellen.
Das ist ihr zweifellos gelungen. Da steckt aber auch Arbeit dahinter. Sohnemann hat ziemlich viele Überstunden geschoben als Techniker ….
Und dann hat es mich in der letzten Woche doch wieder gepackt. Die Medien und hier vor allem meine Radioleute haben mich angesteckt. Ich habe mir beide Vorentscheide angeschaut, Favoriten entdeckt, wieder Punkte vergeben, alles in dem Wissen, dass es kaum etwas Unwichtigeres gibt als den ESC, aber es war dennoch ein Heidenspaß.

Und so war ich gestern zum ersten Mal auf der Reeperbahn mit dabei, um die große ESC Party aus Hamburg mitzuerleben. Mag sein, dass es zu kühl war oder auch die Einschränkung auf 5000 Leute die wahren Fans außen vor gelassen hat – so partymäßig wie ich dachte, ging es vor Ort jedenfalls nicht ab.
Immer wenn das Publikum fürs Fernsehen vom Moderator animiert wurde, wurde gejubelt und geschriien, die meiste Zeit standen die Menschen um mich herum aber recht ruhig und wippten auch nur sehr verhalten mit. Dabei waren wir im besten Bereich, unmittelbar vor der Bühne untergebracht.
Zu Beginn stimmte die Lautstärke auch nicht, es war viel zu leise und die hinteren Reihen konnten gar nichts mehr hören. Das war Vorschrift von der Behörde, sie durften die Lautstärke nicht weiter aufdrehen – lachhaft für so eine Veranstaltung. Nachdem die Besucher lautstark protestierten und man fürchten musste, dass der Ärger überschwappt, erteilte die anwesende Polizei eine Sondergenehmigung, die Lautstärke zu erhöhen. Warum einfach, wenn´s auch umständlich geht.

Obwohl in der zweiten Reihe stehend, hatte ich schon nicht mehr den direkten Durchblick – ich bin noch kleiner als ich dachte… so habe ich mir heute manches auf Youtube noch mal genau angeschaut. Den Auftakt zum Beispiel von Stefan Raab und Anke – sensationell, wie ich finde. Was konnte danach noch kommen?

In Hamburg begeisterte Ina Müller uns mit ihrer erfrischend lockeren Art.

Dann ging es endlich los. Die Geschmäcker sind schon sehr verschieden und neben der musikalischen Qualität des Songs zählen noch viele andere Faktoren für die Abstimmung, die den Ausgang beim ESC unkalkulierbar machen. Das Wetter, die Laune der Zuschauer, das Aussehen der Interpreten, der Auftritt selbst, die Sympathie zum jeweiligen Land und viele andere Momentaufnahmen, die die Zuschauer emotional in ihre Entscheidung mit einbinden.

Die Fachjury dagegen hatte ja gestern schon abgestimmt und so sahen wir Ina Müller schon Minuten vor der Punkteabgabe  auf der Bühne rumhibbeln, was aber nicht an der Aufregung lag, wie sie später gestand. Gewundert habe ich mich dann aber doch über diesen altmodischen „Teleprompter“ ,  der Ina jedes Wort vorgibt, was sie zu sagen hat. Ich dachte immer, sowas wird auswendig gelernt und dann frei vorgetragen. Aber vielleicht wollte man das Risiko nicht eingehen, dass Ina abschweift und aus dem Nähkästchen plaudert?


So gab es dann viele Überraschungen. Wie kamen die 10 Punkte aus Deutschland für Griechenland zustande? War damit die Sehnsucht nach einem griechischen Essen verbunden oder nach Urlaubslaune? Ist mir ein Rätsel. Und für einige Minuten zitterte man, wie weit nach vorn sie es wohl schaffen könnten. Nicht auszudenken, wenn Griechenland Erster geworden wäre. Wovon hätten die das bezahlen sollen???

Einer meiner großen Favoriten war Dänemark, auch wenn gemunkelt wird, sie hätten bei Greenday geklaut, das kann ich nicht beurteilen, ich fand den Song frisch, eingängig und fröhlich. Ein echter Ohrwurm, der gut zum ESC passte.

Und noch ein Song hatte es mir angetan, für den ich mich auch telefonisch ins Zeug legte. Island mit ihrer so natürlich und menschlichen Musikergruppe, die für ihren verstorbenen Freund sangen, der das Lied komponiert hatte und selbst auftreten wollte. Nicht nur die Geschichte und der überaus sympathische Auftritt, auch das Lied selbst finde  ich lohnenswert und hätte es gerne weiter oben gesehen, aber die Altersgruppe, die mehrheitlich abstimmt hat da wohl andere Prioritäten.

Und warum die Schweiz so weit hinten landete, ist mir auch ein Rätsel, so schlecht fand ich das Lied nun nicht.
Bosnien Herzigowina dagegen ist ein Griff ins K…, als Straßenmusikanten vielleicht erfolgreich und für den ESC verschroben unterhaltsam, aber so weit vorn? Da konnte ich meinen Augen kaum trauen.
Die Stimmung um mich herum sank merklich, vielleicht waren hauptsächlich Lena Fans gekommen? Sie hatte einen sensationellen Auftritt, da gibt es nichts zu meckern, obwohl sie mir nicht wirklich sympathisch ist, aber der 10. Platz für dieses Lied geht völlig in Ordnung, da gibt es bessere, die dann aber auch nicht aufs Treppchen kamen.

Nun ist alles vorbei und wird schnell in Vergessenheit geraten, aber einige leichte Mitsing-Songs waren dabei und der Unterhaltungswert allemal gegeben. Mir bleiben außerdem noch viele tolle Fotos von gestern, wann hat man schon mal die Gelegenheit, Stars wie Xavier Naidoo oder Natasha Bedingfield aus nächster Nähe zu fotografieren?

So war es alles in allem ein ereignisreicher Abend und es ist immer spannend so nah dabei zu sein. Was nun wohl nach Lena kommt…

Diese Frage bringt mich langsam zur Verzweiflung.  Seit Wochen durchwühle ich die Angebotsseiten nach einem neuen Handy und komme zu keinem Ergebnis.

Der Spagat zwischen Begehrlichkeiten und praktischer Vernunft, lässt mich zu keiner Entscheidung kommen.

Glaubt man einerseits, die Welt würde sich ohne i-phone bald nicht mehr drehen, frage ich mich andererseits wozu ich denn dieses zugegebenermaßen „schöne Teil“ brauchen könnte?
Bei Freunden und Familienmitgliedern erlebe ich immer wieder, wie sehr sie sich von ihrem i-phone abhängig gemacht, mehr noch, wie süchtig sie geworden sind. Keine halbe Stunde kann vergehen, ohne dass sie einen Blick darauf werfen. Kaum ein Abend im Freundeskreis, ohne dass jemand sein i-phone mit in die Gesprächsrunde einbezieht und schnell das neueste Feature zeigen muss. Und ich gebe zu – das geht mir auf die Nerven!!
Ich weiß aber auch, dass ich mich dieser Sucht blitzschnell anschließen würde und das möchte ich verhindern.

Und 40 – 45 Euro für ein i-phone mit Vertrag ist doch Wahnsinn, nur um da ein wenig mit rum zu spielen !?
Andererseits – wenn meine Kinder sich das leisten können…..  bin ich vielleicht doch nur zu kleingeistig für diese Anschaffung und ärgere mich dann später darüber?

Was für komplizierte Fragestellungen. Langsam werde ich selbst wütend auf mich. Was will ich denn nun???

Ein Handy bei dem man möglichst günstig SMS verschicken kann.
Auf jeden Fall ein Touchsreen mit vollständiger Tastatur.
Internetfähig sollte es sein und – ja, auch eine Internetflat möchte ich haben, weil mir sonst der Neid auf das Handy meines Sitznachbarn doch keine Ruhe lässt. (Schön blöd, ich weiß).
Telefonieren möchte ich damit natürlich auch können und deshalb sollte es gut in der Hand liegen.
Es soll leicht zu handhaben sein und ich liebe diese Funktion die Seiten mit dem Finger weiter zu schieben. Und ich möchte unterwegs per Facebook erreichbar sein und auch Nachrichten empfangen können.

Ganz klar – das i-phone hat mich auf jeden Fall schon angesteckt. Aber 45 Euro! Nicht das ich es mir nicht leisten könnte, aber was für eine Verschwendung für all den neumodischen Schnickschnack!!!

Momentan favorisiere ich das Nokia C-7, bei dem ich die wichtigsten Funktionen finde und das auch recht chic aussieht, alles in allem aber 10 Euro monatlich günstiger ist. Da hält sich mein schlechtes Gewissen etwas im Rahmen.

Um zu dieser Vorauswahl zu kommen, hat es schon Wochen gebraucht. Und auch jetzt surfe ich immer wieder über die Seiten meines Anbieters und mache nie den entscheidenden Schritt, weil – vielleicht – ist es doch nicht die richtige Wahl?

Zu 90% bin ich sicher, aber noch fehlt der letzte entscheidende Schritt und ich logge mich ein ums andere Mal unzufrieden aus.

Eins ist sicher. An der Wursttheke finde ich mich besser zurecht.

Trotzdem werde ich mir später den Warenkorb noch mal genauer anschauen, vielleicht schaffe ich es ja heute!